Die Bergbaubranche stöhnt seit mittlerweile gut 2 Jahren durch den eingebrochenen Goldpreis auf Basis des US-Dollars. Viel wurde geschrieben über die notwendigen Kostensenkungsprogramme, dass der Bergbau bei heutigen Kursen keine Gewinne mehr abwerfen kann und ein Massensterben der Goldexplorer und Produzenten zu erwarten sei. Stimmt auch bei den meisten Unternehmen, die auf Basis des amerikanischen Dollars kalkulieren müssen. Doch von den meisten Investoren unbeachtet lebt der australische Goldbergbau besser als je zuvor. Und dies ist zum großen Teil den in Landeswährung notierenden Goldpreisen und Produktionskosten geschuldet.

Betrachten wir zuvor die Kurse im Detail:

Gold: 1- Jahreschart

Goldpreis 1 Jahr AUD

Quelle: www.goldpreis.org – Australischer Dollar

Goldpreis USD 1 Jahr

Quelle: www.goldpreis.org – US-Dollar

Nicht viel anders sieht die Situation auch im längerfristigen Bereich aus:

Gold: 5-Jahreschart

goldpreis 5 Jahre AUD

Quelle: www.goldpreis.org – Australischer Dollar

Goldpreis 5 Jahre USD

Quelle: www.goldpreis.org – US-Dollar

Bei der Betrachtung der Charts fällt sofort auf dass sowohl im Langfrist- wie auch im Jahresvergleich die Notierungen den Unternehmen in Australien eine stabile Basis bieten. Ganz im Gegenteil dazu die Unternehmen der westlichen Hemisphäre, die dazu verurteilt sind über die amerikanische Währung abzurechnen und den Wertverfall des Goldpreises unmittelbar zu spüren bekommen.

Betrachten wir nun in Folge die Kostenseite der Produktion als weiteres wesentliches Kriterium.

Nach den Haussejahren, bei denen Geld keine Rolle zu spielen schien, landeten alle Goldproduzenten am harten Boden der Tatsachen. Produktionskosten von USD 1.300 und mehr auf all-in-Basis waren einfach nicht mehr zu halten ohne mit Verlust zu produzieren. Die Folge waren eilig ermittelte Programme, um die Produktionskosten wieder unter den aktuellen Goldpreis zu drücken. Denn mit den von den Anlegern geforderten „all-in-Kosten“ wurde auch den Produzenten bewusst, dass man die Aktionäre mit den Produktionskosten auf „cash-cost-Basis“ nicht mehr länger täuschen kann. Denn spätestens bei der Bilanzveröffentlichung durfte man sich zu Recht fragen, wo denn nun tatsächlich der vermeintliche und angekündigte Gewinn zu sehen wäre. Es gab ihn einfach nicht, da nur die all-in-Kosten auch wirklich alle Kosten des Unternehmens beinhalten, und auf dieser Basis war bei vielen Unternehmen eben kein Gewinn mehr entstanden. Die Folge war, dass die Goldproduzenten viel von ihrem Ansehen und Vertrauen bei den Anlegern verloren haben und der gesamte Goldbergbau in ein negatives Bild rutschte. Die Kurse der Unternehmen an den Börsen bestätigen dies in eindrucksvoller Weise.

Soweit die Welt wie wir sie als Anleger ohnehin auf leidvolle Weise kennen, denn nichts anderes beherrscht seit geraumer Zeit die Medien und Kurszettel der Börsen. Doch von den meisten unbeachtet sieht die Welt auf dem australischen Kontinent völlig anders aus. Auch die australischen Goldproduzenten haben dem schlechten Marktsentiment entgegengearbeitet und sich bemüht ihre all-in-Kosten zu senken. Auch auf diesem Kontinent sieht man nun überwiegend all-in-Kosten im Bereich von rd. AUD 1.000,- (+/- AUD 100,-). Denn sowohl Arbeitskräfte und Energiekosten als die hauptsächlichen Preistreiber auf der Produktionsseite sind in Australien ähnlich gelagert wie in den meisten anderen Ländern außerhalb dieses Kontinents. Hier haben sie keinen Vorteil.

Doch da auch die Goldverkäufe in Australien nicht dem Diktat der westlichen Welt folgen, sondern in Landeswährung verrechnet werden, so macht dies den entscheidenden Unterschied. Sehen sich die auf US-Dollar kalkulierenden Unternehmen daher mit einem eher bescheidenen Gewinn von rd. USD 0,- bis USD 200,- konfrontiert, so dürfen sich australische Unternehmen auf eine attraktive Spanne von rd. AUD 400,- bis AUD 500,- je geförderter Unze Gold freuen. Soweit die Fakten, die zu den Gewinnspannen führt. Wir vom Miningscout haben in sehr vielen Einzelgesprächen und Einsichtnahmen vor Ort (z.B. bei Konferenzen oder Minenbesichtigungen) bei den australischen Unternehmen den berechtigten Eindruck gewonnen, dass die Arbeitsmentalität der Managements auf diesem Kontinent sehr viel mehr dem Verständnis des zentraleuropäischen Investors entspricht. Arbeiten und nochmals arbeiten um das Optimum aus dem Unternehmen zu machen, das ist in Australien grundsätzlich die Devise. Ähnlich dem berühmten deutschen Sprichwort: schaffe – schaffe – Häusle baue! Das sieht man auch daran dass generell die Sparstifte bei den Nebenkosten angesetzt werden. Keine überteuerten Partys, man fährt nicht zu jeder Konferenz ins Ausland um sein Unternehmen zu präsentieren. Man investiert den Betrag lieber in ein neues Bohrprogramm. So zumindest haben es uns gegenüber etliche Unternehmen begründet, warum sie bis dato in unseren Regionen so gut wie unbekannt sind. Jeder Cent bei den Ausgaben wird 3 x auf Plausibilität überprüft. Kanadische Unternehmen mögen uns diese Ansicht verzeihen, aber mit dieser Arbeitsmentalität können sie zumeist nicht mithalten. Unsere über Jahre gesammelte Meinung ist, dass vor allem die kanadischen Unternehmen sehr gute Vermarkter sind, hingegen die Australier ohne laut darüber zu schreien grundsolide ihrer Arbeit nachgehen. Es sind im Wesentlichen nur kleine Aspekte, aber diese machen es in Summe eben aus, ob man dem Unternehmen sein Investorenvertrauen schenken kann oder nicht.

Ein signifikantes Beispiel am Rande. Im Zuge der Minenkonferenz in Hong Kong im Ärz 2015 konnten wir mit dem Vertreter eines großen chinesischen Investmenthauses über die Auswahlkriterien und Einkäufe des von ihm vertretenen Hauses sprechen. Er teilte uns mit, dass im letzten Halbjahr über 200 Unternehmen durchleuchtet wurden und dass man sich dazu entschloss, nur bei einem einzigen auch tatsächlich einzusteigen. Und dies sei der australische Goldproduzent Metals X Ltd. gewesen, der all ihre Kriterien erfüllt habe. Der Miningscout führt dieses Unternehmen seit einiger Zeit auf seiner Webseite, da auch wir von der Qualität des Unternehmens überzeugt sind. Details kann man hier nachlesen.

Wie können Anleger davon profitieren?

Auch wenn der Markt in Europa zumeist überschwemmt ist von Berichten über kanadische Unternehmen, so sollte man ganz bewusst einen Blick auf den australischen Kontinent werfen, auch wenn dieser bei uns noch nicht richtig existent ist und man überwiegend seine Order noch umständlich über Broker organisieren muss. Alleine die über Jahre gehaltene Stabilität des Goldpreises und die vorhandenen Gewinnspannen der Goldproduzenten rechtfertigen die Suche nach guten und unterbewerteten Unternehmen. Darüber hinaus rechtfertigen australische Unternehmen durch ihre Arbeitseinstellung das Vertrauen der Investoren. Klar gibt es auf allen Märkten schwarze Schafe und nicht erfolgreiche Unternehmen, doch die Unternehmen, die bewiesen haben dass sie erfolgreich eine Mine führen können, findet man schnell heraus. Daher bieten australische Goldproduzenten, aber auch hoffnungsvolle Explorer, durchaus beste Chancen auf langfristigen Investmenterfolg. Da sich auf australischer Währungsbasis auch für die kommenden Jahre keine dramatische Goldpreisänderung erkennen lässt, so ist man auch bei mittel- und längerfristigen Anlagehorizonten bei australischen Goldwerten gut aufgehoben, denn mit der gleichen Akkribie, wie sie ihr Unternehmen entwickelt haben, legen die Managements auch Wert auf gesunden Fortbestand, und das sollte eine gute Grundlage für einen Depotaufbau mit australischen Werten bilden.