US-Kupferproduktion rückläufig: Arizona als Hoffnung für Trendwende
Der Metallexplorer Prismo Metals CA74275P1071 A2QEGD treibt das Silver King Projekt im US-Bundesstaat Arizona voran. Anfang April wurde ein knapp 1.300 Meter umfassendes Bohrprogramm abgeschlossen. Wochen später folgte ein Update zu einem laufenden Erkundungsprogramm an der Oberfläche, bei dem unter anderem Gesteinsproben entnommen wurden.
Silver King ist ein historischer Abbauort für Silber, Kupfer und Basismetalle. Die 1875 entdeckte Mine war Arizonas erste und eine der bedeutendsten historischen Silberminen. Sie förderte fast 6 Millionen Unzen Silber mit Gehalten von bis zu 61 Unzen pro Tonne. Neben Silber hat der Explorer vor allem Kupfer im Visier – wie alle Bergbauunternehmen, die in diesem Landstrich tätig sind. Das ist kein Zufall: Fast direkt neben Silver King liegt mit Resolution Copper die Hoffnung der USA auf deutlich mehr Unabhängigkeit bei der Kupferversorgung.
Resolution Copper: Die größte US-Kupferhoffnung
Resolution Copper ist ein Joint Venture der beiden Bergbauriesen Rio Tinto (55 %) und BHP (45 %). Die Unternehmen planen 96 Kilometer östlich von Phoenix ein Untertage-Kupferbergwerk der XXL-Klasse.
Die Kupferlagerstätte liegt zwischen 1.500 und 2.100 Metern unter der Oberfläche und gilt als eine der größten unerschlossenen Kupferressourcen der Welt. Studien schätzen den durchschnittlichen Kupfergehalt auf etwa 1,5 %. Bei einer erwarteten Betriebsdauer von bis zu 40 Jahren könnte die Mine bis zu 18 Milliarden Kilogramm Kupfer fördern und bis zu 25 % des US-amerikanischen Kupferbedarfs decken.
Resolution Copper und andere Explorationsprojekte in Arizona sind maßgebend für die US-Bestrebungen im Hinblick auf eine geringere geopolitische Anfälligkeit bei der Versorgung mit Kupfer. Laut US Geological Survey lag die Importabhängigkeit bei dem Metall im vergangenen Jahr bei 57 %. Dies markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Durchschnitt von 43 % in den vier Jahren zuvor. Ursächlich dafür ist unter anderem ein Produktionsrückgang: Wurden 2021 noch 1,13 Mio. Tonnen des Industriemetalls im Inland produziert, waren es 2025 nach den jüngsten USGS Schätzungen nur noch 1.000 Tonnen.
Kupferproduktion in den USA rückläufig – Trendwende möglich
Die Chancen auf eine Trendumkehr stehen jedoch gut – vor allem aufgrund einer Reihe von Projekten in Arizona, das laut USGS zuletzt 70 % der nationalen Kupferproduktion beisteuerte und auch für einen Großteil der Explorationsaktivität steht.
Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 etwa entwickelt das Gunnison Projekt 65 Meilen östlich von Tucson. Dort soll ein Haufenlaugungsbetrieb entstehen, der in den ersten 15 Jahren 87.000 Tonnen Kupferkathoden jährlich produzieren soll. Eine PEA taxiert den Projektwert auf 2 Mrd. USD – bei Kupferpreisen von 4,60 USD/lb und damit deutlich unter dem aktuellen Preisniveau.
Barksdale Resources CA06766T1075 A2P1AL exploriert das Kupferprojekt Sunnyside in den Patagonia Mountains im Süden Arizonas, etwa anderthalb Autostunden südlich von Tucson. Im Mai veröffentlichte das Unternehmen Bohrergebnisse. Diese zeigen mehrere ausgedehnte Bereiche mit flach liegender, hochgradiger Kupfer-Zink-Silber-Mineralisierung im Sunnyside-Monzonit-Porphyr. Unter den Resultaten: 0,45 % Kupfer über 392 Meter, beginnend gut 3 Meter unter der Oberfläche.
Faraday Copper CA3073571034 A3DK5Q exploriert das Copper Creek Projekt: Eine drei Kilometer lange Porphyr-Kupferlagerstätte im Pinal County, weniger als zwei Autostunden nordöstlich von Tucson. Unter den im Mai veröffentlichten Bohrergebnissen: 36 Meter mit 0,81 % Kupfer ab der Oberfläche.
Copper Fox Metals CA21749Q1046 A0HNEG entwickelt das Van Dyke Projekt etwa 145 Kilometer östlich von Phoenix. Dort soll die Kupferproduktion mithilfe der In-situ-Kupfergewinnungsmethode (ISCR) wieder aufgenommen werden. Eine Studie taxiert die Produktionskapazität auf 85 Mio. (metrische) Pfund pro Jahr bei 17 Jahren Minenlaufzeit.
Eine gut gefüllte Pipeline ist die Voraussetzung für eine Zunahme der US-Kupferproduktion in den kommenden Jahren und damit auch für die Verringerung der Importabhängigkeit.
Prismo Metals vermutet Kupfer-Porphyr unter Silver King
Prismo Metals jedenfalls sieht das Explorationspotenzial bei Silver King nach den jüngsten Ergebnissen erheblich erhöht. Im Rahmen des Bohrprogramms hatte eine Tiefbohrung die Anatomie eines uralten Vulkansystems getroffen. In 488 Metern Tiefe stieß der Bohrer auf ein porphyrisches Intrusivgestein – vereinfacht gesagt eine erstarrte Magmakammer. Die dort gefundenen Minerale – disseminierter Pyrit (fein verteiltes Katzengold) und Chalkopyrit (Kupferkies) – sowie eine kaliumreiche Alteration (eine chemische Veränderung des Gesteins durch heiße Flüssigkeiten) sind die klassischen Hinweise auf ein großes Kupfer-Porphyr-System.
Bislang hatte Prismo sich auf die darüber liegenden epithermalen Gänge konzentriert. Weiter oben, näher an der Oberfläche, kühlten einst die heißen, mineralreichen Flüssigkeiten aus dem Vulkan ab. Dabei lagerten sie in Rissen und Spalten Metalle ab. Die Tiefenbohrung als Nachweis einer vertikalen Zonierung weist nun darauf hin, dass die bislang fokussierten Gänge nur Teil von etwas viel Größerem in der Tiefe sein könnten.
Im Raum steht die potenzielle Entdeckung eines großvolumigen Systems nur 3,4 Kilometer von der Lagerstätte Resolution entfernt. Mehrere noch nicht erbohrte Gangziele erfordern allerdings weitere Untersuchungen. Möglicherweise sind einige tiefere Bohrungen erforderlich, um die zunehmenden Hinweise auf ein mögliches Porphyr-Kupfersystem zu untermauern.
Zunächst werden jedoch Anfang Juni die Bohrergebnisse aus dem im April abgeschlossenen Programm erwartet. Die Veröffentlichung könnte dem zuletzt deutlich korrigierten Aktienkurs wieder auf die Sprünge helfen. Die aktuelle Bewertung von 5 Mio. EUR jedenfalls passt im Fall guter Ergebnisse kaum zu einem großen Kupfer-Porphyr-System in direkter Nachbarschaft zu Resolution Copper.