Das Reich der Mitte entwickelt sich auch für die Metalle der Platingruppe (PGMs) immer mehr zu einer bestimmenden Größe. Denn, wann immer diese Großnation eine Veränderung vornimmt, so schlägt dies auf allen Märkten der Welt große Wellen.

China hat beschlossen, bis 2017 seine Luftqualität deutlich zu verbessern. Nicht nur, um die Lebensqualität der Einwohner zu erhöhen, sondern auch als Resultat der eingebrochenen Touristenströme. 15% Einbußen an Touristen allein im durch Smog leidenden Großraum Beijing im ersten Halbjahr sind ein klares Alarmzeichen. Doch auch weitere Besorgnis erregende Ergebnisse lieferte eine Studie für die Regierung. Die hohe Luftverschmutzung sei außerdem direkt verantwortlich für über 1 Mio. an Todesfällen pro Jahr und mehreren Milliarden Dollar an Umweltschäden. Somit sieht der neue Plan der Regierung bis 2017 vor, wesentliche Verbesserungen für die Industrieregionen Beijing, Shanghai und Guangzhou zu erreichen, aber auch für Gesamtchina die PKWs und Kleinlaster mit neuen Filteraggregaten auszustatten.

Schon alleine die Veränderungen im Automobilbereich sollten kräftige Impulse für den PGM-Markt bringen, denn diese Industrie benötigt einen hohen Anteil der Produktion dieser Metalle. Bedenkt man, dass lt. einer Studie von LMC Automotive, Oxford, England, der weltweite Verkauf an neuen PKWs und Kleinlastern 83,2 Millionen, und 2014 mit 87,2 Mio. neue Rekordstände erreichen wird, sowie rd. 90% der Fahrzeuge mit innovativen Filteranlagen ausgestattet sein werden, so kann man ermessen, dass sich die wenigen Gramm an PGMs in den Fahrzeugen zu großen Verbrauchsmengen summieren. Brasilien und Chile haben dies in den letzten 5 Jahren bereits per Gesetz beschlossen. HongKong, Malaysia, Taiwan, Singapore und Thailand sind ebenfalls bereits gesetzlich im Boot zur Aufrüstung. Europa und Nordamerika machen ebenfalls Druck auf die Automobilbranche für neue Filteranlagen zur Schadstoffbeseitigung.

Für China ist es höchste Zeit zu reagieren, denn die Luftqualität hat längst kritische Ausmaße erreicht. Ist es doch bezeichnend, wenn Dr. Jaqueline Moline, Professor an der Hofstra Universität, nach einer Untersuchung bekannt gab, dass die Luft auf Ground Zero noch dem Einsturz der Towers qualitativ besser war als die durchschnittliche Luftqualität in Beijing.

Doch zurück zu den Fahrzeugen. Durch neue gesetzliche Regelungen in China erwartet man, dass viele Fahrzeuge aus dem Verkehr genommen werden müssen, aber alle anderen mit neuen Filteranlagen ausgerüstet, wesentlichen Anteil an der Verbesserung der Luftqualität haben werden.

Parallel zu den Bestrebungen der Regierung in China berichtet Robert Friedland, Vorstand bei Ivanhoe, dass Toyota im Jahr 2014 beginnen wird, mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge zu produzieren um ab 2015 breitflächig am Markt anbieten zu können. All diese emissionsfreien Fahrzeuge benötigen jeweils einige Unzen an Platin.

Betrachtet man nun im Überblick den Trend zur Vermeidung von Schadstoffen aus der Luft, die Innovationen in der Automobilindustrie, so sollte dies alles zusammen in den kommenden Jahren eine wesentliche Auswirkung auf die Nachfrage von Platin und seinen artverwandten Metallen haben. Dass China hier durch seine schiere Größe und Macht für Veränderungen eine wesentliche Rolle für die Marktentwicklung dieser speziellen Rohstoffe sein wird, daran kann wohl kaum gezweifelt werden.