Produktionsstart in mehreren Minen: US-Kupferbergbau nimmt Fahrt auf
Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 hat die kommerzielle Kupferproduktion in der Johnson Camp Mine im Cochise County im US-Bundesstaat Arizona erreicht. Nach einer Rekordproduktion im August (gut 1,3 Mio. lbs Kupferkathoden) kamen bis Mitte September knapp 0,9 Mio. lbs hinzu. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht: Johnson Camp wird auf eine Nennproduktionskapazität von bis zu 25 Mio. lbs pro Jahr hochgefahren. Produziert wird im Verbund mit der Rio Tinto-Tochter Nuton, deren Laugungstechnologie zum Einsatz kommt.
Gunnison startet Kupferproduktion – doch das Flaggschiffprojekt kommt erst noch
Die Zusammenarbeit gewinnt weiter an Substanz: Der optimierte Minenplan sieht rund 3 Mio. zusätzliche US-short-tons mineralisierten Materials vor, die innerhalb der Demonstrationsphase von 2027 bis 2029 abgebaut werden sollen. Nuton hat dafür eine Zahlung von 8 Mio. USD vereinbart, die Gunnison im vierten Quartal erwartet. Auf die zuvor bedingt zugesprochenen DOE-48C-Steuergutschriften verzichtet das Unternehmen dagegen. Hinzu kommen erwartete erstattungsfähige Steuergutschriften aus Arizona von insgesamt 2 Mio. USD, davon 1,62 Mio. USD im laufenden Quartal.
"Unser Kupfer wird vor Ort abgebaut und zu fertigen Kupferkathoden verarbeitet. So stellen wir im Inland produziertes Metall zur Unterstützung der amerikanischen Lieferketten in den Bereichen Verteidigung, Energie und Technologie bereit", bringt Gunnison CEO Craig Hallworth das auf den Punkt, was die Branche vor Ort derzeit prägt. Die US-Kupferproduktion steht nicht nur vor einem Comeback. Das Comeback hat begonnen: Minen gehen an den Start, erfolgreiche Machbarkeitsstudien füllen die Pipeline.
Taseko, Rio, Hudbay, Ivanhoe: Produktion startet oder rückt näher
Taseko Mines etwa produziert seit Februar Kupferkathoden in seinem neuen Bergwerk Florence Copper in Arizona. Für das Anlaufjahr wurden 30-35 Mio. lbs angesetzt, bei voller Auslastung sind rund 85 Mio. lbs pro Jahr vorgesehen. Rio Tinto GB0007188757 852147 und BHP AU000000BHP4 850524 treiben unterdessen ihr Resolution Copper JV in Arizona voran. Nach dem wichtigen Landtausch sind Aufträge über 110 Mio. USD für Bohrungen und Untertageausbau vergeben. Das Projekt könnte langfristig bis zu ein Viertel der US-Kupfernachfrage decken.
Hudbay Minerals CA4436281022 A0DPL4 entwickelt Copper World und das durch die Übernahme von Arizona Sonoran hinzugekommene Cactus-Projekt in Arizona. Copper World ist vollständig genehmigt und in der finalen Machbarkeits- und Planungsphase. Die Kombination soll regionale Synergien schaffen: Entwicklungsteams können nacheinander eingesetzt und Schwefelsäure aus Copper World für die Laugung bei Cactus genutzt werden.
Ivanhoe Electric US46578C1080 A3DNSS entwickelt Santa Cruz bei Casa Grande in Arizona. Die aktuelle PFS sieht erste Produktion 2029 und einen Minenbetrieb über 24 Jahre vor. In den ersten 15 Jahren sollen durchschnittlich rund 165 Mio. lbs Kupferkathoden jährlich produziert werden. Bei Capex von 1,43 Mrd. USD und AISC von 2,28 USD pro lbs ergeben sich im Basisszenario mit 4,75 USD Kupferpreis pro lbs ein NPV (8 %) nach Steuern von 1,5 Mrd. USD und ein IRR von 19 %.
Gunnison Copper will über Johnson Camp hinaus zum Hochlauf der US-Kupferproduktion beitragen. Das Kernprojekt im Portfolio ist das Gunnison-Projekt mit gemessenen und angezeigten Mineralressourcen von über 846 Mio. US-short-tons, entsprechend rund 768 Mio. metrischen Tonnen, bei 0,33 % Gesamtkupfergehalt. Das entspricht 5,19 Mrd. lbs Kupfer. Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) skizziert einen konventionellen Betrieb mit Tagebau, Haufenlaugung und einer SX/EW-Raffinerie zur Herstellung fertiger Kupferkathoden vor Ort mit direktem Bahnanschluss. In den ersten 15 Jahren sind durchschnittlich 174 Mio. lbs jährlich vorgesehen. Bei einem Kupferpreis von 4,60 USD pro lbs beläuft sich der Kapitalwert nach Steuern bei 8 % Diskontierung auf rund 2 Mrd. USD, der IRR auf 22,5 % und die Amortisationszeit auf 3,9 Jahre. Die Anfangsinvestitionen einschließlich Reserve für Unvorhergesehenes werden auf rund 1,56 Mrd. USD geschätzt. Die PEA ist vorläufig, umfasst auch abgeleitete Ressourcen und bietet keine Gewähr für die Umsetzung ihrer Ergebnisse.
Die Bilanz hat Gunnison bereits gestärkt: Nach der Wandlung der letzten Triple-Flag-Schuldverschreibung einschließlich Zinsen bestehen laut Unternehmen keine ausstehenden Schulden mehr. Dabei wurden rund 9,54 Mio. neue Aktien ausgegeben. Auch personell rüstet Gunnison auf. Mit dem früheren Hudbay-COO Andre Lauzon kommt Erfahrung bei großen Kupferprojekten in Arizona in den Verwaltungsrat. Die künftige CFO Jennifer Hays bringt Erfahrung mit US-Verteidigungsunternehmen und staatlich unterstützten Investitionen mit.
Gunnison strebt Investitionsentscheidung bis Mitte 2028 an
Für die geplante Tagebau-Konfiguration läuft der Genehmigungsprozess. Der eingereichte Änderungsantrag zum Sanierungsplan ist einer von drei wesentlichen Schritten; dessen Genehmigung erwartet Hallworth bis Jahresende. Änderungen der Grundwasserschutz- und Luftqualitätsgenehmigungen sollen folgen. Parallel wird die Verlegung eines Abschnitts der Interstate 10 vorbereitet. Eine mögliche endgültige Investitionsentscheidung bis Mitte 2028 setzt zudem den Abschluss einer vorläufigen Machbarkeitsstudie auf beschleunigtem Zeitplan voraus. Neue Impulse könnten schon früher kommen: Erste Ergebnisse des Bohrprogramms werden im laufenden Quartal erwartet, vollständige Ergebnisse Mitte 2027.
Bei Johnson Camp gelang die Genehmigung der Wiederinbetriebnahme in weniger als zwölf Monaten. "Da bereits umfangreiche Arbeiten abgeschlossen sind und ein klarer Genehmigungsweg vor uns liegt, gehen wir davon aus, dass Gunnison innerhalb von zwei Jahren die vollständige Genehmigung erhalten wird", gibt sich Hallworth auch für das Hauptprojekt optimistisch. Johnson Camp mit bis zu 25 Mio. lbs Nennkapazität und Gunnison mit 174 Mio. lbs Jahresproduktion laut PEA: Das Unternehmen ist auf dem Weg, ein US-Kupferproduzent von relevanter Größe zu werden. Erhärtet sich die Timeline und gelingt die Finanzierung des Großprojekts, könnte das auch der Aktie neue Impulse geben.