Nachfrage wächst dynamisch: Westlicher Lithiummarkt-Aufstieg steht erst am Anfang
Ende August legte der Lithiumexplorer Q2 Metals CA74739G1072 A3D4CR Ergebnisse von Bohrungen auf dem Cisco-Projekt in der James Bay in Kanada vor. Nach zahlreichen "Volltreffern" in den Monaten und Quartalen zuvor wurde nun das bisher beste Bohrlochergebnis gemeldet. 403,7 Meter mit 1,57 % Li2O und 213,8 Meter mit 1,93 % Li2O in Bohrloch 93 übertrafen die hohen Erwartungen.
Neue Cisco-Bohrungen unterstreichen Mineralisierungspotenzial
Die Bohrung lässt die Geologen auf eine zusätzliche Ausweitung der bestehenden Mineralressourcenschätzung hoffen. Sage McCallum, Vizepräsident für Exploration bei Q2 Metals, erklärt, warum. "Das Durchteufen einer derart breiten und robusten Mineralisierung in einem Gebiet, das nicht gut freigelegt ist, unterstreicht das Potenzial für weitere Mineralisierungen über die derzeit definierten Vorkommen hinaus." So habe das Bohrloch die Kontinuität des westlichen Teils der Lagerstätte in der Tiefe aufgezeigt, wobei etwa 170 Meter des breiten 403,7 Meter langen Intervalls mit 1,57 % Li2O außerhalb des konzeptionellen Tagebaubereichs lagen, der die Grundlage der Mineralressourcenschätzung bildet.
Q2 Metals will mit der Weiterentwicklung von Cisco perspektivisch zum Lithiumproduzenten werden. Deren Geschäfte laufen derzeit denkbar gut. Albemarle US0126531013 890167 etwa übertraf im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen, da 61 % höhere Lithiumpreise erzielt wurden und gleichzeitig das Absatzvolumen um 11 % gesteigert werden konnte. Der Nettogewinn legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als das 20-fache zu.
Auch SQM US8336351056 895007 konnte die Markterwartungen im zweiten Quartal hinter sich lassen, wobei sich das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfachte, was auf höhere Lithiumpreise und -mengen zurückzuführen war.
Das bereinigte EBITDA der PLS Group (ISIN: AU000000PLS0, WKN: A0YGCV – ehemals Pilbara Minerals) für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 1,1 Milliarden AUD und damit mehr als neunmal so hoch wie im Vorjahr. Dies ist auf deutlich gestiegene Lithiumpreise und Absatzmengen sowie niedrigere Stückkosten im Werk Pilgangoora zurückzuführen.
Auch chinesische Produzenten profitieren. Tianqi Lithium CNE100005F09 CNE100005F09 und Ganfeng Lithium CNE1000031W9 A2N6UN meldeten jeweils ihr stärkstes Nettoergebnis im ersten Halbjahr seit drei Jahren.
Analysten optimistisch für Lithium-Aktien
Analysten sind im Hinblick auf die weitere Entwicklung von Lithium-Aktien optimistisch. Morningstar etwa sieht den fairen Wert für Albemarle bei 200 USD bei einem aktuellen Kurs von knapp 130 USD. Analyst Seth Goldstein sagt: "Die Lithiumpreise bewegen sich weiterhin um unsere langfristige Prognose von 20.000 USD pro Tonne. Die Aktien von Albemarle sind um fast 40 % gegenüber ihrem 52-Wochen-Hoch gefallen, da die Befürchtung besteht, dass die Wiederaufnahme der chinesischen Produktion die Preise belasten könnte. Wir gehen jedoch von einem starken Nachfragewachstum aus, das für ein ausgeglichenes Marktumfeld und stabilere Preise sorgen wird."
Bei SQM verweist Morningstar auf die "kostengünstigen Lithium-Aktivitäten" des Unternehmens – gemeint ist die Gewinnung aus Sole in Chile. Diese ermöglichten "starke Gewinne und einen positiven freien Cashflow", so Goldstein. Den fairen Wert der Aktie taxiert er auf 85 USD (aktueller Kurs: 76 USD).
Ein Grund für die hohe Lithiumnachfrage ist das Entstehen einer zweiten großen Verbrauchsquelle neben Elektrofahrzeugen. Die weltweite Nachfrage nach Batteriespeichersystemen (BESS) wuchs bis 2025 laut Benchmark Mineral Intelligence um 51 % und übertraf damit das Wachstum der Gesamtnachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien von rund 29 %. Dadurch entfiel auf die Energiespeicherung etwa ein Fünftel der weltweiten Batterienachfrage.
Markt für Batteriespeicher wächst dynamisch
Das Kapazitätsvolumen der Batteriespeicher wächst dynamisch. Die US-Energiespeicherindustrie installierte im Jahr 2025 57,6 Gigawattstunden (GWh) an neuer Kapazität, 30 % mehr als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024. Doch damit sind die USA weit abgeschlagen hinter ihrem größten geopolitischen Rivalen: Allein im Dezember 2025 wurden rund 65 GWh an netzgebundenen Batteriespeichersystemen in Betrieb genommen.
Die hohen Wachstumsraten spiegeln sich in den Investitionsausgaben wider. Laut BloombergNEF wurden im vergangenen Jahr weltweit 71 Mrd. USD in Energiespeicherprojekte in den Segmenten Kraftwerke, Gewerbe und Privathaushalte investiert, was einem Anstieg um 18 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Markt für Batteriespeicher hat Analysten veranlasst, das Risiko eines Angebotsdefizits auf dem Lithiummarkt wieder höher einzuschätzen. Morgan Stanley etwa rechnet für dieses Jahr mit einem Defizit von 80.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE), UBS mit 22.000 Tonnen.
Bis 2040 braucht es drei Millionen Tonnen LCE zusätzlich
Eine neue Analyse von Benchmark Minerals kommt zu dem Schluss, dass das operative Lithiumangebot um über drei Millionen Tonnen LCE erhöht werden muss, um die für 2040 erwartete Basisnachfrage zu decken. "Um diese Lücke zu schließen, werden voraussichtlich Investitionen in Höhe von rund 64 Mrd. USD erforderlich sein, da die Nachfrage (…) weiterhin mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,3 % steigt", heißt es in dem Bericht. Das operative Angebot für 2026 liegt derzeit bei 1,7 Millionen Tonnen LCE. Wo diese Investitionen stattfinden, wird auch über den geopolitischen Wettlauf um den Zugriff auf das Batteriemetall entscheiden.
Benchmark Analyst Federico Gay betont eine neue Asymmetrie zwischen Angebot und Nachfrage. So bleibe es bei großen angebotsseitigen Unsicherheiten, unter anderem durch Verzögerungen bei Genehmigungen, Finanzierungsengpässe und geopolitische Risiken. Gleichzeitig verzeichne die Nachfrage, insbesondere nach Batteriespeichersystemen, im zweiten Jahr in Folge ein überraschend starkes Wachstum über die ursprünglichen Prognosen hinaus.
Q2 Metals plant weitere Bohrungen und PEA
Q2 Metals treibt Cisco nicht zuletzt aufgrund des günstigen Marktumfelds entschlossen voran. "Unser Bohrprogramm wird planmäßig im Herbst und Winter fortgesetzt, und wir treiben parallel mehrere Arbeitspakete voran, darunter unsere vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie. Diese wird die erste umfassende Bewertung des Entwicklungspotenzials und der Wirtschaftlichkeit von Cisco liefern", sagt CEO Alicia Milne.
Die Aktie sollte von einer erweiterten Ressourcenbasis ebenso profitieren wie von einer überzeugenden PEA. Diese Ereignisse könnten der Katalysator sein, der den Aktienkurs aus seiner seit Anfang Juni laufenden Konsolidierung heraus weiter nach oben treibt.