Erstellt im Auftrag von Q2 Metals

Nach starker Rallye: Lithiumangebot steigt, doch das Vertrauen in neue Projekte bleibt

Nach starker Rallye: Lithiumangebot steigt, doch das Vertrauen in neue Projekte bleibt Q2 Metals

Der Lithiumexplorer Q2 Metals CA74739G1072 A3D4CR veröffentlichte Ende Juli die finalen Analyseergebnisse des Winter-Bohrprogramms 2026 auf dem Lithiumprojekt Cisco in der James Bay im kanadischen Quebec. Im Rahmen des Programms wurden in 19 Bohrlöchern insgesamt ca. 10.515 Meter gebohrt. Einmal mehr präsentierten die Geologen mit dem letzten Teil des Programms außergewöhnliche Resultate, darunter knapp 186 Meter mit 1,54 % Li2O und knapp 138 Meter mit 1,47 % Li2O.

Q2 Metals mit viel Potenzial – Sommerbohrprogramm läuft

Neil McCallum, Vizepräsident Exploration bei Q2 Metals, ist zuversichtlich, dass die bisherige erste Mineralressourcenschätzung noch lange nicht das Ende der Fahnenstange für Cisco markiert. "Die finalen Ergebnisse belegen erneut das außergewöhnliche Ausmaß und die Beständigkeit der Cisco-Lagerstätte. Die hochgradigen Erzabschnitte und die Ausdehnung signifikanter Mineralisierungen über die Grenzen unserer abgeleiteten Mineralressourcenschätzung hinaus bestärken uns in unserer Überzeugung, dass Cisco ein wachsendes System mit erheblichem Potenzial darstellt." Mittlerweile ist das Sommerbohrprogramm angelaufen.

Mit den Explorationserfolgen stieg auch der Aktienkurs des Unternehmens beständig an. Auf Jahressicht liegt der an verschiedenen Börsen gelistete Titel mehr als 200 % im Plus. Im Juli allerdings schaltete die Aktie zunächst in den Korrekturmodus und folgte damit anderen Lithiumaktien wie etwa Albemarle US0126531013 890167 oder SQM US8336351056 895007.

Die Kursentwicklung der Aktien ist im Kontext des Lithiummarktes zu sehen. Im Oktober 2025 kostete eine Tonne Lithiumcarbonat in China noch rund 34.000 CNY. Es folgte eine Rallye, die den Kurs bis Mai 2026 auf knapp 200.000 CNY trieb und fast versechsfachte. Seitdem allerdings konsolidiert der Kurs des Rohstoffs, aktuell werden rund 146.000 CNY gezahlt.

Ein wesentlicher Grund für den Preisrückgang: Trader wetten an den Terminmärkten auf deutlich mehr Lithiumangebot. Anlass dafür bieten vor allem beschleunigte Wiederinbetriebnahmen von Minen in China und Australien.

Steigende Lithiumpreise führen zu höherem Angebot

Im Juni erhielt der chinesische Batteriehersteller CATL CNE100006WS8 A418NB die Genehmigung für die Produktion seiner Vorzeigemine Jianxiawo in Yichun, die für 3 % des globalen Angebots besteht. Mit dieser Genehmigung ist die letzte regulatorische Hürde für die Wiederaufnahme der Produktion nach einer fast einjährigen Unterbrechung genommen.

Mehrere Produzenten in Down Under reagieren auf die steigenden Lithiumpreise mit einer Ausweitung ihrer Kapazitäten. Im Mai nahm Mineral Resources (MinRes – ISIN: AU000000MIN4, WKN: A0J36A) die Produktion in ihrer Mine Bald Hill nach der Stilllegung im November 2024 wieder auf. Bald Hill kann jährlich rund 165.000 Tonnen Spodumenkonzentrat produzieren.

MinRes hatte bereits die deutlich größere, gemeinsam mit Albemarle betriebene Mine Wodgina wieder in Betrieb genommen. Wodgina verfügt über eine Nennkapazität von 750.000 bis 828.000 Tonnen Spodumenkonzentrat pro Jahr. Außerdem investiert das Unternehmen zusammen mit Ganfeng Lithium CNE1000031W9 A2N6UN 490 Mio. AUD in den Ausbau von Mt. Marion, wodurch die Verarbeitungskapazität von 500.000 auf 600.000 Tonnen Spodumen jährlich steigen soll.

Es gibt weitere Beispiele: Core Lithium AU000000CXO2 A0YJ93 etwa nahm kürzlich seine Aktivitäten in der Mine Finniss nach zwei Jahren preisbedingter Pause wieder auf, nachdem im März Investoren Kapital für Bau und Produktionshochlauf zur Verfügung gestellt hatten. Der Tagebau soll  bis Mitte 2028 eine stabile Nennkapazität von 214.000 Tonnen Spodumenkonzentrat pro Jahr erreichen.

Die Reaktion der Produzenten auf die gestiegenen Preise macht sich im aggregierten Lithiumangebot deutlich bemerkbar. Die weltweite Lithiumproduktion wird voraussichtlich im Jahresvergleich um 26 % auf 2,16 Millionen Tonnen im Jahr 2026 und um 27 % im Jahr 2027 auf 2,74 Millionen Tonnen steigen. 2028 werden 3,34 Millionen Tonnen und 2029 4,02 Millionen Tonnen erwartet.

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Kein erneuter Lithium-Preisverfall erwartet

Doch ein Deja-Vu mit erneutem Preisverfall sehen die wenigsten Analysten auf das Batteriemetall zukommen. Der Grund: Die Nachfrage wächst mindestens so dynamisch wie das Angebot. Prognosen zufolge werden in diesem Jahr weltweit 23 bis 24 Millionen Elektroautos verkauft, was über 70 % des gesamten Batterieeinsatzes entspricht. Elektroautos machen mittlerweile fast 30 % aller Neuzulassungen weltweit aus – ein massiver Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Ein weiterer Treiber der Lithiumnachfrage sind Batteriespeicher. Speziell Technologieunternehmen nutzen diese für Rechenzentren, um nicht auf deren Anschluss ans Stromnetz warten zu müssen. Auch der Einsatz von Batteriespeichern im Versorgungsmaßstab hat weiter stark zugenommen. Netzbetreiber versuchen auf diesem Wege, die Netze angesichts der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung zu stabilisieren. Im vergangenen Jahr stieg die weltweite Kapazität von Batteriespeichersystemen (BESS) im Vergleich zum Vorjahr um 40 % auf einen Rekordwert von 108–112 Gigawatt (GW), wobei 80 % des Zuwachses auf Batteriespeicher im Versorgungsmaßstab entfielen.

Brancheninsider sind optimistisch. Simon Hay, ehemaliger Chef von Leo Lithium  und von Galaxy Resources und seit Kurzem mit einem neuen Explorationsprojekt in der James Bay Region vertreten, erinnert daran, dass die Nachfrage in den letzten drei Jahren um 25 % bis 50 % pro Jahr gestiegen sei. "Der Markt ist definitiv viel reifer geworden, die Nachfrage scheint aber immer noch sehr stark zu sein, und ich sehe nicht mehr so ​​viele neue Projekte, die in Betrieb gehen."

Hay sieht wesentliche Unterschiede zum Jahr 2023, als der Preisrückgang bei Lithium einsetzte: "Damals erlebten wir den Aufstieg Simbabwes. Dadurch wurde die neue Nachfrage gedeckt. Wenn man nun in den nächsten zwei bis drei Jahren rechnet und die Nachfrage weiter wächst, was wird dann die Lücke füllen?"

EVs, Batteriespeicher – und jetzt E-LKW aus China als Nachfragetreiber?

Bald könnte ein weiterer Nachfragetreiber hinzukommen. Der nächste Schub kommt potenziell aus dem Verkehrssektor, da der Iran-Konflikt die Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen und die Prioritäten im Bereich der Energiesicherheit in den Vordergrund rückt und die chinesische Regierung kürzlich angekündigt hat, Kapital in die Elektro-Lkw-Branche zu investieren, um das Wachstum zu beschleunigen.

Q2 Metals jedenfalls ist zuversichtlich, mit der künftigen Produktion bei Cisco perspektivisch einen nachfragegetriebenen Lithiummarkt bedienen zu können. Das kürzlich gestartete Sommerbohrprogramm umfasst 20.000 Bohrmeter. Parallel laufen die Arbeiten an einer PEA auf Basis der MRE von April. Außerdem laufen metallurgische Testarbeiten, deren Ergebnisse in den kommenden Monaten erwartet werden.

"Unser Hauptaugenmerk liegt auf den Ergänzungsbohrungen, die dazu dienen, die Mineralressource von der Kategorie "Vermutet" auf "Angezeigt" hochzustufen", erläutert McCallum. Die aktuelle Konsolidierungsphase der Aktie kann daher eine exzellente Einstiegsgelegenheit darstellen: Drehen die Lithiumpreise wieder nach oben und setzen sich die Explorationserfolge bei Cisco fort, sind Kurse in Richtung der früheren Hochs und darüber hinaus wahrscheinlich.