Mehrere neue Minen im Betrieb: US-Goldrausch erreicht Kalifornien
Der kalifornische Goldexplorer Lode Gold CA54019J1049 A415CV erhöht das Tempo: Im September wurde das laufende Bohrprogramm in der Goldmine Fremont im Mariposa County erweitert. Jeweils zwei metallurgische und hydrogeologische Bohrplattformen sollen Grundlagenarbeit leisten und gleichzeitig unerforschte Zonen auf dem gesamten Gelände erkunden. Das Unternehmen will laut CEO Wendy Chan so "den Wert und die technische Aussagekraft" der Bohrungen maximieren.
Metallurgie, Hydrogeologie und Exploration: Lode Gold fährt bei Fremont dreigleisig
Die metallurgischen Bohrungen sollen möglichst unverfälschtes Gesteinsmaterial gewinnen, um vorherzusagen, wie gut und wirtschaftlich sich das Erz später in der Verarbeitungsanlage aufbereiten lässt. Dies ist für künftige Machbarkeitsstudien von Bedeutung. Relevant sind dabei z.B. Härte, Mineralzusammensetzung und Störstoffe.
Die hydrogeologischen Bohrungen dienen zu Untersuchungen zum Grundwasser und Fließverhalten im Gestein, die für die spätere Grubensicherheit, Entwässerung und Umweltauflagen einer Mine unverzichtbar sind. Dazu werden Grundwasserleiter angebohrt, vermessen und Messgeräte installiert. Gleichzeitig dienen sie der weiteren Erkundung des Projekts. Sie wurden so positioniert, dass sie Untergrundziele in Gebieten testen können, für die derzeit keine historischen Bohrdaten vorliegen. Dies bietet Potenzial für eine Erweiterung der Ressourcen.
Fremont ist ein klassisches Brownfield-Projekt: 43.000 gebohrte Meter, 10.000 unterirdische Kanalproben, 14 Stollen und 2 Schächte verzeichnet die historische Mine, deren Betrieb 1942 aufgrund des damaligen Goldabbauverbots eingestellt wurde. Bei Goldpreisen von 35 USD pro Feinunze bot Fremont einen Goldgehalt von 10,7 Gramm pro Tonne. 2026 wurde eine aktualisierte Mineralressourcenschätzung (MRE) veröffentlicht. Diese sieht 1,11 Mio. Feinunzen Gold in 18,7 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 1,85 Gramm pro Tonne in der angezeigten Kategorie. In der abgeleiteten Kategorie kommen noch einmal 33,1 Mio. Tonnen mit 1,86 Gramm pro Tonne für 1,98 Mio. Feinunzen hinzu.
Mehrere US-Goldminen gingen seit 2020 an den Start
Die USA spielten bei der Inbetriebnahme neuer Minen über alle Rohstoffe hinweg in den vergangenen Jahren eine wesentliche Rolle. Laut einem Bericht von S&P Global wurden im Zeitraum von 2020 bis 2025 weltweit 329 neue Minen in 62 Ländern und 27 Rohstoffgebieten eröffnet. Immerhin 19 dieser Minen entfielen auf die USA – der dritte Platz nach Australien und China.
Unter den in Betrieb genommenen Minen waren mehrere Goldminen. Manh Choh in Alaska etwa: Das Joint Venture von Kinross Gold CA4969024047 A0DM94 und Contango ORE US21077F1003 A1C9SC meldete die erste Goldgewinnung im Juli 2024. Die beiden flachen Tagebaue im Tanana Valley sollen bis zum Ende des Jahrzehnts gut 900.000 Unzen Goldäquivalent produzieren.
Nevada Gold Mines, ein Joint Venture zwischen Barrick Mining CA06849F1080 A417GQ und Newmont US6516391066 853823, eröffnete 2024 die Goldrush-Mine in Nevada. 2024 wurden 130.000 Unzen Gold produziert. Die Produktion soll bis 2028 auf 400.000 Unzen pro Jahr steigen, die Minenlebensdauer beträgt 24 Jahre.
Equinox Gold CA29446Y5020 A2PQPG betrieb von November 2020 bis August 2024 die Phase-1 des Castle Mountain-Haufenlaugungsprojekts im San Bernardino County in Kalifornien. Mittlerweile wurde der Betrieb für die Dauer des Genehmigungsverfahrens für Phase 2 eingestellt. Diese soll die Produktion über 14 Jahre auf durchschnittlich 218.000 Unzen pro Jahr steigern. Phase 2 allein betrachtet wird voraussichtlich 3,2 Millionen Unzen Gold produzieren, wobei die Gesamtkosten (AISC) im unteren Drittel der globalen Goldabbaukosten liegen sollen.
Lode Gold sieht Potenzial über MRE hinaus
Die MRE für Lode Golds Fremont-Projekt dürfte das Potenzial des Areals unterzeichnen. Sie basiert lediglich auf drei von sieben Lagerstätten. Explorationspotenzial besteht sowohl entlang des Streichens als auch in der Tiefe – insgesamt gibt es neben sieben Lagerstätten neun weitere, durch KI definierte Zielgebiete.
Lode Gold konnte das Projekt Ende September von Verbindlichkeiten befreien und mit Patrick Garretson einen erfahrenen leitenden technischen Berater gewinnen. Garretson leitete unter anderem die technischen Dienstleistungen und die Machbarkeitsstudie für das Hermosa-Projekt von South32 in Arizona. Die Aktie des Unternehmens ist seit Ende September zusätzlich zur TSX Venture Exchange und dem OTCQB in den USA auch an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Für das vierte Quartal sind Bohrergebnisse angekündigt. Gute Resultate können dem Aktienkurs schnell weiter Auftrieb geben: Das Papier notiert im unteren Bereich eines seit zwei Jahren bestehenden Aufwärtstrends.