Erstellt im Auftrag von Alpha Exploration

Fest in chinesischer Hand: Steigt jetzt der Westen in Eritreas Bergbauboom ein?

Fest in chinesischer Hand: Steigt jetzt der Westen in Eritreas Bergbauboom ein? bigstockphoto

Der Metallexplorer Alpha Exploration VGG3198S1074 A3DLBX startete im Juli Bohrungen auf dem Goldprojekt Aburna in Eritrea. Vorgesehen sind 6.500 Meter. Die Bohrkampagne verfolgt zwei Hauptziele: Die Ausdehnung der Goldmineralisierung, die in den Prospektionsgebieten Hill 52, Central und Northeast durchbohrt wurde, sowie erste Bohruntersuchungen von sieben neu identifizierten und priorisierten Goldzielen innerhalb des Aburna-Korridors.

Alpha Exploration plant 6.500 Bohrmeter bei Aburna

60 % der Bohrmeter sind für die Erweiterung der bestehenden Prospektionsgebiete vorgesehen, sowohl entlang des Trends als auch bis in moderate Tiefen. "Die bislang überwiegend flach durchgeführten Bohrungen haben 90 % der Goldmineralisierung in Tiefen von weniger als 120 Metern unter der Oberfläche erbracht, und diese Zonen sind entlang des Trends weitgehend offen. Daher besteht weiterhin wertvolles Potenzial zur Erweiterung der Ausdehnung dieser Prospektionsgebiete", erläutert Alpha Exploration CEO John Wilton.

Der Aburna-Korridor mit einer Ausdehnung von etwa 7×2 Kilometern ist den Geologen durch zahlreiche Gold-in-Boden-Anomalien, Ergebnisse aus flachen Rotary Air Blast-Proben, handwerkliche Abbaustätten und weitere auf Goldvorkommen hindeutende geologische Merkmale aufgefallen. Aburna befindet sich innerhalb des 514 km² großen Kerkasha-Projekts in Eritrea. Zu diesem gehört auch das großflächige Kupfer-Gold-Porphyr-Projekt Anagulu etwa 7 Kilometer südlich von Aburna.

Die Entwicklung eines XXL-Projekts durch ein westliches Unternehmen – Alpha Exploration ist in Kanada und Deutschland börsennotiert, unter den Anteilseignern sind u.a. Crescat Capital und Rick Rule – markiert ein kleine Zäsur in der geopolitischen Ausrichtung von Eritreas Bergbau.

Eritreas Bergbau ist fest in chinesischer Hand

Der Bergbau des ostafrikanischen Landes durchlebt einen in westlichen Medien weitgehend übersehenen Aufschwung. Dieser Aufschwung konzentriert sich allerdings auf einige wenige Projekte im industriellen Maßstab – die allesamt in chinesischer Hand sind.

Das westlich der Hauptstadt Asmara gelegene Bisha-Projekt ist ein Tagebaubetrieb zur Gewinnung von Zink, Kupfer und Silber. Mehrheitseigentümer ist der chinesische Bergbaukonzern Zijin Mining, der die jährliche Förderung auf 2,9 Mio. Tonnen Erz taxiert. Die Ressourcen der Lagerstätte werden durch das Unternehmen auf 2,75 Mio. Tonnen Zink und 763.000 Tonnen Kupfer geschätzt.

Nahe der Hauptstadt befindet sich das Asmara-Projekt – ein weit fortgeschrittenes polymetallisches Kupfer-Zink-Gold-Silber-Projekt, das mehrere Lagerstätten in der Nähe von Asmara zusammenfasst und einen stufenweisen Erschließungsplan umfasst. Vermutet werden sechs vulkanogene Massivsulfid-Lagerstätten mit Kupfer, Zink, Gold und Silber. Asmara befindet sich mehrheitlich im Besitz der chinesischen Sichuan Road and Bridge Mining Investment and Development (SRBM).

SRBM ist auch der nicht-staatliche Teilhaber am 50:50 Joint Venture für das Kalipot-Projekt Colluli in der Danakil-Senke. Es gilt als eines der weltweit größten Kaliprojekte der Welt und könnte einigen Quellen zufolge über einen Zeitraum von 200 Jahren produzieren.

Die chinesische Dominanz in Eritreas Bergbausektor ist kein Zufall. Westliche Unternehmen schrecken oft vor den spezifischen Anforderungen des Standorts zurück. Zu diesen gehören neben hohen staatlichen Beteiligungen an Minenprojekten auch Vorwürfe im Hinblick auf Menschenrechtsverletzungen. Auch ist die eritreische Währung Nakfa eine nicht konvertierbare Währung, wodurch Gewinne nur über Umwege über die internationalen Bankensysteme transferiert werden können.

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Washington erwägt Aufhebung von Sanktionen gegen Eritrea

Doch nun bahnt sich in den Beziehungen zwischen Washington und der Regierung von Präsident Isaias Afwerki möglicherweise ein Wendepunkt an. Das Weiße Haus erwägt, die im November 2021 unter der Regierung von Joe Biden verhängten, weitreichenden Sanktionen gegen die regierende Partei Eritreas (PFDJ), das Militär sowie hochrangige Regierungsvertreter aufzuheben. Dies geht aus einem internen Dokument des US-Außenministeriums hervor, über das Reuters im Mai berichtet hatte.

Es gibt aus Sicht der US-Regierung mehrere Gründe für ein solches Vorgehen. Erstens: Durch die zunehmenden Konflikte im Nahen Osten und Angriffe im Bereich des Golfs von Aden (unter anderem durch die Huthi-Rebellen) gewinnt die Küstenlinie Eritreas als strategische Überwachungs- und Handelsroute massiv an Bedeutung. Zweitens: Washington kann damit dem Nachbarland Äthiopien die Botschaft senden, keinen Krieg mit seinem langjährigen Rivalen am Horn von Afrika zu führen. Drittens: Der Rohstoffreichtum des Landes auf dem Arabisch-Nubischen Schild, das als weitreichend unterexploriert gilt.

Louis Mazel, der zwischen 2014 und 2016 als US-Missionschef in Asmara tätig war, sagte vor einigen Wochen in einem Interview: "Die Trump-Administration konzentriert sich viel weniger auf Menschenrechtsfragen und viel stärker auf Handel und Investitionen, insbesondere im Bereich kritischer Mineralien." In Asmara gibt es Mazel zufolge viele Fürsprecher für westliche Investitionen – nicht nur, weil eine Aufhebung der Sanktionen auch das Vermögen von Regierungsmitgliedern betreffen könnte. "Die eritreische Regierung will nicht unbedingt, dass die Chinesen die einzigen Investoren in ihrem Mineraliensektor sind – sie würde US-Investitionen begrüßen, damit die Chinesen kein Monopol in diesem Sektor haben."

Große Reserven an Kupfer, Nickel, Zink und Edelmetallen

Obwohl Eritreas Vorkommen an kritischen Mineralien noch nicht vollständig erforscht sind, verfügt das Land über nachgewiesene Reserven an Kupfer, Zink und Nickel sowie an Edelmetallen wie Gold und Silber. Mit seiner rund 1200 Kilometer langen Küste am Roten Meer birgt Eritrea zudem ein erhebliches, bisher unerschlossenes Potenzial an Offshore-Öl und -Gas.

Die Aufhebung der Sanktionen durch Washington und ein Mineralienabkommen zwischen den USA und Eritrea – solche Abkommen hat die Trump-Regierung bereits mehrfach geschlossen – würde den Weg für westliche Investoren ebnen.

Alpha Exploration ist bereits unter den aktuellen Umständen zuversichtlich, mit Aburna ein hochgradiges Projekt zu bearbeiten, das sich durch Exploration noch deutlich vergrößern lässt. 40 % der Bohrmeter sind für die Erprobung neu identifizierter Ziele innerhalb des 7 Kilometer langen Aburna-Korridors vorgesehen. CEO Wilton betont, dass bislang "erst etwa 20 % der Fläche des Aburna-Korridors umfassend bebohrt" wurden.

Alpha Exploration bearbeitet auf der Kerkasha-Lizenz Goldprojekte mit XXL-Potenzial. Die Aktie des Unternehmens befindet sich seit Herbst 2025 dennoch in einer Konsolidierungsphase. Starke Bohrergebnisse könnten in den kommenden Monaten daher ebenso zum Katalysator einer Aufwertung werden wie politische Annäherungen zwischen Washington und Asmara.