Pünktlich zum neuen Jahr gibt es weitere Nachrichten von Australian Vanadium (ASX: AVL, ISIN: AU000000AVL6; WKN: A2ABRH). Diesmal allerdings nicht vom gleichnamigen Hauptprojekt nahe der Bergbaustadt Meekatharra, sondern aus der Nähe von Perth. 35 Kilometer entfernt vom Firmensitz, unweit der Stadt Wundowie, unterhält Australian Vanadium das sogenannte Coates-Projekt. Nach Erteilung von Bohrlizenzen und Abschluss eines Joint Ventures beginnt dort nun die Exploration von Vanadium.

In den vergangenen Wochen ging es Schlag auf Schlag mit den Neuigkeiten von Australian Vanadium: Erst kurz vor Weihnachten war die zweite Phase des Explorationsbohrprogramms auf dem Australian Vanadium Projekt erfolgreich beendet worden. Doch das ist nicht das einzige Eisen, das die Vanadium-Spezialisten im Feuer haben.

Eine alte Lagerstätte wird neu exploriert

Die Lagerstätte Coates wurde bereits in den sechziger Jahren entdeckt und in den Siebzigern exploriert. Die damalige Ressourcenschätzung belief sich auf minimale angegebene Reserven von 39 metrischen Tonnen bis zum Cut-Off-Gehalt. Trotz fortgeschrittener Planungen wurde dort jedoch kaum gegraben. 2017 schließlich gelang es Australian Vanadium, eine Explorationslizenz für das ruhende Projekt zu erwerben. Jetzt wurde auch der Antrag auf Erkundungsbohrungen auf der Liegenschaft vom australischen Ministerium für Bergbau, Industrie, Regulierung und Sicherheit genehmigt.

Abb1: Lage des Coates Vanadium Projektes, Quelle Australian Vanadium

Nun darf gebohrt werden

Die Lizenz zum Bohren ist der Startschuss für ein Arbeitsprogramm, in dessen Rahmen zunächst 15 Diamantkernlöcher erstellt werden, die Anhaltspunkte für die geologische und weitere metallurgische Untersuchungen ans Licht bringen sollen. Die Analyse der Proben wird in Montreal durchgeführt.

Die Diamantbohrungen mit PQ- oder HQ-Kernen werden ausreichend Samples für metallurgische Tests zu Tage fördern. Mit einem größeren Bohrer werden per Vertikalbohrung durch das Laterit-Deckgestein und den verwitterten Gabbro (das ist magmatisches, basaltartiges Gestein) weitere Proben genommen. Die einzelnen Bohrlöcher dürfen nicht tiefer als 50 Meter reichen und decken 750 Meter Strecke ab.

Abb2: Position der vorgeschlagenen Bohrkrägen auf VCL bei Coates, Quelle: Australian Vanadium Ltd.

Gehaltvolle Bodenproben

Die geplanten Bohrungen konzentrieren sich auf den Sektor „Vacant Crown Land“ der Liegenschaft. Diese Position ist nicht zufällig gewählt: Schon bodennah entnommene Erzproben aus den Jahren 2018 und 2019 lieferten Werten bis zu 1,59 Prozent Vanadiumpentoxid-Gehalt.

Pisolith, Laterit, Granit – die Suche nach Vanadium

Die Coates-Lagerstätte ist geologisch bemerkenswert: Der vanadiumhaltige Magnetit befindet sich in einem kammartigen Laterit-Aufschluss. Die Ablagerungen sind „linsenförmig“ in der Gabbro-Schicht zu finden. Die ist etwa einen Kilometer lang, 60 Kilometer breit und scheint zwischen Granitschichten eingebettet zu sein. Näheren Aufschluss werden die Probebohrungen geben.

Dass Vanadium zu finden ist, beweisen die Oberflächenproben der vergangenen beiden Jahre, bei denen im Pisolith-Deckgestein (Pisolith: Sedimentgestein mit körnigen Einschlüssen, die durch metallische Ablagerungen entstehen) Vanadiumpentoxid-Gehalte von 0,7 bis zu 1,59 Prozent entdeckt wurden. Weitere Probeentnahmen von Haldengestein enthielten bis zu 0,9 Prozent Vanadiumpentoxid.

Die neuesten Untersuchungen, die von Australian Vanadium durchgeführt wurden, bestätigten die Werte aus den vorherigen Proben und historischen Daten: Coates weist durchweg ausgezeichnete Vanadium-Gehalte auf, die zwar variieren, jedoch durchgängig über dem abbaubaren Cutoff-Gehalt von 0,4 Prozent Vanadiumpentoxid liegen.

Selbst Material aus einer Deponie enthält Analysen zufolge potenziell recycelbares Material aus Restbeständen mit immer noch bis zu 0,23 Prozent Vanadiumpentoxid.

Weitere Bodenschätze in Reichweite?

Coates hat nicht nur Vanadium zu bieten: Weiterhin sind Titan und Titanoxid in verschiedenen Proben zu Gehalten zwischen 5,13 bis über 20 Prozent nachgewiesen. In sämtlichen Proben wurde zudem mehr als 20 Prozent Aluminium entdeckt – ein Hinweis für Mineralisierungen von Aluminium und Bauxit. Die historischen Gruben und Deponien zeigen ebenfalls deutliche Anhaltspunkte darauf, dass bedeutende Mengen an Vanadium, Titan, Eisen und Aluminium im Boden liegen.

Joint Venture mit Direktabnehmer

Möglich wird eine Exploration der Coates-Lagerstätte durch ein Joint Venture mit einem Partner, der hohen Bedarf an Vanadium hat.

Ultra Power Systems, ein Unternehmen in privater Hand, stellt moderne Strom- und Speichersysteme her. Eine wichtige Rolle spielen dabei Vanadium-Redox-Flussbatterien. Ultra Power Systems hat eine Lizenz für die Erzeugung von Vanadium-Elektrolyten der dritten Generation des Pacific Northwest National Laboratory (PNNL). Weiterhin besteht eine exklusive australische Option, die VanadiumCorp Electrochem Processing Technology (VEPT) zu lizenzieren. Dabei werden wertvolle Nebenprodukte der Vanadium-Verarbeitung rückgewonnen – bei minimalem CO2-Ausstoß und wenig Abfall.

Deal sichert Finanzierung

Ultra Power Systems möchte in Kwinana, ebenfalls in Western Australia, eine Verarbeitungsanlage errichten. Ob sich Coates als Materialquelle eignet, sollen die Bohrungen bestätigen. Ist das der Fall, erweist sich der Joint-Venture-Vertrag für beide Seiten als lukrativ.

Ultra Power Systems hat das Recht, 49 Prozent des rechtlichen und wirtschaftlichen Anteils an Coates zu erwerben, entweder gegen 500.000 USD oder Aktien. Dem voran gehen Zahlungen von 6.000 USD Unterzeichnungsgebühr, sowie 50.000 USD für Explorationen und 150.000 USD für die Liegenschaft.

JORC-Bodenwerte aus den Proben

Ganz unabhängig vom konkreten Joint Venture werden die Explorationen zu einer aktuellen, JORC-konformen Ressourcenschätzung der Mineralisierungen der Coates-Lagerstätte beitragen. Begünstigend ist zudem die vorhandene Infrastruktur – unter anderem Bahngleise – nahe „Vacant Crown Land“. Es wäre nur geringer Aufwand notwendig, um die Produktion aufzunehmen.

Ereignisreiches 2020 in Aussicht

Ob Coates oder das Australian Vanadium Projekt: Dem Unternehmen steht ein ereignisreiches Jahr bevor. Das Flaggschiffprojekt wurde 2019 mit dem Status eines Bundesgroßprojekts ausgezeichnet. Seine Reserve wird in der Machbarkeitsstudie des Unternehmens auf eine Lebensdauer von 17 Jahren bei einer Produktionsrate von in etwa 22,5 Millionen Pfund Vanadiumpentoxid pro Jahr geschätzt.

Geschäftsführer Vincent Algar betonte in einem Statement, dass man im Jahr 2020 versuchen werde, die Projektfinanzierung und wichtige strategische Partnerschaften zu sichern, während Machbarkeitsstudien abgeschlossen und ein potenzieller Standort für eine eigene Aufbereitungsanlage bei der Stadt Geraldton ausgewählt werden.

Australian Vanadium plant außerdem, seine Tochtergesellschaft VSUN Energy weiterzuentwickeln und die Aufnahmekapazität von Vanadium-Redox-Flow-Batterien zu erhöhen. Bis Ende 2020 sollen detaillierte Ingenieurarbeiten abgeschlossen, die Finanzierung gesichert sein und die erforderlichen Genehmigungen vorliegen.