Chile kämpft um seine Pole Position im Kupfermarkt
Der Metallexplorer Red Metal Resources CA75679D2023 A40DG3 treibt das Kupfer-Gold-Kobalt-Projekt Carrizal in der chilenischen Atacama-Region voran. Anfang April wurde ein Dienstleister mit der Durchführung einer induzierten Polarisationsmessung (IP) beauftragt.
Bei dieser Methode wird elektrischer Strom in den Boden geleitet und dann abrupt abgeschaltet. Bestimmte Minerale im Untergrund – vor allem Metallsulfide, die oft Kupfer oder Gold enthalten – speichern die elektrische Ladung kurzzeitig und geben sie nach dem Abschalten verzögert wieder ab. Geologen messen dieses "elektrische Nachleuchten" (die sogenannte Aufladbarkeit). Je stärker der Boden die Spannung hält, desto deutlicher ist der Hinweis auf eine Mineralisierung.
Red Metal Resources startet IP-Messungen bei Carrizal
Carrizal beherbergt ein gangartiges Kupfer-Gold-System mit Eisenoxidvorkommen. An der Oberfläche wurden Gänge mit einer Streichlänge von über 12 km identifiziert und beprobt. Bohrungen haben 1,5 km dieser Gänge bis zu einer Tiefe von ca. 200 m untersucht. Die IP-Messungen zielen nun auf die Aufladbarkeit von Sulfiden in Tiefen bis zu 500 m ab.
Zwei IP-Messnetze werden eingesetzt, um zwei separate Gebiete mit geologischen Adern zu erfassen. Das nördliche Zielgebiet umfasst 10 Messlinien mit jeweils 2,5 km Länge. Das südwestliche Zielgebiet umfasst 6 Messlinien mit jeweils 2 km Länge. Die gesamte Messung umfasst 37 Messlinienkilometer.
Caitlin Jeffs, Präsidentin und CEO von Red Metal Resources, ordnet das Vorgehen in den größeren Explorationsplan ein: "Die bisherigen Arbeiten des Red Metal-Teams haben außergewöhnliche Kupfer- und Goldgehalte in über 12 km langen Gängen auf dem Carrizal-Projekt bestätigt. Mit der IP-Untersuchung gehen wir den nächsten Schritt in der Vorbereitung auf die zweite Bohrphase und den Nachweis des vollen Ausmaßes des Kupfer-Gold-Mineralisierungssystems."
Kupferprojekte wie Carrizal sind für Chile mittlerweile von strategischer Bedeutung. Das Land ist mit einer jährlichen Kupferproduktion von 5,6 Mio. Tonnen (geschätzt von der nationalen Kupferkommission Cochilco für das laufende Jahr) der weltweit größte Kupferproduzent. Doch die Produktion stagniert seit Jahren aufgrund sinkender Erzqualität und einer Reihe von Rückschlägen sowohl in bestehenden Minen als auch bei neuen Projekten.
Chiles Präsident Kast will Bergbauaufschwung entfesseln
Die neue Regierung um Präsident Jose Antonio Kast hat sich einen Bergbauaufschwung ins Pflichtenheft geschrieben. Kast will Wirtschaftswachstum bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2030 von derzeit 2,5 % auf 4 % beschleunigen. Das geht nur mit mehr Rohstoffen und vor allem mehr Kupfer: Die Regierung rechnet damit, bereits in den kommenden vier bis fünf Jahren die Produktionsmarke von 6 Millionen Tonnen zu erreichen. Cochilco sieht diese Marke erst 2033 in Reichweite.
Wirtschafts- und Bergbauminister Daniel Mas hatte Mitte April intensive Anstrengungen für mehr Dynamik in dem für die Andenrepublik so entscheidenden Sektor angekündigt. "Wir bemühen uns um höhere Investitionen, um den Ausbau einiger Minen zu sichern."
Die Regierung bereitet laut Mas Anreize zur Förderung der Exploration vor und orientiert sich dabei an Modellen aus Ländern wie Kanada und Australien. Ziel sei, einen Trend umzukehren, bei dem steigende Investitionen größtenteils der Aufrechterhaltung der Produktion und nicht deren Erweiterung dienten, da die Erzgehalte sinken und die Projekte komplexer werden.
Mas sprach auch von einer "neuen Version des DL600" – einem früheren, unter der Pinochet-Diktatur geltenden Dekret, das Steuersicherheit und Nichtdiskriminierung für ausländische Investoren festlegte und unter der linken Ex-Präsidentin Michelle Bachelet aufgehoben worden war. Geprüft wird auch eine Art Steuergarantie für Großprojekte – womöglich ähnlich dem RIGI-System in Argentinien.
Schnellere Genehmigungen geplant
In einem am 20. April veröffentlichten Interview mit der Zeitung La Tercera bekräftigte Mas die Ambitionen der Regierung. Ziel sei, Rechtssicherheit zu gewährleisten, Regeln zu präzisieren und Hindernisse abzubauen. Ein neues branchenspezifisches Genehmigungsverfahren solle rund 200 Prozesse vereinfachen und die Bearbeitungszeiten um 30 % verkürzen, ohne die Umweltstandards zu senken.
Am Tag des Interviews fand auch die Hauptversammlung des staatlichen Bergbaukonzerns Codelco statt, der in den Planungen der Regierung eine zentrale Rolle spielt. "Wir werden bei Codelco einen tiefgreifenden Wandel vorantreiben", hatte Mas angekündigt – und zugleich mitgeteilt, dass bereits ein Nachfolger für CEO Maximo Pachelko bereitstehe.
"Frühere Regierungen waren nicht in der Lage, Veränderungen umzusetzen. Deshalb müssen wir dieses Problem entschlossener angehen", sagte der Minister. Zu den größten Problemstellungen gehört der hohe Verschuldungsgrad des Unternehmens.
Nicht zuletzt aufgrund dieses hohen Verschuldungsgrades benötigt Codelco ausländische Joint Venture Partner, die Kapital bereitstellen. Über ein solches Modell verhandelt das Unternehmen derzeit mit dem indischen Hindustan Copper. Es geht um Investitionen von mehr als 1 Mrd. USD. Codelco führt laut Bloomberg mehrere Gespräche und Verhandlungen über potenzielle Partnerschaften zur Entwicklung eines Portfolios von Explorationsprojekten.
Die Stimmung im chilenischen Bergbausektor hat sich zuletzt gebessert – jedenfalls wurden Projekte im Wert von über 17 Mrd. USD in die Umweltprüfung aufgenommen, darunter auch die 5,2 Mrd. USD teure Konzentratoranlage von BHP AU000000BHP4 850524 für Escondida.
BHP und Lundin Mining investieren in Chiles Kupfersektor
Lundin Mining CA5503721063 A0B7XJ, mit einem Anteil von 6,4 % immerhin die größte Einzelposition im Global X Copper Miners ETF US37954Y8306 A143H5, sicherte sich für 215 Mio. USD zusätzliche Anteile an der Caserones-Mine sowie strategischen Zugang zum benachbarten Los Helados-Projekt — einem der größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Region.
Mas erklärte, US-Unternehmen hätten großes Interesse an Investitionen in Chile gezeigt, unter anderem in Bergbaubetriebe, Hüttenwerke und die dazugehörige Infrastruktur. Er verwies dabei auch auf die laufenden Gespräche mit Washington über kritische Mineralien. Interesse gebe es auch aus weiteren Ländern. "Ich habe den Eindruck, dass Südamerika – und insbesondere Chile – im Trend liegt", gab sich der Minister positiv.
Red Metal Resources indes plant bei Carrizal bereits die nächsten Schritte. Dazu gehört eine 3D-IP-Inversion, eine Art CT-Scan des Bodens, die auf der IP-Messung basiert. Die Inversion erstellt aus zweidimensionalen Daten an der Oberfläche ein 3D-Modell, das aufzeigt, wo im Boden metallische Cluster verortet sind.
Auch LiDAR-gestützte Strukturinterpretation steht auf dem Plan: Ein Laser-Scanner, der von einem Flugzeug oder einer Drohne die Erdoberfläche abtastet. Anschließend werden 3D-Modell und LiDAR miteinander abgeglichen. Räumlich übereinstimmende Indizien können dann als priorisierte Bohrziele bestimmt werden.
Caitlin Jeffs, Präsidentin und CEO von Red Metal Resources, sieht das Potenzial, "ein bedeutendes IOCG-System zu erschließen" – ein Plan, der im Erfolgsfall auch den Aktienkurs des Explorers einer Neubewertung unterziehen könnte. Trotz deutlicher Zuwächse spiegelt die Marktkapitalisierung mit knapp 3 Mio. EUR bislang noch ein sehr frühes Explorationsstadium wider.