Es ist nicht das Erste, was in den Sinn kommt, wenn man über Bergbau spricht. Fakt ist jedoch: Ohne Wasser läuft auch bei der Förderung und Verarbeitung von Bodenschätzen nichts. In Gebieten, in denen Wasser rar ist, müssen sich Unternehmen etwas einfallen lassen, um ihren Bedarf zu decken. Australian Vanadium Ltd (ASX: AVL, ISIN: AU000000AVL6; WKN: A2ABRH) aus Perth hat nun einen ebenso naheliegenden wie umweltfreundlichen Weg gefunden, die Versorgung sicherzustellen. Damit entschärft sich ein weiteres Risiko für das Australian-Vanadium-Projekt.

Der eine schürft nach Gold, der andere entwickelt Industriemetall – und nun teilen sie sich einen noch größeren Schatz: Das Wasser. Wie Australian Vanadium am Mittwoch mitteilte, hat das Unternehmen eine Vereinbarung mit Westgold Resources über den Zugriff auf überschüssiges Wasser getroffen.

Für beide Seiten vorteilhafte Wasserlösung für das „Australische Vanadium-Projekt“; Quelle: Australian Vanadium Ltd.

Grubenwasser von hohem Wert

Westgold, ein ebenfalls in Perth ansässiges Goldunternehmen, betreibt vier Produktionsstätten in Western Australia, wobei das seit 2015 aktive Central Murchison Gold Project (CMGP) sich in den Murchison Goldfields nahe der Städte Meekatharra und Cue befindet. Es besteht aus mehreren aktiven und geschlossenen offenen Gruben und Untertageminen und ist nur etwa 25 Kilometer vom Australian Vanadium-Projekt entfernt.

Und in diesen Minen befindet sich etwas, das Australian Vanadium dringend für seine Produktion benötigt: Es kommt zum Einfluss erheblicher Wassermengen, mehr, als Westgold selbst für seine Goldproduktion braucht. Dieses überschüssige Wasser könnte von Australian Vanadium zur Bearbeitung des Vanadium-Erzes verwendet werden. Es muss lediglich an den richtigen Ort befördert werden – mit einer Pipeline.

Nachhaltige Ressourcennutzung

Wasser ist ein wertvolles Gut, denn in Western Australia gibt es nur begrenzte qualitativ geeignete Ressourcen. Innovative Kooperationen zwischen Unternehmen wie Australian Vanadium und  Westgold unterstützen sowohl die EPA (Environment Protection Authority)  als auch das DWER (Department of Water and Environmental Regulation) bei ihrem Wassermanagement. Der Deal dient der Umweltverträglichkeit und ermöglicht gleichzeitig den Fortschritt der Projekte.

Vorteile auf beiden Seiten

Australian Vanadium hat also ein Agreement mit dem Westgold geschlossen. Beide Unternehmen stoßen damit eine Zusammenarbeit und Unterstützung beim Zugang zu Wasser an. Es handelt sich um eine Einverständniserklärung, die innerhalb von drei Jahren formalisiert werden soll.

Die Vereinbarung fußt auf verantwortungsbewusstem, innovativem und nachhaltigem Ressourcenmanagement. Abgesehen vom Wasserzugang bildet die Absprache auch eine Basis für eine Kooperation zu und Nutzung neuer und bestehender Straßen, um Erz, Produkte und Arbeitsmaterial innerhalb beider Liegenschaften zu transportieren. Ein enormer Vorteil für die Logistik der Minenbetreiber und die Gemeinde Meekatharra.

Die Vertragsdetails

Die Abnahme von Wasser aus den Westgold-Gruben mindert Auswirkungen des Bergbaus auf Umwelt und Grundwasser und reduziert das Risiko bei Wasservolumen und Qualitätsanforderungen. Mit der neuen Pipeline und Zufahrtsstraße sind zudem direkte Vorteile für die Gemeinde verbunden.

Die Kernpunkte des Vertrags beinhalten, dass Westgold keine Einwände gegen die von Australian Vanadium vorgeschlagenen Lizenzen erheben wird, die benötigt werden, um die Infrastruktur zum Pumpen und Umleiten von einer Tagebaugrube zum gewünschten Ziel zu schaffen. Die Kosten hierfür trägt Australian Vanadium allein, beide Unternehmen können gegenseitig ihre jeweiligen Zufahrtsstraßen nutzen. Die Zusammenarbeit soll zeitnah starten und kann bei Bedarf mit einer formellen Zugangsvereinbarung gefestigt werden.

Wichtige Strategie

Der Aufbau von Kooperationen sowohl innerhalb der Branche als auch mit der Gemeinde ist ein elementares Anliegen von Australian Vanadium. Verbindungen mit Westgold bestehen bereits über die Meekatharra Industry Group und das gemeinsame Sponsoring der Stephen Michael Foundation (eine gemeinnützige Organisation, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzt). Dafür waren die Unternehmen im vergangenen Jahr mit dem AMEC (Association of Mining and Exploration Companies) Community Award ausgezeichnet worden.

Risikominderung erhöht Attraktivität für Investoren

Australian Vanadium-Direktor Vincent Algar kommentierte die Vereinbarung. Australian Vanadium sei weiterhin bestrebt, das in Entwicklung befindliche Vanadiumprojekt noch risikoärmer zu machen. Dabei sei der Zugang zu hochwertigen Wasserressourcen ein elementarer Aspekt. Dieses Wasser würde in der Zerkleinerungs- und Aufbereitungsanlage zum Einsatz kommen. Die Möglichkeit, das überschüssige Westgold-Wasser zu nutzen, sei ein weiter Schritt dafür, das Unternehmen voranzutreiben.

Über Australian Vanadium

Australian Vanadium ist ein australisches Rohstoffunternehmen, das sich auf die Herstellung hochwertiger Vanadium-Produkte in Australien fokussiert.  Dabei werden alle Aspekte der Wertschöpfungskette von den Ressourcen bis hin zu Stahl und Energiespeicherung abgedeckt. Ziel ist der Verkauf geeigneter Produkte an Kunden aus den Bereichen Stahl, Batterieherstellung und Spezialchemie. Zu diesem Zweck treibt Australian Vanadium sein gleichnamiges hochklassiges Vanadium-Projekt in Western Australia voran, das 208,2 Millionen Tonnen bei 0,74 Prozent Vanadiumpentoxid und einer hochgradigen Zone von 87,9 Millionen Tonnen bei 1,06 Prozent Vanadiumpentoxid umfasst.