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Hohe Kupferpreise, neue Förderchancen mit Gunnison Copper, Arctic Minerals und Algo Grande

Hohe Kupferpreise, neue Förderchancen mit Gunnison Copper, Arctic Minerals und Algo Grande Gunnison Copper

Hohe Kupferpreise schaffen Anreize, die Förderung auszuweiten. Doch selbst große Bergbaukonzerne können ihre Produktion nicht beliebig schnell erhöhen. BHP AU000000BHP4 850524, einer der weltweit größten Bergbaukonzerne, erzielte im dritten Quartal 2026 einen durchschnittlichen Kupferpreis von 7,01 USD je Pfund. Das waren 53 % mehr als im Vorjahresquartal. Gleichzeitig sank die Kupferproduktion um 19 % auf 401.000 Tonnen.

Für diesen Rückgang gibt es mehrere Ursachen. Niedrigere Erzgehalte, Wartungsarbeiten und betriebliche Unterbrechungen begrenzten die Förderung. In der chilenischen Escondida-Mine verringerte sich der Kupfergehalt des verarbeiteten Erzes von 0,94 auf 0,81 %. Aus derselben Gesteinsmenge lässt sich dadurch weniger Metall gewinnen. Dennoch hält BHP für das Geschäftsjahr 2027 an seiner Produktionsprognose von 1,65 bis 1,8 Mio. Tonnen fest.

Der Kupfermarkt bleibt langfristig angespannt

BHP rechnet damit, dass die weltweite Kupfernachfrage in den kommenden Jahren das bereits fest eingeplante Angebot übersteigen wird. Insbesondere der Ausbau von Rechenzentren und der dafür notwendigen Energieinfrastruktur stärkt nach Einschätzung des Konzerns die langfristigen Absatzperspektiven.

Eine ähnliche Entwicklung beschreibt die Internationale Energieagentur (IEA). In ihrem Global Critical Minerals Outlook 2026 beziffert sie die mögliche Angebotslücke bei Kupfer für 2035 im untersuchten Marktszenario auf rund 25 %. Die Prognose berücksichtigt bereits die erwartete Förderung aus bestehenden und angekündigten Projekten. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Versorgungsperspektive zwar verbessert, der prognostizierte Bedarf übersteigt das erwartete Angebot jedoch weiterhin deutlich.

Eine schnelle Ausweitung der Förderung ist schwierig. Während Investitionen in Stromnetze, Rechenzentren oder Industrieanlagen die Nachfrage vergleichsweise kurzfristig erhöhen können, benötigen neue Minen umfangreiche Vorarbeiten. Geologische Erkundung, Wirtschaftlichkeitsstudien, Genehmigungsverfahren und Finanzierung müssen aufeinander abgestimmt werden. Steigende Bau- und Energiekosten können die Wirtschaftlichkeit zusätzlich beeinträchtigen.

Kupfer und Lithium: Gegensätzliche Preise, fallende Aktien

Wie unterschiedlich sich Rohstoffmärkte entwickeln, verdeutlicht der Vergleich mit Lithium. Während BHP deutlich höhere Kupfererlöse erzielt, hat sich der Preis für Spodumenkonzentrat seit seinem Hoch von rund 3.000 USD je Tonne im Mai ungefähr halbiert. Die Aktie des australischen Lithiumproduzenten PLS AU000000PLS0 A0YGCV verlor seit Anfang September rund 47 %. Trotzdem plant das Unternehmen, seine Produktionskapazität am Standort Pilgangoora für 1,9 Mrd. AUD erheblich auszubauen.

Auch Kupferaktien blieben von der allgemeinen Marktschwäche nicht verschont. Die BHP-Aktie gab seit Anfang September um rund 12,5 % nach. Bei kleineren Projektentwicklern wie FireFly Metals AU0000313769 A3DMXU in Kanada und Orion Minerals AU000000ORN1 A0RGSP in Südafrika fielen die Verluste noch deutlicher aus. Beide arbeiten an neuen Kupferprojekten und haben konkrete Entwicklungsschritte beziehungsweise Fortschritte bei der Finanzierung angekündigt.

Ungeachtet der schwachen Aktienkurse kommen zahlreiche Kupferprojekte operativ voran. Während an einigen Standorten bereits zusätzliche Förderkapazitäten entstehen, liefern Bohrprogramme andernorts neue Erkenntnisse über bislang unerschlossene Vorkommen. Beispiele dafür finden sich in den USA, Schweden und Mexiko.

Gunnison Copper baut die US-Produktion aus

In den USA gehört die heimische Kupferversorgung inzwischen zu den strategischen Themen der Industriepolitik. Das Metall wird für Stromleitungen, Verteidigungstechnik, Rechenzentren und zahlreiche industrielle Anwendungen benötigt. Da das Land einen Teil seines Bedarfs durch Importe deckt, besteht ein wirtschaftliches und strategisches Interesse daran, die eigene Förderung auszubauen.

Diesen Ansatz verfolgt Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 im Süden des Bundesstaates Arizona. Das Unternehmen kontrolliert mehrere Kupfervorkommen im Cochise Mining District. Im September 2026 nahm seine Johnson Camp Mine den kommerziellen Betrieb auf.

Bereits im August wurden dort mehr als 1,3 Mio. Pfund Kupfer produziert. Die Anlage verfügt über eine jährliche Nennkapazität von bis zu 25 Mio. Pfund Kupferkathoden, die im weiteren Produktionshochlauf erreicht werden soll. Die Verarbeitung erfolgt direkt am Minenstandort. So entstehen hochreine Kupferkathoden, die ohne zusätzliche Verhüttung vermarktet werden können.

Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Nuton, einer Technologiegesellschaft des Bergbaukonzerns Rio Tinto. Nuton finanziert den Betrieb von Johnson Camp und stellt die technischen Verfahren zur Gewinnung von Kupfer aus schwer verarbeitbaren Erzen bereit.

Das größere Wachstumspotenzial liegt allerdings im benachbarten Gunnison-Projekt. Nach der aktuellen Ressourcenschätzung des Unternehmens enthält die Lagerstätte rund 5,19 Mrd. Pfund Kupfer in den Kategorien "gemessen" und "angezeigt". Eine Ende Februar 2026 vorgestellte Studie zur vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (PEA) errechnete einen Kapitalwert nach Steuern von rund zwei Milliarden USD bei einem Abzinsungssatz von acht Prozent. Der Wert beruht auf den Annahmen der Studie und stellt noch keinen gesicherten wirtschaftlichen Ertrag dar.

Geplant ist ein Tagebau, in dem das gewonnene Erz anschließend ausgelaugt und zu fertigen Kupferkathoden verarbeitet wird. Das Genehmigungsverfahren läuft bereits. Das Unternehmen strebt an, bis Mitte 2028 sämtliche erforderlichen Genehmigungen zu erhalten.

Neben den operativen Fortschritten steht ein weiterer Kapitalmarktschritt bevor. Ab dem 26. Oktober sollen an der US-Börse NYSE American sogenannte American Depositary Receipts (ADRs) von Gunnison gehandelt werden. Dabei handelt es sich um in US-Dollar gehandelte Hinterlegungsscheine, die jeweils 30 Stammaktien des Unternehmens repräsentieren. Mit der geplanten Börsennotierung will Gunnison seine Präsenz bei amerikanischen Investoren ausbauen.

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Arctic Minerals untersucht Kupfervorkommen in Schweden

Auch die Europäische Union zählt Kupfer im Rahmen ihres Critical Raw Materials Act zu den strategischen Rohstoffen. Die europäische Rohstoffpolitik verfolgt unter anderem das Ziel, einen größeren Teil solcher Materialien künftig innerhalb der EU zu gewinnen.

Im Südwesten Schwedens entwickelt Arctic Minerals SE0024172779 A411LJ das Kupfer-Silber-Projekt Hennes Bay. Das Unternehmen besitzt dort Explorationsrechte auf einer Fläche von rund 414 Quadratkilometern. Die Region Dalsland verfügt über bekannte Kupfervorkommen, deren weitere Ausdehnung derzeit untersucht wird.

Für Hennes Bay liegt eine erste Ressourcenschätzung nach dem internationalen JORC-Standard vor. Sie umfasst rund 55,4 Mio. Tonnen mineralisiertes Gestein mit einem durchschnittlichen Kupfergehalt von 0,8 % sowie zusätzlich enthaltenem Silber. Daraus ergeben sich rund 447.000 Tonnen enthaltenes Kupfer. Die Ressource ist nach dem JORC-Standard als abgeleitete Mineralressource ("Inferred Resource") klassifiziert.

Die Schätzung erfasst bislang ausschließlich das Teilgebiet Dingelvik. Im September schloss Arctic Minerals dort ein Bohrprogramm mit zwölf Bohrungen und insgesamt 4.187 Metern ab, um weitere Bereiche des Projekts zu untersuchen. Sämtliche Bohrungen lagen außerhalb der bestehenden Ressource. In zehn davon wurde sichtbare Kupfermineralisierung festgestellt. Beim Ziel Henneviken ermittelte das Unternehmen unter anderem einen Abschnitt von 64,4 Metern mit durchschnittlich 1,08 % Kupfer und 27 Gramm Silber je Tonne.

Die neuen Ergebnisse liefern zusätzliche Informationen über die geologische Ausdehnung der Mineralisierung. Sie sollen in die weitere Bewertung des Vorkommens und mögliche spätere Erweiterungen der Ressourcenschätzung einfließen.

Parallel dazu hat Arctic Minerals mit Umwelt-Basisuntersuchungen begonnen, die eine spätere Beantragung der bergrechtlichen Konzession für Hennes Bay vorbereiten sollen. Die Einreichung des Antrags ist für Ende 2027 vorgesehen. Für einen möglichen Minenbetrieb wäre anschließend noch eine Umweltgenehmigung erforderlich. Bis dahin stehen weitere technische Untersuchungen und behördliche Verfahren an.

Algo Grande Copper erkundet weitere Kupferzonen in Mexiko

Im mexikanischen Bundesstaat Sonora, einer der bedeutenden Kupferregionen des Landes, untersucht Algo Grande Copper CA0156071049 A41UK1 das vollständig unternehmenseigene Adelita-Projekt. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die bereits nachgewiesene Mineralisierung bei Cerro Grande sowie weitere geologische Zielgebiete innerhalb des Projektareals.

Im September meldete das Unternehmen in einer Bohrung insgesamt 68,43 Meter mit Kupfer, Silber- und Goldmineralisierung, verteilt auf zwei getrennte Zonen. Darin enthalten war ein neuer Abschnitt von 38,20 Metern mit durchschnittlich einem Prozent Kupferäquivalent. Dieser Wert fasst die verschiedenen enthaltenen Metalle zu einem rechnerischen Gesamtgehalt zusammen. Die Berechnung beruht unter anderem auf angenommenen Metallpreisen und einer unterstellten metallurgischen Ausbringung von 80 %.

Um weitere mögliche Kupferzonen zu lokalisieren, nutzt Algo Grande Copper auch geophysikalische Verfahren. Analysen von Bohrkernen haben ergeben, dass das mineralisierte Gestein bei Cerro Grande eine höhere Dichte und elektrische Aufladbarkeit besitzt als das umgebende Gestein.

Zur genaueren Erfassung der Dichteunterschiede hat das Unternehmen eine Schwerkraftmessung mit rund 1.300 Messpunkten beauftragt. Ihr Beginn war für den 22. Oktober vorgesehen. Die Ergebnisse sollen mit vorhandenen geophysikalischen Daten und Bohrinformationen zusammengeführt werden.

Besonderes Interesse gilt einem etwa sieben Kilometer langen geologischen Korridor. Mehrere dort identifizierte Strukturen weisen geophysikalische Ähnlichkeiten mit der bekannten Mineralisierung bei Cerro Grande auf. Die zusätzlichen Untersuchungen sollen helfen, aussichtsreiche Ziele für weitere Bohrungen auszuwählen.

Für die Fortsetzung der Arbeiten hat Algo Grande Copper auch den Zugang zum Gelände gesichert. Ende September schloss das Unternehmen mit einer lokalen Landgemeinschaft eine auf fünf Jahre angelegte Vereinbarung. Sie erlaubt Explorationsarbeiten auf rund 1.796 Hektar innerhalb des Adelita-Projekts bis September 2031.

Hohe Kupferpreise schaffen wirtschaftliche Anreize für die Entwicklung neuer Förderkapazitäten. Das eröffnet Unternehmen entlang der gesamten Projektentwicklung Chancen: vom Ausbau bestehender Minen über die genauere Untersuchung bekannter Ressourcen bis zur Erkundung zusätzlicher Vorkommen. Angesichts des erwarteten langfristigen Kupferbedarfs erhalten diese Arbeiten eine wirtschaftliche Perspektive, die weit über den gegenwärtigen Preiszyklus hinausreicht.