Afrikas Exportstopps sollen heimische Verarbeitung stärken
Afrika will mehr von seinem Rohstoffreichtum profitieren. Immer mehr Staaten greifen deshalb in den Export von Mineralien ein, um deren Verarbeitung im eigenen Land voranzutreiben. Anfang September wurde über ein Ausfuhrverbot Simbabwes für Wolfram- und Antimonerze sowie entsprechende Konzentrate berichtet. Bereits im Februar hatte das Land die Ausfuhr von Rohmineralien und Lithiumkonzentraten gestoppt. Auch die Demokratische Republik Kongo, Ghana und Gabun verfolgen Maßnahmen, mit denen ein größerer Teil der Wertschöpfung innerhalb ihrer Landesgrenzen verbleiben soll.
Die Entwicklung ist Teil einer grundlegenden Neuordnung des internationalen Rohstoffgeschäfts. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat sich die Zahl der Exportbeschränkungen für kritische Rohstoffe weltweit zwischen 2009 und 2024 verfünffacht. Besonders betroffen sind unter anderem Kobalt, Mangan und Lithium. Für internationale Abnehmer wird damit nicht nur die Verfügbarkeit dieser Metalle, sondern zunehmend auch die politische Kontrolle über ihre Lieferketten zu einem entscheidenden Faktor.
Exportverbote verändern die Kräfteverhältnisse
Welche Auswirkungen solche Eingriffe haben können, zeigte sich besonders deutlich am Kobaltmarkt. Die Demokratische Republik Kongo, die mehr als 70 % des weltweit geförderten Kobalts liefert, setzte im Februar 2025 die Exporte aus. Innerhalb eines Jahres vervierfachten sich daraufhin zeitweise die Preise für Kobalthydroxid in China. Inzwischen wurde der vollständige Exportstopp durch ein Quotensystem ersetzt.
Der politische Anspruch reicht jedoch über die Beeinflussung von Rohstoffpreisen hinaus. Die afrikanischen Produzentenländer wollen ihre Rolle innerhalb der globalen Wertschöpfungsketten verändern. Statt ausschließlich Erze und Konzentrate auszuführen, sollen künftig mehr Raffinerien, Verarbeitungsbetriebe und industrielle Folgeaktivitäten auf dem Kontinent entstehen. Ghana strebt deshalb an, den Export unverarbeiteter Mineralerze bis 2030 schrittweise zu beenden. Gabun verfolgt ein ähnliches Ziel für Mangan ab 2029. Simbabwe wiederum verlangt von Lithiumproduzenten Investitionen in eigene Verarbeitungskapazitäten.
Allerdings lassen sich entsprechende Industrien nicht allein durch Exportverbote schaffen. Energieversorgung, Transportwege, Finanzierung und technisches Know-how sind ebenso entscheidend. Hinzu kommt eine weitere Voraussetzung: Die Industrie benötigt langfristig verfügbare Rohstoffvorkommen, deren Größe, Qualität und wirtschaftliche Gewinnbarkeit ausreichend untersucht sind.
Marokko: Talisman Metals baut seine Kupferbasis aus
In Nordafrika entwickelt sich Marokko zu einem zunehmend interessanten Standort für die Kupferexploration. Im Atlasgebirge befinden sich mehrere bedeutende Kupfer-Silber-Vorkommen. Mit der Tizert-Mine des marokkanischen Bergbaukonzerns Managem hat dort zudem ein neues großes Kupferprojekt die kommerzielle Produktion aufgenommen.
In diesem geologischen Umfeld arbeitet Talisman Metals IE000XRZAWV1 A421QR an der Erkundung weiterer Kupfer-Silber-Lagerstätten. Das in London am AIM notierte Unternehmen konzentriert sich auf sedimentgebundene Vorkommen im marokkanischen Atlasgebirge und verfügt über das Tirzzit-Projekt, die Projektgruppe Tizert mit Fougnar sowie das Argana-Projekt.
Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf das Tirzzit-Projekt rund 225 Kilometer östlich von Agadir. Oberflächenuntersuchungen und historische Explorationsdaten weisen dort auf Kupfermineralisierungen über mehrere Kilometer hin. Seit Anfang September überprüft Talisman diese Strukturen mit einem Bohrprogramm, das ursprünglich 33 Bohrlöcher mit insgesamt 2.770 Metern vorsieht. Bereits bei den ersten Bohrungen wurde sichtbarer Malachit, ein kupferhaltiges Mineral, im Bohrmaterial festgestellt. Die Laboranalysen sollen nun genauere Aussagen über die Metallgehalte liefern.
Parallel dazu hat Talisman seine Position in dem Gebiet erheblich erweitert. Drei im September neu erteilte Explorationslizenzen umfassen zusätzliche 47 Quadratkilometer und vergrößern das zusammenhängende Lizenzgebiet von ursprünglich 16,5 auf insgesamt 63,5 Quadratkilometer. Damit erhält das Unternehmen zusätzlichen Raum, um die bereits kartierten mineralisierten Strukturen weiterzuverfolgen und neue Explorationsziele zu untersuchen.
Eine im August abgeschlossene Kapitalmaßnahme über brutto 501.800 GBP unterstützt die laufenden Feldarbeiten. Für Talisman steht nun die Frage im Mittelpunkt, in welchem Umfang sich die bislang identifizierten Kupfer-Silber-Mineralisierungen durch Bohrungen bestätigen und zu einer Ressourcenschätzung entwickeln lassen.
Eritrea: Alpha Exploration untersucht ein großes Kupfer-Gold-System
Auch in Eritrea werden neue Gold- und Basismetallvorkommen systematisch erkundet. Das Land liegt innerhalb des Arabisch-Nubischen Schildes, einer geologischen Großregion, in der bereits zahlreiche bedeutende Lagerstätten entdeckt wurden. Große Teile dieser Region gelten weiterhin als vergleichsweise wenig exploriert.
Alpha Exploration VGG3198S1074 A3DLBX konzentriert seine Aktivitäten auf das rund 514 Quadratkilometer große Kerkasha-Projekt im Westen Eritreas. Innerhalb dieses Lizenzgebiets hat das Unternehmen mehrere Gold- und Basismetallentdeckungen gemacht. Dazu zählen insbesondere das Kupfer-Gold-Porphyrsystem Anagulu und das Goldprojekt Aburna.
Anagulu ist für die längerfristige Erschließung zusätzlicher Kupfervorkommen besonders interessant. Bei früheren Bohrungen wurden unter anderem 108 Meter mit durchschnittlich 0,60 % Kupfer und 1,24 Gramm Gold je Tonne durchteuft. Die Untersuchungen im ersten Halbjahr 2026 lieferten weitere Hinweise auf die Ausdehnung des mineralisierten Systems. Eine Bohrung ergab 67 Meter mit 0,38 % Kupfer und 0,10 Gramm Gold je Tonne, darunter einen zwölf Meter langen Abschnitt mit 1,20 % Kupfer.
Zusätzlich bestätigte Alpha Exploration mit dem Gebiet Camel eine zweite, parallel verlaufende Kupfer-Gold-Zielzone. Sie erstreckt sich nach bisherigen Untersuchungen über rund 1,25 Kilometer, wovon rund 1,1 Kilometer in südwestlicher Richtung noch nicht durch tiefere Bohrungen untersucht wurden. Gemeinsam mit der ursprünglichen Entdeckungszone eröffnet sie weitere Möglichkeiten, das geologische Modell von Anagulu auszubauen. Zusätzliche Bohrungen müssen nun klären, wie kontinuierlich sich die Mineralisierung in die bislang wenig untersuchten Bereiche fortsetzt.
Daneben treibt Alpha Exploration das Goldprojekt Aburna voran. Dort erstrecken sich mehrere mineralisierte Zonen über einen rund sieben Kilometer langen Korridor. Anfang Oktober veröffentlichte das Unternehmen weitere positive Bohrergebnisse aus dem Gebiet Northeast, darunter 19 Meter mit durchschnittlich 3,18 Gramm Gold je Tonne. Ein darin enthaltener Abschnitt von sieben Metern erreichte 7,09 Gramm je Tonne. Die Ergebnisse erweitern nach Unternehmensangaben die bisher bekannte Goldmineralisierung.
Für Aburna läuft ein auf rund 6.500 Meter ausgelegtes und nach Unternehmensangaben vollständig finanziertes Bohrprogramm, das bestehende Entdeckungen erweitern und zusätzliche Ziele überprüfen soll. Ein wesentliches Entwicklungsziel bleibt die Vorbereitung einer ersten Mineralressourcenschätzung.
Entscheidend wird, was aus den Entdeckungen entsteht
Afrikas neue Exportregeln erhöhen den politischen Druck, Rohstoffe künftig stärker im eigenen Land zu verarbeiten. Gleichzeitig eröffnen Explorationsprogramme wie jene von Talisman Metals und Alpha Exploration Möglichkeiten, die Grundlage für zusätzliche Bergbauprojekte zu schaffen. Werden aus den untersuchten Vorkommen wirtschaftlich tragfähige Minen, kann der Kontinent seine Rohstoffproduktion ausbauen und damit auch die Voraussetzungen für zusätzliche industrielle Wertschöpfung verbessern.

