New Hope will mit Malabar 6,3-Mrd.-AUD-Kohlekonzern schaffen

New Hope will mit Malabar 6,3-Mrd.-AUD-Kohlekonzern schaffen bigstockphoto

Der australische Kohleförderer New Hope AU000000NHC7 911204 will seinen Mitbewerber Malabar vollständig übernehmen. Damit bekäme der Konzern die alleinige Kontrolle über die Untertagemine Maxwell im australischen Bundesstaat New South Wales. Der Zusammenschluss soll einen Kohlekonzern mit einer rechnerischen Börsenbewertung von rund 6,3 Mrd. AUD schaffen. Zugleich kämen Kohlequalitäten hinzu, die sich auch in der Stahlindustrie einsetzen lassen.

New Hope hält bereits rund 26 % an Malabar und will nun auch die verbleibenden Anteile übernehmen. Dafür sollen die bisherigen Malabar-Aktionäre je Aktie eine halbe neu ausgegebene New-Hope-Aktie erhalten. Der Kaufpreis wird damit vollständig in Aktien beglichen.

Bewertung und Folgen des Aktientauschs

Zum New-Hope-Schlusskurs vom vergangenen Freitag wird jede Malabar-Aktie mit 2,92 AUD bewertet. Insgesamt wird Malabars Eigenkapital damit auf rund 1,8 Mrd. AUD taxiert. Auf die noch zu übernehmenden Anteile entfallen davon rund 1,3 Mrd. AUD. Einschließlich der Nettoschulden, die Ende Juni 2026 bei rund 627 Mio. AUD lagen, ergibt sich ein Unternehmenswert von etwa 2,4 Mrd. AUD.

Nach dem Aktientausch würden die bisherigen New-Hope-Aktionäre rund 79 % des vergrößerten Konzerns halten, die übrigen Malabar-Aktionäre etwa 21 %. Letztere tauschen damit ihre bislang nicht börsennotierten Beteiligungen gegen leichter handelbare Aktien. Für New Hopes bisherige Eigentümer bedeutet der Zusammenschluss dagegen eine Verwässerung ihrer Beteiligungsquoten.

Nach dem Zusammenschluss will New Hope Malabars bestehende Kredite nach Möglichkeit zu günstigeren Konditionen refinanzieren. Die größere Kapitalbasis und der Verzicht auf eine hohe Barzahlung sollen dabei den finanziellen Spielraum für Maxwells Ausbau erhalten.

Trotz höherer Fördermengen bekam New Hope zuletzt die schwächeren Kohlepreise zu spüren. Im Geschäftsjahr 2026 stieg die verkaufsfähige Kohleproduktion um 7,6 % auf 11,5 Mio. Tonnen, während der durchschnittlich erzielte Verkaufspreis um zehn Prozent sank. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 32,8 % auf rund 514 Mio. AUD zurück. Für den geplanten Zusammenschluss sind daher neben dem Produktionswachstum auch mögliche Kosteneinsparungen und zusätzliche Absatzmöglichkeiten durch unterschiedliche Kohlequalitäten von Bedeutung.

Maxwell ergänzt das bestehende Kohlegeschäft

Das wirtschaftliche Zentrum des Zusammenschlusses liegt im Hunter Valley, einer bedeutenden australischen Kohleregion. Dort betreibt Malabar nahe Muswellbrook die Untertagemine Maxwell, unweit von New Hopes bestehendem Bergwerk Bengalla. An Bengalla hält New Hope 80 %. Die weitere Konzernmine New Acland liegt im Bundesstaat Queensland und gehört vollständig dem Unternehmen.

Bengalla und New Acland fördern vor allem Kraftwerkskohle, die hauptsächlich zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt wird. Maxwell kann dagegen sowohl hochwertige Kraftwerkskohle als auch schwach verkokende Kohle liefern, die in der Stahlindustrie eingesetzt wird. Letztere eignet sich als Beimischung bei der Herstellung von Koks, der in Hochöfen als Brennstoff und Reduktionsmittel zur Eisengewinnung dient. Je nach Aufbereitung und Nachfrage kann Maxwell somit unterschiedliche Absatzmärkte bedienen. Für New Hope entstehen so zusätzliche Möglichkeiten, Kohlequalitäten und Kundenanforderungen aufeinander abzustimmen.

Auch im Betrieb verspricht die räumliche Nähe Vorteile. Maxwell verfügt bereits über eine Kohleaufbereitungsanlage, eigene Verladeeinrichtungen und einen Bahnanschluss zum Exporthafen Newcastle. Gemeinsam mit Bengalla könnten Transporte, Einkauf, Vermarktung und die Mischung unterschiedlicher Kohlequalitäten effizienter organisiert werden. Die Unternehmen erwarten daraus Synergien, haben allerdings bislang keine verbindliche Einsparsumme beziffert.

Bei Maxwell steht der Ausbau der Förderung noch am Anfang. Im April 2026 begann die Mine mit dem Strebbau, bei dem Kohle entlang einer langen untertägigen Abbaufront gewonnen wird. Diese ist gegenwärtig 145 Meter breit und soll im ersten Ausbauschritt eine Jahresproduktion von rund drei Millionen Tonnen verkaufsfähiger Kohle ermöglichen.

Später soll die Abbaufront auf 300 Meter verbreitert werden. Damit könnte die Strebbauproduktion auf etwa fünf Millionen Tonnen jährlich steigen. Zusammen mit einem kleineren untertägigen Abbaubetrieb strebt Maxwell bis zu 5,5 Mio. Tonnen verkaufsfähige Kohle pro Jahr an.

Genehmigt ist bereits die Förderung von jährlich bis zu acht Millionen Tonnen Rohkohle über einen Zeitraum von 20 Jahren. Da bei der Aufbereitung Gestein und andere unerwünschte Bestandteile entfernt werden, liegt die verkaufsfähige Menge unter der Rohförderung. Weitere Vorkommen in Maxwell North und Maxwell West bieten zusätzliche Ausbauoptionen über den bisherigen Minenplan hinaus. Für deren Erschließung wären teilweise weitere behördliche Genehmigungen erforderlich.

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Produktionssprung erst in mehreren Jahren

Gemeinsam wollen die Unternehmen perspektivisch rund 19 Mio. Tonnen verkaufsfähige Kohle pro Jahr produzieren. Gegenüber der bisherigen Förderbasis von New Hope wäre das ein erheblicher Zuwachs. Voraussetzung ist allerdings, dass Maxwell wie vorgesehen hochgefahren wird und auch die übrigen Bergwerke ihre geplanten Mengen erreichen.

Für das Geschäftsjahr 2028 nennen die Unternehmen zunächst rund 17 Mio. Tonnen als unverbindlichen Orientierungswert. Die annähernd 19 Mio. Tonnen gelten dagegen als langfristiges Ziel für einen Zeitraum jenseits der kommenden fünf Jahre. Grundlage dieser Angaben sind bestehende Minenpläne. Verbindliche Produktionsprognosen stellen sie nicht dar.

Zunächst stehen außerdem die rechtlichen Entscheidungen über den Zusammenschluss an. Die Führungsgremien beider Unternehmen unterstützen die Transaktion. Malabars Verwaltungsrat empfiehlt den Anteilseignern die Zustimmung, sofern unter anderem ein unabhängiger Gutachter die Vereinbarung positiv beurteilt.

Bei der Abstimmung müssen mindestens 75 % der abgegebenen Stimmen sowie eine Mehrheit der abstimmenden Aktionäre zustimmen. Hinzu kommen die erforderlichen gerichtlichen und regulatorischen Freigaben. Der Abschluss wird für Februar oder März 2027 angestrebt.