Top-50-Minenwerte gewinnen im August 357 Milliarden USD
Die 50 wertvollsten börsennotierten Bergbauunternehmen im Ranking des Branchenmediums MINING.COM haben im August 357 Mrd. USD an Börsenwert gewonnen. Ihre gemeinsame Marktkapitalisierung stieg damit wieder über 2,5 Bill. USD. Das war der größte Monatszuwachs in der bis 2019 zurückreichenden Datenreihe. Hinter dem Rekord stehen zwei unterschiedliche Kräfte. Gold liefert den kurzfristigen Kursschub, zugleich gewinnt Kupfer strategisch an Bedeutung.
Goldminen verwandeln hohe Preise wieder in Börsenwert
Von den 357 Mrd. USD entfielen 183 Mrd. USD auf Gold-, Silber- sowie Royalty- und Streaminggesellschaften. Solche Gesellschaften finanzieren Minenprojekte oder erwerben entsprechende Rechte und erhalten je nach Modell Erlösanteile oder Metalllieferungen zu vereinbarten Konditionen. Allein die Goldminen gewannen 138 Mrd. USD oder 31 % an Börsenwert. Zwölf der dreizehn Goldwerte schlossen den Monat im Plus.
Den Rückenwind lieferte vor allem der Metallpreis. Gold begann den August bei 4.043 USD je Unze und stieg zeitweise bis fast 4.660 USD. Nach einem Rücksetzer zum Monatsende blieb ein Plus von beinahe 10 %. Silber legte zeitweise binnen drei Wochen um 20 % auf 70 USD je Unze zu.

Bei globalen goldgedeckten ETFs drehte sich die Anlegernachfrage bereits im Juli wieder ins Plus. Die Fonds verzeichneten netto 3 Mrd. USD Zuflüsse. Nach zwei Monaten mit Abflüssen stiegen ihre Bestände um 23 Tonnen auf 4.068 Tonnen. Das spricht für eine wieder freundlichere Positionierung der Anleger vor der Rally, ohne den August-Anstieg allein zu erklären.
Wie stark sich das höhere Preisniveau in den Unternehmenszahlen niederschlug, zeigt der US-Goldproduzent Newmont US6516391066 853823. Der Konzern erhöhte seinen Börsenwert im August um 34 Mrd. USD, mehr als jedes andere Unternehmen im Ranking. Im zweiten Quartal erzeugte Newmont 1,29 Mio. zurechenbare Unzen Gold, nach 1,48 Mio. Unzen im Vorjahresquartal. Zugleich stieg der freie Mittelzufluss von 1,71 Mrd. auf 2,21 Mrd. USD. Der durchschnittlich realisierte Goldpreis erreichte 4.414 USD je Unze, nach 3.320 USD im Vorjahresquartal.
Ein ähnliches Bild bietet der kanadische Goldproduzent Agnico Eagle CA0084741085 860325. Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal mit 1,335 Mrd. USD einen Rekord beim freien Mittelzufluss. Zugleich flossen 625 Mio. USD über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Im August gewann Agnico Eagle 29 Mrd. USD Börsenwert.
Damit reagierten die Goldminen diesmal deutlich stärker auf den höheren Metallpreis. In früheren Phasen war ihre Kursentwicklung häufig hinter Gold zurückgeblieben. Allerdings lagen die Edelmetallwerte Ende August noch 19 % unter ihrem Hoch von Ende Februar.
Kupfer wird vom Preisthema zum strategischen Faktor
Auch längerfristig steigt der Kupferbedarf. Die Internationale Energieagentur erwartet bis 2040 rund sieben Millionen Tonnen zusätzliche Kupfernachfrage. Als wesentliche Gründe nennt sie Stromnetze und neue Technologien. Für 2035 weist das Basisszenario trotz angekündigter Projekte noch eine Angebotslücke von rund 25 % gegenüber dem erwarteten Bedarf aus.
Im August gewannen die zwölf Kupferunternehmen im Ranking zusammen 70 Mrd. USD. Gleichzeitig erreichte der Metallpreis im Monatsverlauf ein Rekordniveau von mehr als 14.000 USD je Tonne.
Wie weit diese Verschiebung bereits reicht, lässt sich beim australischen Rohstoffkonzern BHP AU000000BHP4 850524 ablesen. Kupfer steuerte im Geschäftsjahr 2026 erstmals 54 % zum bereinigten EBITDA des Konzerns bei. Das entsprach 18,2 Mrd. USD, gegenüber 14,5 Mrd. USD im Eisenerzgeschäft. Kupfer ist für BHP inzwischen auch finanziell der wichtigste Rohstoffbereich.
Im August gewann BHP 25 Mrd. USD an Börsenwert. Seit Jahresbeginn lag der Börsenwert des Konzerns laut Ranking 57 % höher. Der veränderte Ergebnismix findet damit auch in der Bewertung des Unternehmens seinen Niederschlag.
Auch der US-Kupferproduzent Freeport-McMoRan US35671D8570 896476 profitierte vom starken Umfeld. Sein Börsenwert stieg im August um 20,8 % und lag damit 47 % über dem Niveau zu Jahresbeginn.
Bei Southern Copper, einem Kupferproduzenten mit Schwerpunkt Mexiko und Peru US84265V1052 A0HG1Y, trafen höhere Metallpreise auf eine rückläufige Förderung. Im zweiten Quartal stieg der Nettogewinn um 71,6 % auf den Rekordwert von 1,67 Mrd. USD. Gleichzeitig sank die Kupferförderung gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,5 %. Southern Copper führte den Gewinnanstieg vor allem auf höhere Metallpreise zurück.
Die Folgen reichen bis an die Spitze der Rangliste. Am 24. August erreichte Southern Copper rund 183 Mrd. USD Börsenwert. Dabei überholte der Konzern vorübergehend den globalen Bergbaukonzern Rio Tinto GB0007188757 852147. Zum Monatsende lag Rio Tinto mit 177,0 Mrd. USD wieder knapp vorne. Southern Copper kam auf 176,4 Mrd. USD. Der Abstand betrug damit nur rund 600 Mio. USD.
Die Neubewertung erfasst die gesamte Spitzengruppe
Die höheren Bewertungen verbreitern zugleich die Spitzengruppe. Ende August waren sieben Bergbauunternehmen mehr als 100 Mrd. USD wert. Einen Monat zuvor hatten lediglich vier diese Schwelle überschritten.

Neu hinzu kamen Newmont, Agnico Eagle und Freeport-McMoRan. Sie ergänzen BHP, Rio Tinto und Southern Copper sowie den chinesischen Bergbaukonzern Zijin Mining CNE100000502 A0M4ZR. Die größten Börsenwerte verteilen sich damit breiter über Gold, Kupfer und diversifizierte Rohstoffportfolios.

Wie breit die Bewertungen gestiegen sind, zeigt auch das untere Ende der Liste. Für Platz 50 waren Ende August 15,6 Mrd. USD Börsenwert nötig. Einen Monat zuvor hatten 13,6 Mrd. USD genügt.
Auch geografisch veränderten sich die Gewichte. Unternehmen mit operativem Hauptsitz in Australien kamen Ende August zusammen auf 538 Mrd. USD Börsenwert. Damit lagen sie knapp vor Kanada mit 534 Mrd. USD.
Australien erreicht diesen Wert mit lediglich sieben Unternehmen in der Top-50-Liste, Kanada dagegen mit zwölf. Die Vereinigten Staaten folgen mit 358 Mrd. USD auf Rang drei. China kommt auf 296 Mrd. USD.)

Der Rekord steht in einem Jahr extremer Ausschläge
Der August steht allerdings in einem Jahr mit starken Schwankungen. Bereits im Januar hatte die Top-50-Gruppe 338 Mrd. USD hinzugewonnen. Im Februar folgten weitere 267 Mrd. USD. Danach erreichte die Gesamtbewertung ein Rekordhoch von 2,75 Bill. USD.
Schon im März folgte die Gegenbewegung. Innerhalb eines Monats verschwanden 420 Mrd. USD Marktwert. Das war der größte Monatsverlust in der bis 2019 zurückreichenden Reihe. Zusammen mit dem August markiert er damit die beiden gegensätzlichen Monatsrekorde der Datenserie.
Selbst im starken August blieb der Aufschwung zudem nicht ausnahmslos. Nur vier der 50 Unternehmen beendeten den Monat mit einem niedrigeren Börsenwert. Den stärksten Gegenpol bildete der russische Goldproduzent Polyus RU000A0JNAA8 A0JNAA.
Polyus verlor 24,3 % oder 5,3 Mrd. USD Börsenwert und fiel von Rang 28 auf Rang 47 zurück. Der Rückgang stand vor allem im Zusammenhang mit unternehmensspezifischen Belastungen. Das Management von Polyus hatte im Juli empfohlen, Dividendenzahlungen bis 2030 auszusetzen, um große Investitions- und Wachstumsprojekte zu finanzieren. Nach Angaben von MINING.COM belasteten zudem Spekulationen über eine mögliche Sonderabgabe für russische Bergbauunternehmen.
Das Ranking umfasst börsennotierte Bergbauunternehmen sowie ausgewählte Royalty- und Streaminggesellschaften. Staatsunternehmen und nicht börsennotierte Konzerne bleiben außen vor. Grundlage ist die Marktkapitalisierung zum Monatsende, umgerechnet in USD.
Damit bildet die Liste vor allem die Erwartungen des Kapitalmarkts ab. Im August kamen zwei Entwicklungen zusammen, die über den einzelnen Monat hinausweisen. Goldminen profitierten wieder stärker vom hohen Metallpreis. Bei Kupfer verändert der Preisanstieg zugleich Ergebnisstrukturen, Konzernbewertungen und die Rangordnung an der Branchenspitze.

