Sambia weckt mit Kupferpotenzial das Interesse von BHP

Sambia weckt mit Kupferpotenzial das Interesse von BHP picture alliance / Mary Evans Picture Library / M. Watson / ardea.com

BHP Group Limited AU000000BHP4 850524 schaut sich in Sambia offenbar ein größeres Kupfer-Explorationsprojekt an. Das teilte das sambische Bergbauministerium am Montag mit. Für Sambia wäre das nicht einfach nur der nächste Besuch eines großen Rohstoffkonzerns. Es zeigt vor allem: Der Kampf um neue Kupfervorkommen nimmt weltweit weiter Fahrt auf.

Laut einer Meldung von Reuters will Sambia seine Kupferproduktion bis 2031 mehr als verdreifachen. Das Land ist nach der Demokratischen Republik Kongo der zweitgrößte Kupferproduzent Afrikas und versucht seit Längerem, mehr ausländisches Kapital in bislang wenig erkundete Lagerstätten zu lenken. Daran knüpft das Interesse von BHP an.

BHP fokussiert sich auf verborgene Kupfervorkommen

Nach Angaben des Ministeriums richtet BHP den Blick zunehmend auf große Kupfervorkommen, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu finden sind. Campbell McCuaig, Leiter für globale Grundlagenexploration bei BHP, sprach in Lusaka von Lagerstätten, die entweder tief vergraben seien oder unter Deckgebirge lägen. Der Konzern setze deshalb auf fortgeschrittene geologische Verfahren und groß angelegte Datenanalysen, um Lagerstättensysteme zu erkennen, also jene geologischen Prozesse, aus denen große Kupfervorkommen entstehen.

Für die Branche ist das ein ziemlich wichtiger Punkt. Die einfach erreichbaren Lagerstätten sind in vielen etablierten Bergbauregionen längst gefunden oder schon erschlossen. Wer heute neue große Projekte aufspüren will, muss tiefer bohren, bessere Daten auswerten und früher mehr Geld in Exploration stecken. Genau deshalb werden verlässliche staatliche Geodaten immer wertvoller.

Sambia versucht sein Potenzial schneller zu heben

Das sambische Bergbauministerium verweist deshalb auf eigene Reformen. Dazu zählen staatlich unterstützte aero-geophysikalische Untersuchungen und die Digitalisierung geologischer Archive. McCuaig begrüßte diese Schritte ausdrücklich. Bessere Daten, so die Logik, senken das Explorationsrisiko und machen Projekte für internationale Investoren eher finanzierbar.

Sambia bleibt aus Sicht der Regierung eine der weltweit aussichtsreichsten Regionen für Kupfer. Das Ministerium verbindet diese Einschätzung mit der Hoffnung auf mehr Produktion, mehr Investitionen und mehr wirtschaftliches Wachstum. Noch ist daraus kein konkretes BHP-Projekt geworden. Die Richtung ist aber klar: Das Land will schneller vom Rohstoffinteresse profitieren.

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BHP kehrt vorsichtig in die Region zurück

Für BHP ist der Vorstoß auch strategisch bemerkenswert. Der Konzern hatte sich nach der Abspaltung von South32 im Jahr 2015 weitgehend aus Afrika herausgehalten. Das Engagement im Kabanga-Nickelprojekt in Tansania blieb nur ein kurzer Ausflug – BHP stieg dort im vergangenen Jahr wieder aus.

Gleichzeitig deutet sich eine vorsichtige Rückkehr an. Bereits am 15. April kündigte BHP eine Reihe von Explorations- Fachkonferenzen im südlichen Afrika an. Bis Anfang Mai sollen Termine in Sambia, Südafrika, Namibia und Angola stattfinden. Das passt zu einem Markt, in dem Kupfer wegen Elektrifizierung, Netzausbau und Industrieanwendungen als strategisch besonders wichtig gilt.

Ob aus Workshops und Gesprächen rasch Bohrprogramme oder Beteiligungen werden, ist noch offen. Die aktuellen Nachrichten zeigen jedoch, wie sehr sich die Prioritäten im Bergbau verschieben. Wo früher vor allem bestehende Minen im Mittelpunkt standen, rückt nun die Suche nach den nächsten großen Lagerstätten in den Vordergrund. Sambia will davon profitieren und BHP signalisiert zumindest, dass das Land für den Konzern wieder wieder von strategischer Bedeutung sein