Aktuell werden die meisten wiederaufladbaren Batterien noch in Asien produziert; 65% davon in China, 10% in Südkorea und 6% in Japan. In den USA werden 18% aller wiederaufladbaren Batterien hergestellt, in Europa sind es nur 2%. Dies könnte sich mittelfristig ändern.

Chile besitzt die größten Lithiumreserven der Welt. Nun ist das Land laut Experten einen Schritt darin weitergekommen, auch ein wichtiges Produktionszentrum für wiederaufladbare Batterien für Elektrofahrzeuge zu werden.

Das Land ist zuversichtlich, dass Batteriehersteller wie zum Beispiel Samsung SDI oder POSCO gegen Ende dieses Jahres erste Lithium-Aufbereitungsanlagen in Chile installieren werden. Das staatliche Förderungsinstitut Corfo hat kürzlich eine Vereinbarung mit dem Lithiumunternehmen Albermarle Corp getroffen, durch die Batteriehersteller zukünftig billiger an Lithium gelangen sollten.

„Wir wollen, dass Hersteller so gut wie möglich eine komplette Batterie in Chile bauen können, dies ist unser Traum“ sagte Sebastian Sichel, Vizepräsident von Corfo, in einem Interview in Santiago. „Wir wissen nicht, ob wir in Chile jemals Automobile herstellen werden, aber wir wollen, dass zumindest Batterieteile oder ganze Batterien in Chile produziert werden.“

Chile ist aktuell der zweitgrößte Produzent von Lithium, ein Mineral welches essenziell für wiederaufladbare Batterien für Elektrofahrzeuge ist. Bis jetzt wurde der Rohstoff allerdings immer nur in Länder wie China oder Südkorea exportiert, wo die meisten Batterien hergestellt werden. In den letzten zwei Jahren hat die Regierung versucht, dass Unternehmen Lithium direkt in Chile veredeln und verarbeiten. Bald könnten die Anstrengungen Früchte tragen.

Corfo hat bereits mit zwei Minenunternehmen, welche beiden in der Atacama Wüste operieren, Verträge unterzeichnet. Sie besagen, dass 25% der Lithium-Produktion zu einem Vorzugspreis an Unternehmen verkauft werden, welche auch in Chile Lithium verarbeiten.

Corfo wird nun bis Ende März Angebote von Firmen einholen, welche 25% von SQM erwerben wollen. Gegen Ende dieses Jahres soll dann der Gewinner veröffentlicht werden. Dieses Vorgehen entspricht dem gleichen Verfahren wie 2017 und 2018. Damals hat Corfo eine Auktion für Batteriehersteller gestartet, Albermales Lithium zu einem Vorzugspreis zu kaufen.

Obwohl die Gewinner der Auktion bereits vor fast einem Jahr bekannt gegeben wurden, führte ein Disput zwischen Albermale und Corfo dazu, dass der Prozess kurz zum Stillstand gekommen ist. Mittlerweile haben sich beide Parteien auf eine Formel geeinigt, mit der der Vorzugspreis für Lithium berechnet wird.

Der Bau einer Lithium Veredlungsanlage sollte ungefähr ein Jahr dauern. Die beiden Gewinner der Auktion waren Molymet aus Chile, ein Konsortium zwischen SDI und POSCO und Chinas Sichuan Fulin Industrial Group. Beide Firmen wollen nun mehr als 750 Mio. USD in den Anlagebau investieren.

Es ist geplant, Lithiumsalze – bekannt unter Lithium Carbonat und Lithium Hydroxid – in Lithium Kathoden, eine reinere Form des Metalls, umzuwandeln.

Für die laufende zweite Auktion von SQM zeigen bereits viele Unternehmen aus Italien, Frankreich, Australien, Deutschland und Japan großes Interesse. Es scheint klar, dass Chile hier ein attraktives Angebot für die Unternehmen hat, welche Lithium industrialisieren wollen.

Corfo wird sich für die Unternehmen entscheiden, welche die größten Investitionen in Chile tätigen wollen und bereit sind, die Lithium-Batterien Lieferkette im Norden Chiles zu bauen.

Der Vertrag wird es Unternehmen ermöglichen, Lithium zum geringsten Marktpreis zu erwerben und somit Preisschwankungen zu lindern.

Der Preis für Lithium hat sich in den letzten vier Jahren fast verdreifacht. Dieses Jahr könnten die Preise laut dem Analysten Pedro Miguel Pereira von Santander allerdings unter Druck geraten, da neuer Wettbewerb auf den Markt drängen sollte.