Der World Gold Council (WGC) ist der Überzeugung, dass Gold in diesem Jahr wieder relevant werden wird. Gründe hierfür sind die nachweislich erzielten historischen Renditen mit Goldanlagen, die geringe Korrelation mit den wichtigsten Anlageklassen, die hohe Liquidität und das relativ geringe Risikoprofil von Gold.

Der WGC erwartet, dass die Goldnachfrage vor allem durch das Zusammenspiel von Marktrisiko und Wirtschaftswachstum profitieren sollte. Die Instabilität des Finanzmarktes, die weltweite Geldpolitik, der US-Dollar und strukturelle Wirtschaftsreformen sollten die Wertentwicklung des Edelmetalls im Jahr 2019 positiv beeinflussen, so der World Gold Council.

2018 war Gold allerdings erheblichem Gegenwind ausgesetzt. Ein starker US-Dollar, Leitzinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) gepaart mit Steuersenkungen ließen die Aktienkurse bis Anfang Oktober 2018 steigen. Mit zunehmenden geopolitischen und makroökonomischen Risiken fielen Aktienpreise dann allerdings zuerst in Schwellenländern und schließlich auch in Industrieländern.

Unsicherheiten 2019

Für das neue Jahr rechnet der WGC mit einer zunehmenden Marktunsicherheit und einer weiteren Ausweitung der protektionistischen Wirtschaftspolitik. Dies sollte Gold als Absicherung zunehmend attraktiv machen.

Der Goldpreis könnte zwar weiterhin durch höhere Zinssätze und einen stärkeren Dollar belastet werden, der Council geht jedoch davon aus, dass diese Auswirkungen gering bleiben. Die Fed habe bereits eine neutralere Haltung als 2018 signalisiert.

Strukturelle Wirtschaftsreformen in Schlüsselmärkten sollte die Goldnachfrage für Schmuck, Technologie und als Wertanlage weiterhin unterstützen, so der WGC.

Weltweit verzeichneten goldgedeckte Exchange Traded Funds im Jahr 2018 positive Nettozuflüsse. Allerdings mussten vor allem die nordamerikanischen Fonds im zweiten und dritten Quartal 2018 erhebliche Abflüsse hinnehmen, erst im vierten Quartal kehrte sich dieser Trend wieder um.

Der WGC geht davon aus, dass Anleger weltweit in diesem Jahr Gold als wirksame Diversifikation einsetzen und sich gegen Risiken absichern werden.

Während sich das europäische Wirtschaftswachstum nach der Staatsschuldenkrise zwar erholt hat, wurde das Niveau der US-Wirtschaft noch nicht erreicht. Kontinentaleuropa befindet sich weiterhin in einer Krise. Frankreich hat mit sozialen Unruhen zu kämpfen und in Italien sorgt eine Europa feindliche Regierung für Probleme.

Die Experten glauben zudem, dass immer mehr Regierungen weltweit die protektionistische Politik nach jahrzehntelanger Globalisierung als Gegenbewegung zu akzeptieren scheinen. Dies könnte zu einer höheren Inflation führen. Der Handelskrieg dürfte sich negativ auf das langfristige Wachstum auswirken, fügte der Rat hinzu. All diese Trends haben das Rezessionsrisiko erhöht.

Die Experten glauben, dass höhere US-Zinssätze allein nicht ausreichen, um Anleger vom Goldkauf abzuhalten, wie dies zwischen 2004 und 2007 oder 2016 und Anfang 2018 der Fall war.

Es gibt Gründe, dass der Aufwärtstrend des Dollars an Kraft verlieren könnte. Der positive Effekt höherer US-Zinsen auf den Dollar könnte abnehmen. Die Haltung der Fed wird neutraler.

Außerdem äußerte sich die Regierung von Donald Trump häufig frustriert über den durch einen starken Dollar verursachten Wettbewerbsnachteil.

Stimulus aus Schwellenländern

Der WGC ist der Ansicht, dass die Wachstumsmärkte, die für 70% der Goldnachfrage verantwortlich sind, für die langfristige, positive Entwicklung von Gold von großer Bedeutung sein werden.

Längerfristig geht der WGC davon aus, dass Gold durch die positive Entwicklung der Mittelschicht in den Schwellenländern und durch die zunehmende Verwendung von Gold in technologischen Anwendungen steigen wird.

Außerdem kaufen die Zentralbanken weiterhin Gold, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren und das Währungsrisiko auszugleichen.