Der Kobaltpreis hat sich seit seinen Tiefstständen Anfang 2016 um mehr als verdreifacht. Das Metall gilt als notwendiges Element für die Herstellung von Batterien, welche vor allem in Mobiltelefonen und Elektromobilen ihren Einsatz finden. Aktuell ist allerdings der Höhenflug beendet. Seit einem Monat schwächelt der Preis für Kobalt und befindet sich auf einem Niveau von 91 000 USD pro Tonne.

Die meisten Experten glauben allerdings, dass dies nur eine kurzfristige Verschnaufpause auf dem Weg nach oben ist. Zu hoch ist die langfristige Kobaltnachfrage und zu gering das Angebot.

Die jährliche Kobaltproduktion beträgt nur etwa 100 000 Tonnen. Das Metall ist immer noch ein Nebenprodukt bei der Förderung von Nickel und Kupfer.

Die Demokratische Republik Kongo ist wichtigster Kobalt Lieferant

Die Demokratische Republik Kongo besitzt aktuell sechs der zehn größten Kobaltminen weltweit. Aufgrund von Investitionen aus China werden in dem zentralafrikanischen Staat bis 2022 neun der zehn größten Kobaltminen zu finden sein.

Nicht nur die Förderung von Kobalt ist lokal hoch konzentriert, sondern auch die Downstream-Industrie entwickelt sich zu einem Monopol.

Das italienische Energieunternehmen ERG hat 1 Mrd. USD im Kongo investiert und wird dort dieses Jahr noch aktiv werden. Auch Glencore hat seine Aktivitäten im Katanga Projekt wiederbelebt.
Dies alles sollte dazu führen, dass die Demokratische Republik Kongo den Anteil der weltweiten Kobaltproduktion von aktuell 60% auf fast 75% erhöhen dürfte. Der Kongo besitzt zudem die Hälfte aller weltweiten Kobalt Reserven.

China ist aggressiver Nachfrager von Kobalt

China im Gegenzug hat keine Vorkommen des Metalls. Dennoch ist das Land für ungefähr 80% der weltweiten chemischen Kobaltveredelung verantwortlich.

Zhejiang Huayou Cobalt ist der weltgrößte Veredler des Metalls und hat letztes Jahr die Produktion um 35% erhöht. Nun ist das Unternehmen für 20% des weltweiten Gesamtoutputs verantwortlich. Ungefähr die Hälfte davon generiert Zhejiang Huayou Cobalt in der Demokratischen Republik Kongo.

Die enge Verbindung zwischen China und dem Kongo bringt vor allem Probleme für Automobilhersteller in den USA und in Europa. Dabei geht es nicht nur um die Sicherung von Kobaltbeständen, sondern auch um die immer stärker werdende Wichtigkeit von ethischen Aspekten bei der Gewinnung des Metalls.

Dies alles könnte dazu führen, dass Kobalt außerhalb des Kongos noch teurer wird. Zwar wird einiges am Spot Markt gehandelt, allerdings geht es vermehrt darum, sich langfristig Kobalt zu sichern.

Auch hier agieren besonders chinesische Unternehmen sehr aggressiv und stehen in engen Verhandlungen mit Kobalt Minen; vor allem in der Demokratischen Republik Kongo.