Zwischen Yukon und Süd-Patagonien ist ein neuer Goldrausch ausgebrochen, der Grund liegt in steigenden Preisen für physisches Gold. Wie Zahlen von S&P Market Intelligence zeigen, hat die Zahl der Bohrungen auf Gold-Lagerstätten während der vergangenen Monate kontinuierlich zugenommen. Vor allem klassische Bergbauregionen wie Kanada, Australien aber auch Lateinamerika profitieren.

In einigen Teilen Argentiniens sei die Explorationsaktivität um rund fünfzig Prozent angestiegen, berichtet die staatlich kontrollierte YPF SA. Dies sei in erster Linie auf die gesteigerte Explorationsaktivität rund um Lithium zurückzuführen, doch auch Gold werde immer stärker gesucht. Auch Chile erwartet 2017 mehr Exploration und sieht einen Schwerpunkt bei Kupfer und Gold, ebenso Kolumbien.

In Kanada erlebt die Yukon-Region gerade eine Renaissance. Nach dem ersten Goldrausch im 19. Jahrhundert befinden sich dort aktuell einige Junior-Unternehmen auf der Suche nach Gold. Insbesondere nachdem Shawn Ryan 2009 eine Multi-Millionen -Unzen-Lagerstätte entdeckt hatte, rückte die Region wieder in den Fokus.

„Peak Gold“ droht 2019

Neben der gestiegenen Preise für physisches Gold sorgen auch Bohrerfolge wie die von Shawn Ryan dafür, dass Rohstoffunternehmen wieder stärker in die Erschließung neuer Vorkommen investieren. Beispielsweise haben sich die Aktien von Aurion Resources (WKN: A1H6VS; ISIN:CA05156F1071)seit Februar mehr als verdreifacht, nachdem das Unternehmen in Nord-Finnland Gold entdeckt hatte. Die Aktie von SolGold (WKN: A0JDJ3; ISIN: GB00B0WD0R35)legte im vergangenen Jahr gar um das Zwölffache zu. Grund war eine Entdeckung von Gold und Kupfer. In der laufenden Woche sorgte die Fusion zwischen Eldorado Gold (WKN: 892560; ISIN: CA2849021035)und Integra Gold (WKN: A1H4TX; ISIN: CA45824L1022) für Aufsehen. Das Transaktionsvolumen lag bei 431 Millionen Dollar.

Die Übernahme zeigt, dass vor allem Gold-Produzenten über Jahre zu sehr auf Kosteneinsparungen gesetzt und die Erschließung neuer Vorkommen vernachlässigt haben. „Viele Produzenten werden mittelfristig Probleme mit der Förderung bekommen, wenn sie ihre Reserven nicht erneuern“, zitieren nordamerikanische Medien einen Vertreter von S&P Global Market Intelligence. Zwar werde der jährliche Gold-Ausstoß anders als von einigen Pessimisten vermutet, nicht bereits in diesem und im nächsten Jahr zurückgehen, doch könnte das, was in der Rohstoff-Szene „Peak Gold“ genannt wird, aus Sicht von S&P Global Market Intelligence 2019 eintreten.

Gold-Produzenten kaufen zu

Große Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung bereits heute und haben in den vergangenen Monaten einige Explorationsunternehmen übernommen. So hat Goldcorp (WKN: 890493; ISIN: CA3809564097) Kaminak Gold für etwas mehr als 400 Millionen Dollar erworben. Auch Barrick Gold (WKN: 870450; ISIN: CA0679011084), Agnico Eagle (WKN: 860325; ISIN: CA0084741085)und Newmont Mining (WKN: 853823; ISIN: US6516391066) haben im Norden Kanadas zugeschlagen. Für Explorationsunternehmen mit aussichtsreichen Vorkommen und guten Projekten, erscheint dieses Marktumfeld attraktiv zu sein.