Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war Mitte bis Ende des letzten Jahrzehnts aufgrund ihres scheinbar grenzenlosen Wachstums der Treiber für eine Hausse bei den Rohstoffpreisen, insbesondere bei Eisenerz und Kohle. Mit einem vergleichsweise schwachen Wachstum von „nur noch“ 6,5 – 7,5% hatte die chinesische Wirtschaft in den letzten Jahren allerdings auch maßgeblichen Anteil daran, dass die Preise deutlich gesunken sind. Das offizielle Wirtschaftswachstum der Volksrepublik China im Jahr 2016 liegt laut Aussage der Staatsplaner voraussichtlich bei 6,7%. Der offizielle Wert folgt am 20. Januar. Ein Wert, den wir in Europa, Amerika und anderen Teilen der industrialisierten Welt uns kaum vorstellen können, und der jedem Regierungschef Freudentränen in die Augen treiben dürfte.

Nachdem in der letzten Woche der Einkaufsmanager-Index PMI mit 51,5 Punkten (ein Wert größer 50 signalisiert Wachstum) im Rahmen der Erwartungen ausgefallen ist, sind die Erzeugerpreise deutlicher als erwartet um 5,5% gestiegen. Auch die Verbraucherpreise zeigen sich mit einem Plus von 2,1% stabil. Daneben gibt es Meldungen, dass die Überkapazitäten im chinesischen Stahl- und Kohlesektor Fortschritte, sodass eine notwendige Konsolidierung als abgeschlossen angesehen wird.

Für des Jahr 2017 rechnet man nun mit einer weiter anziehenden Konjunktur, sodass wir heute bei allen Basismetallen deutliche Pluszeichen sehen konnten. So legten die Preise für Kupfer um 2,7%, für Nickel um 1,3%, für Aluminium um 1,0%, für Zink um 1,6% und für Blei um 2,9% zu. Fraglich ist für mich, wann die chinesische Automobilindustrie den Anschluss an die internationale Konkurrenz schafft. Wurden erst Versuche zunächst belächelt und die negativen Erwartungen dann durch entsprechend katastrophale Crashtest bestätigt, so ist es seit einigen Jahren sehr ruhig um die chinesische Automobilbranche geworden. Für meinen Geschmack fast zu ruhig, denn ich bin mir sehr sicher, dass im Reich der Mitte mit Hochdruck daran gearbeitet wird, den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen. Und wir wären mehr als naiv zu glauben, dass wenn die Ingenieure in Japan und Korea zielführende Lösungen entwickeln können, solche Lösungen nicht auch in China umgesetzt werden können.

Eine zweite Branche, um die es nach einem großen Hype Mitte des letzten Jahrzehnts erstaunlich ruhig geworden ist, ist die Photovoltaik. Auch hier sind die großen Träume vorerst an wieder billigem Öl, Kohle und Erdgas geplatzt. Wer sich jedoch zum einen die Luftverschmutzung an vielen Orten, gerade in China, Indien und weiteren aufstrebenden Nationen anschaut, zum anderen die erneuerbaren Energien als tatsächliche Chance für ein kulturellen Wandel begreift, der wird sehen, dass auch dieser Branche in absehbarer Zukunft eine neue Erfolgswelle bevorsteht.

Die Welt bleibt im Wandel, und dieser Wandel wird uns auch in den nächsten Jahren einen weiter steigenden Bedarf an Rohstoffen liefern. Welche Rohstoffe in diesem Jahr meine Favoriten sind, und bei welchen ich aktuell (noch) nicht ganz so optimistisch bin, verraten ich Ihnen übermorgen beim Jahresausblick 2017.

Teilen Sie diesen Beitrag...
Share on Facebook0Share on Google+0Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn0Share on Xing