Über den jüngsten Preisanstieg beim Kupfer hatten wir schon mehrfach und ausgiebig berichtet. Als Ursache wurde u.a. ein 500 Milliarden USD Infrastrukturpaket gesehen, welches Teil der Wahlversprechen von Donald Trump war. Zudem gab es in den letzten Wochen einige positive Überraschungen bei den Einkaufsmanager-Indizes, insbesondere in China, die auf eine wirtschaftliche Belebung in dem Land hindeuten, welches aktuell für etwa 50Prozent des globalen Kupferkonsums verantwortlich ist.

Der starke Preisanstieg auf zuletzt knapp 6000 USD/t lässt sich aber nicht nur durch eine voraussichtlich anziehende Nachfrage erklären, sondern ist auch auf den starken spekulativen Einstieg von Hedgefonds zurückzuführen. Während die Hedge-Fonds ihr Engagement in Gold, Silber und Platin in den letzten Wochen zurückgefahren haben, wurden die Long-Positionen auf Kupfer massiv ausgeweitet. Dabei erreichten Sie zuletzt ein neues Rekordhoch von 81.000 LOTS (ein Lot entspricht 25t Kupfer im Warentermingeschäft), während über weite Zeiträume des Jahres noch die Short-Positionen größer als die Long-Positionen waren. 81.000 LOT entspricht in etwa 2 Millionen Tonnen Kupfer, etwa einem Zehntel der Jahresproduktion. Somit wurde bei den aktuellen Kupferpreisen Kupfer im Werte von etwa 10 Milliarden USD gekauft. Damit diese spekulative Wette nun aufgeht, müssen den Ankündigungen sowohl in den USA als auch in China nun Taten folgen und die angekündigten Investitionen in die Infrastruktur umgesetzt werden.

Nachdem sich der Kupferpreis nun im Bereich von 2,60USD – 2,70 USD/lbs (also ungefähr 5750 USD bis 5950 USD pro Tonne) stabilisiert hat, steigt das Risiko von Gewinnmitnahmen, bevor wir in die umsatzschwache Handelszeit zwischen den Jahren eintreten. Die Kapitalflucht aus China hat in den vergangen Monaten zu vermehrten Investitionen in Asset-Klassen geführt, welche (wie die Rohstoffe) in USD gehandelt werden, um einer Abwertung des Yuan zu entkommen. In den letzten Tagen hat die chinesische Zentralbank jedoch eingegriffen, um den Kurs des Yuan zu stabilisieren und zu stützen.

Bezüglich der Investitionspläne von Trump sprach Stehen Jakobsen, Chefökonom bei der Saxo-Bank, vor kurzem mit der Agentur Reuters: „Viele Menschen vergessen, dass die Konjunkturmaßnahmen aller Voraussicht nach vor dem 1.Oktober 2017 umgesetzt werden“ und nahm damit Bezug auf das Fiskaljahr der US-Bundesregierung. Auch die Unternehmen seinen aufgrund der unsicheren politischen und wirtschaftlichen Lage zunehmend vorsichtiger bei den Investitionen und würden erst abwarten, ob sich der (noch) zarte Trend der wirtschaftlichen Erholung in den USA fortsetzt. Diese Unternehmen würden aktuell den Ball flach halten und erst dann wieder das Spielfeld betreten, wenn sie daran glauben, dass sich die Dinge zum Positiven wenden, also wenn beispielsweise die Steuern auf Unternehmensgewinne tatsächlich gesenkt werden. Hinreichende Liquidität für solche Investitionen wäre bei den meisten Unternehmen vorhanden. Er sei sich jedoch ziemlich sicher, dass die Unternehmenslenker erst die konkreten Pläne der Trump-Regierung zur wirtschaftlichen Belebung der USA sehen wollten, bevor sie diese Liquidität zugunsten von neuen Investitionen auflösen würden.

Kupfer Managed Money Position

Quelle: Bloomberg, Saxo Bank

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