Die Bestrebungen, der Umwelt zuliebe die Emissionswerte zu senken, sind in den Köpfen der Politiker stärker verankert als man annehmen möchte. Im Laufe der letzten Jahre haben Länder wie die USA, Kanada, Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Österreich und Finnland beschlossen, oder zumindest in Vorbereitung, komplett aus der Energiegewinnung durch Kohle auszusteigen.

Bei den USA ist es nun allerdings fraglich, ob der neue Präsident den Grundsatzwillen von Präsident Obama fortführen wird. Dieser hatte bereits im Jänner 2016 Untersuchungen einleiten lassen, die Belastungen der Umwelt durch Kohle zu bewerten. Dies als Teil seines Gesamtplanes mehr erneuerbare Energie im Lande zu etablieren. Obama war sogar gewillt die Vergabe neuer Lizenzen für den Kohleabbau einzuschränken. Ob dies nun dem neuen Präsidenten Trump ins politische Programm passt, bleibt abzuwarten, denn staatliche Kohleminen hatten bislang durch den Umsatz von mehreren 100 Mio. Tonnen an Kohle jährlich gutes Geld in die Staatskassen gebracht.

Kanadas liberale Regierung hat den gleichen Weg eingeschlagen. Umweltministerin Catherine McKenna hat am Montag vergangener Woche verlautbart, dass sie mit ihrem Ministerium daran arbeite, Kanada bis 2030 völlig von der Energieversorgung durch Kohle zu befreien und durch nachhaltig erneuerbare Energie zu ersetzen. Nun, in Kanada beträgt der Anteil der Kohle zur Energiegewinnung nur rd. 10%, nicht vergleichbar mit den gewaltigen Mengen, die dafür im asiatischen Raum verbrannt werden. In erster Linie betrifft dies die Provinzen Alberta, Saskatchewan, Nova Scotia und New Brunswick, wo eine große Anzahl von Kohlekraftwerken etabliert sind. Alberta hat bereits 2012, also noch unter Regierung der Konservativen, mit einem frühzeitigen Ausstieg begonnen und 10 Megatonnen an Treibhausgasen jährlich eingespart. Die anderen Provinzen werden zusätzliche 5 Megatonnen bis 2030 abbauen. Alleine die 5 Megatonnen entsprechen einer Umweltbelastung jährlich, die durch rd. 1,3 Mio. Fahrzeugen entsteht.

Finnlands Regierung hat diese Woche Donnerstag ebenfalls verlautbart, dass man bis 2030 vollständig aus der Energiegewinnung durch Kohle ausgestiegen sein möchte. Auch in Finnland ist dieser Schritt ein Teil des Gesamtplanes, den man bis zu Jahr 2050 umsetzen möchte, und der festhält, bis 2050 ausschließliche Energieerzeugung durch umweltfreundliche und nachhaltige Technologien zu nutzen. Kohle ist derzeit für rd. 8% der finnischen Energieversorgung zuständig. Die Bestrebungen Finnlands zeigten sich bereits seit 2012, als man die Verdoppelung der Windkraftnutzung ins Programm aufnahm. Heuer hat man seitens der Regierung bereits weitere 85 Mio. Euro in den Sektor für erneuerbarer Energie investiert.

Auch wenn von Seiten Frankreichs, Dänemark, Großbritannien und Österreich keine genauen Daten am Markt kursieren, so weiß man zumindest von einer Veröffentlichung des französischen Premierministers, wonach bis 2023 alle Kohlekraftwerke geschlossen werden sollen.

Natürlich haben diese Abbaupläne keine allzu große Auswirkung auf den gesamten Weltverbrauch der Kohle, aber sie zeigen, dass das Umweltbewusstsein mittlerweile zum politischen Programm geworden ist. Im Sinne der Schaffung von gesundheitlich besseren Bedingungen für die Bevölkerung sind diese Beschlüsse und deren Umsetzungen absolut zu begrüßen. Dem neuen Trend der Energiespeicherung bei Windkraft- und Solarenergiegewinnung könnte die Wende ebenfalls verbesserte Absatzmärkte erschließen. Aber auch für das Kaufverhalten der Bevölkerung ebenso, wenn es darum geht, auf die Elektromobilität umzusteigen.