Eine signifikante Neubewertung des Goldpreises könnte bevorstehen. Zusammen mit Eric Sprott betrachten wir die Zahlen von asiatischem Import und weltweiter Produktion.

Wenn ein Kenner der Branche mit über 40 Jahren Erfahrung wie Eric Sprott, Gründer von Sprott Asset Management, seine Sichtweise bezüglich des Goldpreises darlegt, sollte man genau hinhören. Wie er kürzlich in einem Interview erklärte, erwartet er in den nächsten 24 Monaten einen deutlich höheren Goldpreis.

Grund sei zum einen die hohe physische Goldnachfrage aus China und Indien und zum anderen eine Goldversorgungslücke. Große Mengen physisches Gold wandert von West nach Ost. Er nennt dies den „Chinese Gold Vortex“ also den chinesischen Gold-Wirbelsturm. Wenn nun dem Westen das Gold ausgeht, müsste der Goldpreis deutlich ansteigen. Der Ausverkauf von Gold und auch Silber basiere vermutlich auf dem Bestreben der westlichen Banken einen physikalischen Goldvorrat zu generieren, erklärt Sprott. Denn der Goldmarkt-Kenner nimmt an, dass die Banken in der westlichen Welt zu wenig Gold besitzen.

Als die Edelmetallpreise 2012 und 2013 nach unten gegangen sind, wurde eine Menge Gold auf den Markt gebracht. Vorher in ETFs (Exchange Traded Funds) angesammeltes Gold wurde insbesondere von den großen Institutionen wieder verkauft. Das Goldangebot stieg um geschätzte 900 Tonnen im vergangenen Jahr. Der Bedarf an Gold pro Jahr liegt bei rund 4300 Tonnen. Dabei kommen etwa 3000 Tonnen Gold aus der Minenproduktion und die übrigen 1300 Tonnen aus dem Recycling. In 2013 kamen noch die etwa 900 Tonnen Gold von den ETFs, die liquidiert wurden, dazu. Das bedeutete immerhin ein zusätzliches Angebot von 21 Prozent.

Ein Beispiel wie der Goldmarkt beeinflusst – um nicht zu sagen manipuliert – wird, kann man an der Entwicklung in Indien 2013 sehen. Sprott sagt, dass die normalen Importe von Indien pro Monat rund 80 Tonnen in der Vergangenheit betragen haben. Und diese Zahl würde noch gar nicht das Volumen des Schmuggels mit einbeziehen, der ebenfalls eine beachtliche Größe sein dürfte. Im vergangenen Jahr hat die indische Zentralbank eine Regel nach der anderen eingeführt, um die indischen Konsumenten vom Goldkauf abzuhalten. Dies ist gelungen und der Goldimport ging auf rund 20 Tonnen zurück – zumindest der offizielle Teil. Doch wenn man annimmt, dass die weltweite Minenproduktion – ohne Russland und China, die kein Gold exportieren, rund 190 Tonnen pro Monat beträgt, bleibt nicht viel für den Rest der Welt übrig für den Konsum. Denn allein Indien dürfte weiter pro Monat 50 Tonnen und China 90 Tonnen pro Monat kaufen.

Steigt also der Goldpreis – wovon bei den Aussagen von Sprott ausgegangen werden kann – , so dürften Goldminenaktien einen kräftigen Schub erfahren.

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Warum der Goldpreis steigen wird – Teil 2

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