Weltweit belaufen sich die Ressourcen und Reserven von Erdgas auf rund 820.000 Milliarden Kubikmeter. Davon kann rund ein Viertel auch technisch und wirtschaftlich sinnvoll wirklich abgebaut werden. Bei der derzeitigen Verbrauchsmenge reicht das bekannte Erdgas noch rund 60 Jahre. Die weltweit größten Reserven (fast 25 Prozent) finden sich in Russland. Es folgen Iran, Katar und Turkmenistan. Die USA liegen auf dem sechsten Platz. Auch bei den Ressourcen führt Russland die Liste mit fast 27 Prozent an. Hier folgen die USA, China und Kanada auf den weiteren Plätzen.

Erdgas soll im weltweiten Energiemix künftig eine stärkere Stellung zukommen. Vor allem aus Asien kommen immer mehr Begehrlichkeiten nach neuen Erdgasfeldern. Dort ist die Nachfrage nach Erdgas besonders hoch. Investoren wittern ein gutes Geschäft.

Kanada ist sehr daran interessiert, seinen Stand in der Erdgas-Welt zu halten und weiter auszubauen. Seit mehr als 30 Jahren ist das Land, mit großem Abstand zu den USA und Russland, der drittgrößte Förderer von Erdgas. Um diese Position zu festigen, muss man neue Quellen finden. In vielen Regionen wird daher nach neuen Lagerstätten gesucht, häufig auch mit staatlicher Hilfe.

So will die Regierung von British Columbia in den kommenden drei Jahren 29 Millionen Dollar in die Suche nach flüssigem Erdgas investieren. Vier verschiedene Ministerien kommen in den Genuss der Gelder. Damit soll die Industrie zu neuen Suchen motiviert werden. Man will dafür sorgen, dass Genehmigungen rascher erteilt werden, zugleich achtet man auf den Umweltschutz.

Gleichzeitig gibt es in British Columbia jedoch auch sehr konkrete Pläne, eine spezielle Einkommenssteuer für Unternehmen aus der Gasbranche einzuführen. Darüber wird seit längerer Zeit diskutiert, die Steuer ist somit keine Überraschung für die Branche. Wahrscheinlich ab Herbst werden die Abgaben Realität. Diese sind in zwei Stufen unterteilt. Sie betragen 1,5 Prozent bzw. 7,5 Prozent. Höhere Steuern sind derzeit nicht geplant, da man ein verlässlicher Partner für die Industrie bleiben will und gleichzeitig neue Investoren anlocken möchte. Mit höheren Steuern würde man diese hingegen vergraulen.

Attraktiv ist die Provinz für Investoren dadurch, dass sie auch Steuererleichterung schafft. Wer als Investor in die Rohstoffindustrie investiert, kann diese Ausgaben von seinem Einkommen abziehen. Das soll vor allem ein Anreiz sein, um Junior Explorer an die großen Finanztöpfe heranzuführen. Die Regierung glaubt, den Sektor so weiter beleben zu können. Im Vorjahr sind dort bereits 476 Millionen Dollar in Explorationsarbeiten geflossen.

Doch es gibt auch Kritik an den aktuellen Regierungsplänen, die sich vor allem auf die Umweltproblematik beziehen. Einzelnen Gruppen sprechen sich dabei vor allem gegen das Fracking aus, das auch bei der Gasförderung zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu Europa sind diese Stimmen jedoch bisher noch eher leise.