Bergbauprojekte werden häufig von der lokalen Bevölkerung kritisch gesehen. Trotz einer Genehmigung der Regierung gibt es an der Basis Proteste. Bewohner umliegender Orte fühlen sich häufig übergangen. Man hat nicht mit ihnen geredet, hat sie nicht informiert, sie sehen für sich keine Vorteile in den neuen Projekten. Das kann gravierende Folgen für die Pläne der Konzerne haben. Entsprechende Proteste ziehen sich über alle Kontinente.

Im griechischen Thessaloniki haben 15.000 Menschen gegen Goldprojekte demonstriert, danach hat mindestens eine Mine für die kommenden Jahre ihre Arbeit eingestellt. In Peru hat es bei ähnlichen Protesten sogar Tote gegeben. In Guatemala, Ecuador, Kolumbien oder auch Tibet richten sich die Proteste der Bevölkerung ebenfalls gegen diverse Minenprojekte.

Der Druck der Straße zwingt Regierungen bisweilen zum Umdenken. Vielerorts werden inzwischen die lokalen Behörden und auch die Bevölkerung in die Planung von Bergbauprojekten mit integriert. Je früher dies gelingt, desto höher sind die Erfolgsaussichten. Denn die einheimische Bevölkerung hat häufig keinen Bezug zur Regierung in der fernen Hauptstadt, man setzt auf eigene Initiativen. Ihnen geht es dabei nicht nur um Aspekte des Umweltschutzes. Die Wasserproblematik und das Recht, gewisse Ländereien zu nutzen oder zu befahren, sind weitere heiße Themen, ebenso die Abwässer und die Entsorgung des Mülls. Für die meist armen Gemeinden ist es wichtig, dass sie wirtschaftlich davon profitieren.

Südafrika hat in dieser Hinsicht Vorbildcharakter für viele andere Länder. Hier werden Minenbetreiber verpflichtet, die Dörfer der Umgebung am Wohlstand teilhaben zu lassen. Lokale Geschäfte und Firmen sollen möglichst viele Waren und Dienstleistungen für die Minenbetreiber erbringen. Dafür gibt es sogar feste Quoten. Beispielsweise sollen 50 Prozent der Verbrauchsgüter vor Ort erworben werden. Bäcker und Supermärkte machen ein gutes Geschäft, es entstehen Arbeitsplätze für die Bevölkerung. Auch in den Minen sollen verstärkt lokale Arbeitskräfte engagiert werden. Andere Länder folgen dem südafrikanischen Beispiel und sorgen so für eine Art Selbstverpflichtung von Minenbetreibern.

Eine solche Politik bringt letztlich auch den Bergbaukonzernen etwas. Der Widerstand der Bevölkerung ist geringer, teils müssen niedrigere Lizenzgebühren und Strafen an Regierungen gezahlt werden. Die Kosten für die Sicherheit können gedrückt werden, man kann teils auf teure externe Arbeitskräfte verzichten.

Die Experten von Deloitte sehen diese Entwicklung als einen wichtigen Trend im neuen Jahr an. Konzerne müssen die Kommunikation mit der einheimischen Bevölkerung verbessern, sie müssen Komitees einrichten, in denen man informiert und beratschlagt. Auch Investitionen in Bildungseinrichtungen vor Ort zahlen sich aus. Sie dienen zugleich als Investment der Konzerne in die eigene Zukunft. So gewinnt man Vertrauen und die Zusammenarbeit wird erleichtert. Die Experten schlagen vor, lokale Arbeiter auch für höhere Posten zu qualifizieren, entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen müssen geschaffen werden. Als Beispiel führen die Deloitte-Consultants British Columbia an. Dort kooperieren verschiedene Minengesellschaften, um eine Art Akademie, ein Trainingscamp, für die First Nations zu schaffen. So soll der Nachwuchs aus der Region an neue, schwierigere Aufgaben herangeführt werden.

Lesen Sie hierzu auch:

Bergbautrends 2014: Teil 1 – Einstellen auf neue Zeiten

Bergbautrends 2014: Teil 2 – Das Spiel von Angebot und Nachfrage

Bergbautrends 2014: Teil 3 – Die Kosten und der Wettbewerb

Bergbautrends 2014: Teil 4 – Die große Frage nach dem frischen Geld

Bergbautrends 2014: Teil 5 – Die Frage der Investitionen

Bergbautrends 2014: Teil 7 – Regierungen werden zum Problemfall

Bergbautrends 2014: Teil 8 – Betrug und Korruption

Bergbautrends 2014: Teil 9 – Die Todesgefahr unter Tage

Bergbautrends 2014: Teil 10 – Die Suche nach fähigen Mitarbeitern