Kupfer: Höhere Kosten und sinkende Vererzungsgrade

Kupfer: Höhere Kosten und sinkende Vererzungsgrade

Die Analysten der SNL Metals Economics Group, einem führenden Anbieter von Analysen und Informationen der weltweiten Bergbauindustrie, beschreiben die globale Situation für das vergangene Jahr bei Kupferminen als gekennzeichnet durch steigende Kosten und niedrigere Vererzungsgrade. Die Kosten wären durch steigende Preise für Energie, Steuern und Abgaben, höhere Auflagen bezüglich des Umweltschutzes und höhere Lohnkosten gestiegen. Gleichzeitig nehmen die Vererzungsgrade der größten Minen ab, da viele dieser Projekte bereits ihren Höhepunkt überschritten hätten.

Neben den Produktionskosten sind in den letzten Jahren auch die Kosten für den Bau und die Inbetriebnahme neuer Kupferminen stark gestiegen. Mit Ausnahme des Krisenjahrs 2009 sind die Kosten für Neuprojekte in den letzten 20 Jahren um durchschnittlich 15% pro Jahr angestiegen. Der Anstieg der operativen Kosten ist sogar noch heftiger ausgefallen, hier haben sich die Kosten in den letzten 10 Jahren verdreifacht und liegen aktuell bei durchschnittlich knapp 1,50 US-Dollar/lbs. Zu diesen operativen Kosten kommen noch die Kosten für die Instandhaltung der Anlagen, weitere Exploration des Minengeländes, um abgebaute Resourcen zu ersetzen, sowie die schon beschriebenen, explodierenden Anfangsinvestitionen beim Aufbau der Mine. Kein Wunder also, wenn die großen Bergbauunternehmen alles daran setzen, ihre Investitionen länger zu amortisieren und dann auch niedergrade Erze abbauen, um die Laufzeit einer Mine zu verlängern. Rechnet man diese weiteren Kosten mit ein, so ergibt sich aktuell ein Niveau von ca. 2,25 USD – 2,50 USD /lbs an Gesamtkosten für die Minen, und die ehemals hohen Gewinnmargen im Kupfersektor sind bei aktuellen Kupferpreisen um 3,10 USD/lbs bereits deutlich geschrumpft.

Obwohl zwischen 1998 und 2012 über 100 zusätzliche Kupferlagerstätten mit insgesamt knapp 400 Millionen Tonnen Kupfer entdeckt worden sind, haben die Bergbauunternehmen nur ca. 10% davon soweit exploriert, dass diese Vorkommen als gesicherte Reserven gelten. Das liegt nicht nur an den hohen Kosten, die den wirtschaftlichen Abbau so mancher Resource in Frage stellen, sondern auch an politischen Blockaden und zunehmend daran, dass sich Explorer und Junior-Unternehmen kaum noch am Markt refinanzieren können. Dabei entfiel der größte Teil der Neuentdeckung auf die bereits als große Kupferproduzenten bekannten Staaten in Lateinamerika.

Durch die hohen Anfangsinvestitionen sind die Unternehmen gerade in den ersten Produktionsjahren bemüht, möglichst schnell in die Gewinnzone zu kommen und bauen (sofern dies geologisch sinnvoll und möglich ist) zunächst die höhergradig vererzten Zonen einer neuen Mine ab. Jetzt wo viele Minen in die zweite Hälfte ihrer prognostizierten Lebensdauer eintreten, wird zunehmend das niedergradige Erz abgebaut, um bei den aktuell immer noch hohen Kupferpreisen auch noch "den Rest" gewinnbringend abzubauen. Dazu haben sich selbst die großen Bergbaugiganten massive Programme zur Kostenreduzierung auferlegt und meiden aktuell die hohen Investitionen, die zur Inbetriebnahme einer Mine notwendig sind und versuchen eher, mit wesentlich geringeren finanziellen Mittel die Laufzeit der bestehenden Minenprojekte zu verlängern.

Im Zeitraum von 2001 bis 2012 hat laut einer Studie der SNL Metals Economics Group der durchschnittliche Vererzungsgrad bei 47 analysierten Minen um fast 30% abgenommen. Aber nicht nur die Vererzungsgrade der laufenden Minen haben abgenommen, auch die Vererzungen bei den neuen Entdeckungen lagen deutlich unterhalb der Vererzungen früherer Explorationen.

Immerhin steigt die globale Kupferproduktion weiterhin. Große Projekte wie das Oyu Tolgoi Projekt von Rio Tinto in der Mongolei und Erweiterungen von bestehender Projekte, beispielsweise der großen chilenischen Kupferminen habe zwar dafür gesorgt, dass die jährliche Kupferproduktion bis zum Jahre 2012 kontinuierlich gestiegen ist (und weiter steigen wird), jedoch ist der Angebotsanstieg und der Preisverfall bei Kupfer schon allein durch die hohen operativen Kosten begrenzt.

Wie auch andere Metalle hat Kupfer in den letzten 12 Monaten unter einem Preisverfall gelitten und sich zuletzt im Bereich von knapp über 3 USD/lbs stabilisiert. Nachdem die Chinesische Regierung heute verkündet hat, man werde ein absinken des Wirtschaftswachstums unter 7% pro Jahr nicht zulassen und ggf. stützend eingreifen, scheint der Boden beim Kupferpreis zunächst gefunden.

Ihr Manuel Giesen

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