Kolumne von Ingrid Heinritzi

Chinas Wachstum braucht Kohle

Chinas Kohle-Importe bezogen auf Kohle minderer Qualität sinkt. Das Land der Mitte braucht vermehrt Kohle hoher Qualität.

So fiel im Mai im Vergleich zum Vormonat die Einfuhr von Kohle minderer Qualität um 3,9 Prozent. Anders sieht es bei hochwertiger Kohle aus. China wächst und sein Energiebedarf steigt. Wie die Experten von Macquarie verlauten lassen, stieg Chinas Bedarf an Energie im Mai im Vorjahresvergleich um rund 5 Prozent an. Für das vierte Quartal 2013 gehen sie sogar von einer Steigerung um etwa 8 Prozent aus. Und hier spielt die qualitativ hochwertige Kohle eine große Rolle.

Auch die Analysten des vom norwegischen Staat kontrollierten Ölkonzerns Statoil sind optimistisch: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird weltweit weiter wachsen. Statoil-Chef-Volkswirt Eric Wärness errechnete mit seinem Stab von Analysten, dass das Welt BIP von 2012 bis 2040 um mehr als 100 Prozent zulegen wird. Das bedeutet einen jährliche durchschnittliche Wachstumsrate von 2,8 Prozent. Das widerspricht keineswegs den jüngsten Daten der Weltbank, die 2013 von einem Wachstum der Weltwirtschaft von nur mehr 2,2 Prozent ausgeht. Denn kann erst einmal die aktuelle Staatsschuldenkrise überwunden werden, sind langfristig wieder höhere Wachstumsraten drin. Denn dann können Investitionen wieder besser finanziert werden und auch die Privaten werden wieder aktiver.

China und vor allem Indien treiben das Wachtum an. Indien dürfte nach Statoil-Berechnungen sein BIP um nahezu 500 Prozent ausweiten. China steht mit rund 350 Prozent ebenfalls deutlich über dem Welt-Durchschnitt. Der Anteil der Nicht-Industrieländer wie sie durch die OECD dargestellt werden, dürften von 1990 bis 2015 rund 40 Prozent zum Weltwirtschaftswachstum beigetragen haben. Von 2015 bis 2040 dürfte dieser Anteil auf 60 Prozent zulegen.

Dieser Wandel der Wachstumsregionen ist insofern wichtig für die Energiemärkte, da in den aufstrebenden Ländern unserer Erde für das Wachstum mehr Energie verbraucht wird als in den modernisierten Ländern. Doch ein Wachstum des Welt-BIP von gut 100 Prozent zwischen 2012 und 2040 bedeutet nicht, dass 2040 auch mehr als doppelt soviel Energieträger verbraucht werden als 2012. Das kann auch gar nicht gehen. Denn woher sollte allein schon eine Verdoppelung der Ölförderung her kommen. Auch wenn alle Schieferöl-Vorkommen erschlossen würden, dürfte dies nicht reichen. Eric Wärness sieht in einer Abnahme der Energieintensität zur Erstellung des BIP eine Lösung. So dürften zur Produktion von einer Million Dollar an Welt-BIP (auf Basis von 2005er Preisen) 1990 noch zirka 290 Tonnen Öl-Äquivalent nötig gewesen sein (eine Tonne Öl-Äquivalent entspricht etwa 1,4 Tonnen Kohle, die 41,87 Gigajoules Energie beinhalten). 2040 dürften nur noch etwa 170 bis 180 Tonnen nötig sein. Das bedeutet die Nachfrage nach Energieträgern wird zwar ebenfalls steigen, aber mit deutlich geringerer Dynamik als das Welt-BIP selbst. Aufgrund der um rund 35 Prozent verbesserten Energie-Effizienz wird das jährliche Energie-Nachfrage-Wachstum nur durchschnittlich 1,3 Prozent betragen.

Die Statoil-Experten gehen davon aus, dass von dem 1,3-prozentigen Wachstum der Energienachfrage alle Energieträger profitieren werden. Öl mit einem jährlichen Wachstum von 0,5 Prozent weniger und erneuerbare Energien mit 8,9 Prozent deutlich überdurchschnittlich. Obwohl Statoil ein Öl- und Gasproduzent ist, beschäftigen sich die Statoil-Analysten natürlich auch mit anderen Energie-Rohstoffen, insbesondere der immer noch extrem bedeutenden Kraftwerkskohle. Immerhin sollte Kohle vor allem durch die hohe Nachfrage in China und Indien ihren Weltmarktanteil am Energie-Mix von 27 Prozent heute auf 28,5 Prozent 2015 steigern. Danach dürfte der Weltmarktanteil bis 2040 auf 23,3 Prozent absinken. Insbesondere Umwelt-Bedenken, wie sie derzeit bereits immer mehr in China ersichtlich sind, dürften dazu beitragen.

Doch in den kommenden Jahren sollten insbesondere die Produzenten von Kohle mit guter Heizqualität und wenig Schwefel profitieren. Denn Umwelt schädlichere Kohle mit vergleichsweise niedrigem Heizgehalt wird wohl wie in China derzeit immer mehr von den Verbrauchern abgelehnt. Da die Kohle-Nachfrage insbesondere in Asien ansteigt, dürften die dort beheimateten Kohleproduzenten am meisten profitieren.

Ein Konzern aus dieser Reihe ist Energy Earth(WKN: A1H5QS). Der zweitgrößte thailändische Kohleproduzent liefert qualitativ gute Kraftwerkskohle aus seinen Kohlegruben in Indonesien und Myanmar nach China, Thailand und Indien. Das Unternehmen arbeitet daran zusätzliche neue Absatzmärkte zu erlangen. Das Wachstum der Kohle-Produktion bei den Thailändern ist sehenswert. Die Produktion konnte Energy Earth in den vergangenen Jahren stark steigern von 0,7 Millionen Tonnen im Jahr 2010 auf 5,4 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Im laufenden Jahr liegt der Plan bei 8 Millionen Tonnen.

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