Chinesen reißen sich ums Gold

Der jüngste Kursverfall beim Gold hat nicht nur negative Auswirkungen. In Asien hat in der Folge die Nachfrage nach dem Edelmetall deutlich angezogen. Japan meldet große Käufe aus der Bevölkerung, in Indien wird die Kauflaune durch eine Reihe von Festen noch weiter gestützt, doch nirgends gibt es derzeit einen solchen "Run" wie in China. Medien berichten, dass sich vor etablierten Goldgeschäften in Peking und Schanghai lange Schlangen gebildet haben.

Gold kostet in dem großen asiatischen Reich derzeit so wenig wie seit Sommer 2010 nicht mehr. Viele Chinesen sind in ihren Investitionsmöglichkeiten eingeschränkt, für viele ist Gold vor allem ein psychologisches Investment. Die jüngsten Daten aus der Wirtschaft deuten an, dass diese sich abkühlt, da wollen viele Mitglieder der Mittelschicht ihr Vermögen retten bzw. bewahren und investieren in Gold, vor allem bei solch günstigen Kursen.

Genaue Statistiken zu chinesischen Goldeinfuhren sind schwer bis gar nicht zu bekommen. Doch Händler in China berichten, dass sich die Goldnachfrage vor allem zur Monatsmitte im ganzen Land verdreifacht bis verfünffacht hat. In vielen Städten war es sogar unmöglich, überhaupt noch an Gold zu kommen. Je nachdem, wen man fragt, hört man, dass man sich in den vergangenen 20 oder auch 50 Jahren nicht an einen solchen Goldrausch erinnern kann. Die Zentralbank bestätigt ebenso den hohen Goldkonsum. Dort ist man sich bisher aber nicht sicher, ob damit neue Rekorde erreicht wurden.

Aufgrund der Goldknappheit in China haben sich viele Festlandschinesen an ihre guten Beziehungen zu Hongkong erinnert und sind dort auf Einkaufstour gegangen. Entsprechend musste auch so manches Geschäft in der früheren britischen Kronkolonie ein "ausverkauft" ins Schaufenster hängen. Dortige Händler berichten, dass die Nachfrage seit den 80iger Jahren nicht mehr so hoch gewesen sei. Vor allem Goldbarren wurden stark nachgefragt.

Die Sorge vor einer schwachen Währung kann die Chinesen, im Gegensatz zu den Japanern, nicht ins Gold treiben, eher ist es das Bemühen, eine wertstabile Anlage zu günstigen Preisen zu erwerben. Die ansonsten oft genannte Inflation ist ebenfalls in China auf dem Rückzug, auch das fällt als Grund aus. Eher ist es die Sorge, dass sich das Wirtschaftswachstum abkühlt, das besser betuchte Chinesen umtreibt. Die berüchtigten 8,0 Prozent Wachstum wurden im ersten Quartal leicht verfehlt. Das ist für die Mittelschicht ein erstes Alarmsignal und ein Anreiz, sich weiter im Gold zu engagieren. Der Boom aus dem Reich der Mitte scheint noch nicht vorbei zu sein.

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