Die vorläufige Bilanz der zehn größten Goldproduzenten

Die Goldproduktion der zehn größten, börsengelisteten Goldproduzenten fiel im Jahr 2012 um ca. 3,4% auf 30.9 Millionen Unzen (2011 waren es noch 32 Millionen Unzen). Dabei verzeichneten sieben der zehn größten Goldproduzenten einen Produktionsrückgang, während nur drei Unternehmen ihre Produktionsmenge vergrößern konnte.

Abbildung 1: Produktionsmengen der größten, börsennotierten Goldproduzenten in 2011 und 2012. Die Zahlen stammen aus den aktuellen Berichten bzw. Ausblicken der Unternehmen. Kinross und Gold Fields veröffentlichten Zahlen zum Gold Äquivalent anstelle von produzierten Goldunzen (Quelle der Grafik: Flickr/ Sam Churchill)

Mit 7.42 Millionen Unzen ist das kanadische Unternehmen BARRICK GOLD weiterhin der größte Goldproduzent der Welt und konnte diese Position mit großem Abstand verteidigen. Jedoch musste auch BARRICK GOLD im letzten Jahr einen Produktionsrückgang von 3,4% hinnehmen, da sich die Produktionsergebnisse auf allen Kontinenten (mit Ausnahme von Nordamerika) abgeschwächt haben. Immerhin konnte BARRICK GOLD seine geplanten Produktionsziele erreichen.

Die Produktionsmenge des US-Unternehmens NEWMONT MINING CORP. fiel im Jahr 2012 unter die Marke von 5 Millionen Unzen auf 4.98 Millionen Unzen. Im Vorjahr hatte die Produktionsmenge noch 5.19 Millionen Unzen betragen, was einem Rückgang von 4% entspricht. Hauptursache für diesen Produktionsrückgang ist der dramatische Produktionseinbruch auf NEWMONT MINING’s Batu Hijau Mine, wo die Produktion um fast 80% eingebrochen ist, sowie weiteren Minen in der Region Asien/Pazifik, die für einen Produktionsrückgang von 6% verantwortlich sind.

Das drittgrößte Unternehmen, die Südafrikanische ANGLO GOLD ASHANTI erlitt 2012 ein schwieriges Produktionsjahr, welches von Sicherheitsbedenken und Strikes in den Südafrikanischen Minen geprägt war. Die Produktionsmenge ging um ca. 3% auf 4.16 Mio Unzen zurück. Auch die Nummer vier der Branche, ebenfalls aus Südafrika, GOLD FIELDS, musste einen Produktionsrückgang von ca. 6% auf ca. 3.3 Millionen Unzen hinnehmen. Neben illegaler Strikes waren hier ein Feuer in der Ya Rona Shaft Mine und ein damit verbundener Produktionsausfall Ursache für den Produktionsrückgang.

Die Nummer fünf, die kanadische KINROSS GOLD, ist das erste Unternehmen in der Top Ten, dem es 2012 gelang, die Produktionsmenge auszuweiten. KINROSS produzierte 2012 etwa 2.62 Millionen Unzen, und damit etwa 3% mehr als 2011. Dabei kämpft auch KINROSS mit Schwierigkeiten, beispielsweise mit seinem Fruta del Norte Projekt in Ecuador. Die Produktionsvergrößerung stammt hauptsächlich aus einer stärkeren Produktion auf KINROSS Fort Knox Projekt. Die Nummer sechs, die GOLDCORP Inc. Produzierte 2012 2.39 Millionen Unzen Gold und damit 4,8% weniger als in 2011. Der Rückgang der Produktionsmenge geht einher mit dem Rückgang der Goldvererzungsgrade in zahlreichen wichtigen Projekten.

Die australische NEWCREST MINING, produzierte 2012 in etwa 2.07 Millionen Unzen Gold und musste mit 14% Produktionsrückgang den heftigsten Einbruch der "großen Zehn" verbuchen. Ursache für den Produktionsrückgang sind neben sinkenden Vererzungsgraden in den Projekten in Australien und Südwestasien auch unplanmäßige Produktionsunterbrechungen durch den Ausfall von Gesteinsmühlen und unerwartet schlechten Bodenverhältnissen.

Die achtplatzierte POLYUS GOLD aus Russland konnte als einziges Unternehmen die Produktionsmenge im Jahresvergleich um mehr als 10% steigern. 2012 produzierte POLYUS GOLD 1.68 Millionen Unzen, und damit 12% mehr als in 2011. POLYUS GOLD erklärt seinen Erfolg mit kontinuierlichen Investitionen in die Projekte und einer damit verbundenen operativen Verbesserung auf den Projekten.

Die südafrikanische HARMONY GOLD MINING auf Platz neun produzierte 2012 1.22 Millionen Unzen Gold und musste ebenfalls einen Produktionsrückgang von etwa 8% verkraften.

Um den zehnten Platz streiten sich die peruanische BUENAVENTURA und die kanadische YAMANA GOLD, wobei in diesem Jahr BUENAVENTURA mit 1.06 Millionen Unzen gegenüber 1.02 Millionen Unzen von YAMANA GOLD knapp den Vorsprung behielt.

Ein erster Ausblick für 2013 verspricht eine gegenüber 2012 leicht erhöhte Goldproduktion, da die Unternehmen angekündigt haben, ihren Output geringfügig zu steigern. Anhand des bei fast allen Unternehmen präsenten Themas der sinkenden Vererzungsgraden, steigender Produktionskosten und geringer Risikobereitschaft bei der Akquisition / Exploration bleibt es spannend, ob die Unternehmen dieses angekündigte Ziel 2013 erreichen können. Zudem werden in weiteren Ländern neue, zusätzliche oder höhere Steuern auf die Gewinne aus dem Goldgeschäft diskutiert, was die Investitionsbereitschaft weiter bremsen dürfte.

Ihr Manuel Giesen

Hinweis: Der Autor hält von keinem der o.g. Unternehmen derzeit Aktien in seinem eigenen Depot! Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, sondern spiegeln nur die Meinung des Autors wider. Ich übernehme keinerlei Haftung für finanzielle Verluste, Irrtümer sind vorbehalten! Börsengeschäfte, besonders Termingeschäfte, beinhalten Risiken, die zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals und darüber hinaus führen können! Alle Angaben und Quellen werden sorgfältig recherchiert. Für die Richtigkeit sämtlicher Inhalte wird jedoch keine Garantie übernommen. Ich behalte mir trotz größter Sorgfalt einen Irrtum insbesondere in Bezug auf Zahlenangaben und Kurse ausdrücklich vor. Die enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die für zuverlässig erachtet werden, erheben jedoch keineswegs den Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Aufgrund gerichtlicher Urteile sind die Inhalte verlinkter externer Seiten mit zu verantworten (so u.a. Landgericht Hamburg, im Urteil vom 12.05.1998 – 312 O 85/98), solange keine ausdrückliche Distanzierung von diesen erfolgt. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte verlinkter externer Seiten. Für den Inhalt dieser sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.