Die Rohstoffwoche: Nouveau Monde Graphite, Element79 Gold, Albemarle, Kinross Gold, BHP, Barrick Gold, South32

Die Rohstoffwoche: Nouveau Monde Graphite, Element79 Gold, Albemarle, Kinross Gold, BHP, Barrick Gold, South32 picture alliance/dpa/TASS / Sergei Bobylev

Nouveau Monde Graphite kann Abnahmeverträge und Investitionsvereinbarungen unter Dach und Fach bringen  – und damit das Matawinie-Projekt auf den Weg. Dem Weg zur Produktion scheint auch Element79 Gold immer näher zu kommen: Schon wieder wurden hochgradige Ergebnisse aus dem Lucero-Projekt gemeldet. Albemarle indes macht den weiteren Weg von Umsatz und Gewinn von der Entwicklung der Lithiumpreise abhängig – und legt nach einem Rekordumsatz im vergangenen Jahr einen unsicheren Ausblick für 2024 vor. Kinross Gold meldete in dieser Woche ebenfalls Zahlen – und lieferte eine um 1 Mio. Unzen erhöhte Ressourcenschätzung für das Great Bear Projekt gleich mit. BHP indes denkt angesichts fallender Nickelpreise über den Wartungsmodus für Nickel West nach. Barrick Gold konnte den Gewinn im vergangenen Jahr steigern – und South32 entscheidet sich für die Investition in das Zink-Mangan-Projekt Hermosa. Die Rohstoffwoche im Überblick.

Nouveau Monde Graphite schließt Deals mit GM und Panasonic

Die Aktie legte aus dem Stand zweistellig zu: Nouveau Monde Graphite (WKN: A3CMLY, ISIN: CA66979W8429) verkündete am Donnerstag die Unterzeichnung mehrjähriger Abnahmeverträge mit General Motors und Panasonic. Zugleich investieren die beiden Unternehmen auch in NMG.

GM und Panasonic werden demnach über einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren jährlich 18.000 Tonnen aktives Anodenmaterial aus natürlichem Graphit kaufen und jeweils 25 Millionen US-Dollar in den Graphitspezialisten investieren. Weitere Investitionen in größerem Maßstab sind möglich. Zudem investieren der strategische Partner Mitsui und der langjährige Investor Pallinghurst insgesamt 37,5 Millionen US-Dollar.

NGM will Nordamerikas erste vollständig integrierte Quelle für aktives Anodenmaterial aus natürlichem Graphit werden und entwickelt dazu das Matawinie-Projekt in Saint-Michel-des-Saints in Quebec.

Element79 Gold meldet weitere hochgradige Lucero-Ergebnisse

Der kanadische Explorer Element79 Gold Corp. (CSE: ELEM, WKN: A3E41D, ISIN: CA28619A1012) informierte am Mittwoch über die die endgültigen Ergebnisse der Arbeitskampagne 2023 auf dem Minenprojekt Lucero in Arequipa in Peru. Im Zuge dessen wurden die Resultate der letzten 27 von insgesamt 72 Splitterproben gemeldet.

Die Highlights:

  • 1,7 oz/t Gold und 189 oz/t Silber bei Sando Alcalde, Probe LUC2023-059
  • 2,6 oz/t Gold und 3 oz/t Silber in Pillune, Probe LUC2023-063

"Wie erwartet ergaben diese letzten 27 Proben aus dem unterirdischen Probenahmeprogramm 2023 eine beeindruckend hochgradige Gold- und Silbermineralisierung", resümierte Element79 Gold CEO James Tworek. In Kombination mit den früheren Ergebnissen ergebe sich "ein aufregendes Bild dessen, was unserer Meinung nach ein bedeutender, hochgradiger Bergbaubetrieb sein wird".

In der Anfangsphase der Erschließung will sich der Explorer auf die Adern konzentrieren, die in der Vergangenheit kommerzielle Produktion erbracht haben.

Albemarle fährt Quartalsverlust ein

Albemarle (WKN: 890167, ISIN: US0126531013) stellte am Mittwoch die Zahlen für das vierte Quartal das Gesamtjahr 2023 vor. Mit 9,6 Mrd. USD wurde im vergangenen Jahr der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte erzielt. Der Nettogewinn von 1,6 Milliarden US-Dollar bzw. 13,36 US-Dollar pro (verwässerter) Aktie ist der zweithöchste in der Historie und enthält Wertberichtigungen.

Im vierten Quartal fiel allerdings ein Nettoverlust von 617,7 Mio. USD an, nachdem Albemarle im Vorjahresquartal noch einen Gewinn von 1.132,4 Mrd. USD erzielt hatte. Der Ausblick auf 2024 ist mit großen Unsicherheiten verbunden. Das Unternehmen gibt den Umsatz- und Ertragsausblick für drei Lithium-Preisszenarien an. Die Umsatzprognose bewegt sich dabei in einer Bandbreite von 3,2-4,9 Mrd. USD, das EBITDA soll abhängig vom Lithiumpreis 0,7-2,3 Mrd. USD erreichen.

Kinross Gold legt Q4 und FY23 Zahlen vor und erhöht Ressource bei Great Bear um 45 %

Auch Kinross Gold (WKN: A0DM94, ISIN: CA4969024047) berichtete am Mittwoch über die Zahlen für das vierte Quartal sowie das Geschäftsjahr 2023. So wurden im Gesamtjahr 2,1 Mio. Feinunzen Gold zu AISC von 1.320 USD produziert. Die Produktionsmenge stieg damit gegenüber dem Vorjahr um knapp 100 koz an. 2024 will Kinross in etwa genauso viel produzieren – allerdings zu leicht höheren AISC von 1.360 USD. Der operative Gewinn stieg auf 801,4 Mio. USD (2022: 117.7 Mio. USD), der Nettogewinn auf 416,3 Mio. USD (31,9 Mio. USD).

CEO J. Paul Rollinson zog ein positives Fazit: "Unser Minenportfolio hat solide Ergebnisse geliefert, wir haben den freien Cashflow im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und dabei unsere Investment-Grade-Bilanz beibehalten". Der Markt sah es ähnlich: Die Kinross Gold Aktie legte nach der Bekanntgabe in einer ansonsten schwachen Handelswoche deutlich zu.

Im Bericht wurde auch ein Update zur Ressource des Great Bear Projekts in Ontario geliefert. So wurde die abgeleitete Ressourcenschätzung im Vergleich zum Vorjahr um 45% erhöht, wodurch mehr als eine Million Unzen hinzugewonnen wurden.

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BHP denkt über Nickel-Shutdown in Westaustralien nach

BHP (WKN: 850524, ISIN: AU000000BHP4) denkt laut Medienberichten über die Stilllegung der Nickelaktivitäten in Westaustralien nach. Demnach könnte Nickel West – 85 % des dort produzierten Nickels werden an Batterieproduzenten geliefert – in den Wartungsmodus überführt werden.

Außerdem werden die Investitionen und Zeitpläne für die Entwicklung des im vergangenen Jahr im Rahmen der oz-Minerals-Übernahme erworbenen West Musgrave-Projekts überprüft. BHP CEO Mike Henry sieht eine "unsichere Zeit für die Nickelindustrie in Westaustralien". Das Unternehmen reagiere auf die aktuellen Marktbedingungen – der Preis für Nickel hatte 2023 um 40 % nachgegeben.

Barrick Gold steigert Gewinn

Barrick Gold (WKN: 870450, ISIN: CA0679011084) reihte sich in den Zahlenreigen ein und  legte am Mittwoch Zahlen für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2023 vor. Im abgelaufenen Jahr wurde ein bereinigter Nettogewinn in Höhe von 1,326 Mrd. USD erzielt, was einer Steigerung um 10,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie stieg auf 0,84 USD (Vorjahr: 0,75 USD), der freie Cashflow auf 646 Mio. USD (432 Mio. USD). Für das vierte Quartal wurde eine Dividende von 0,10 USD pro Aktie angekündigt.

CEO Mark Bristow kommentierte, Barrick Gold habe "trotz der Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte die Herausforderungen der ersten Jahreshälfte nicht ganz wettmachen" können. Bristow betonte, das Unternehmen habe "den Ausblick für das organische Wachstum beibehalten" und peile "immer noch eine Steigerung der Goldäquivalent3 -Produktion um 30% bis zum Ende dieses Jahrzehnts" an.

South32 investiert 2,2 Mrd. USD in Hermosa Zink-Blei-Silber-Projekt

South32 (WKN: A14QLH, ISIN: AU000000S320) legte am Mittwoch eher durchwachsene Halbjahreszahlen vor. Interessanter war jedoch die taggleiche Meldung über eine wichtige Investitionsentscheidung: Der Vorstand hat 2,16 Mrd. USD für die Erschließung der Lagerstätte Taylor auf dem South32 Projekt Hermosa in Arizona freigegeben.

Hermosa war das erste Bergbauprojekt, das in den FAST-411-Prozess der US-Regierung aufgenommen wurde und ist derzeit das einzige fortgeschrittene Projekt in den USA, das mit Zink und Mangan zwei von der Regierung als kritisch eingestufte Mineralien liefern könnte.

CEO Graham Kerr verwies auf die Machbarkeitsstudie, die "das Potenzial für einen langlebigen, kostengünstigen und kohlenstoffarmen Betrieb mit einer anfänglichen Betriebsdauer von 28 Jahren" bestätige. Die DFS schätzt die durchschnittliche EBITDA Marge auf 50 % und die interne Verzinsung auf 12 %. Taylor soll in der 2027 die erste Produktion erreichen und 2030 die Nennproduktion liefern.