Kolumne von Ingrid Heinritzi

Kohle - schwarzes Gold

Besonders aus China und Indien wird eine stärkere Kohlenachfrage erwartet. Vor allem dann, wenn die Konjunktur in diesen und auch anderen Schwellenländern mehr als vorhergesagt anspringen sollte.

Überrascht die Weltkonjunktur angetrieben von den asiatischen Schwellenländern, dann, so auch die skeptischen Analysten, beispielsweise von der Deutschen Bank, könnten mit Kohle wieder gute Geschäfte gemacht werden. Andererseits gibt es zahlreiche Projekte trotz andauernder niedriger Kohlepreise, die 2013 und 2014 in Produktion gehen werden.

Dass die Kohle-Preise im letzten Jahr zum Teil stark gesunken sind, liegt wohl daran, dass in Amerika für die Stromerzeugung sehr viel Gas produziert wird, da sich Gas der Sorte Henry Hub verbilligt hat. Da in Europa die Gaspreise hoch sind, freut man sich, dass die USA Kohle über den Atlantik exportieren. Die Umweltfolgen scheinen dabei weniger zu interessieren. Demzufolge lag auch der Anteil des durch Kohle erzeugten Stromes in Deutschland bei 19 Prozent, was den höchsten Wert seit 2008 darstellt. In China dagegen wird sogar rund 80 Prozent des Stromes mit Kohle hergestellt.

Der Kohlepreis ging in 2012 um ungefähr 20 Prozent nach unten. Doch 2013 könnte ein kleiner Trendwechsel für den Preis dieses Rohstoffes kommen. So erwarten denn auch die Experten der Barkleys Bank, einem der einflussreichsten Broker-Unternehmen weltweit, dass der globale Bedarf an Kohle um 4 Prozent in 2013 steigen wird. Das sind 32 Millionen Tonnen mehr und damit 894 Millionen Tonnen Kohle. Den Preis für 2013 sehen sie bei durchschnittlich 95 US-Dollar je Tonne. Die Credit Suisse-Analysten prognostizieren einen Durchschnittspreis von 98 US-Dollar je Tonne. Dagegen sehen die Experten der Societe Generale sogar 103 US-Dollar für 2013.

Noch stärker als die Kraftwerkskohle traff es 2012 die für die Stahlproduktion wichtige Kokskohle. Der Preis fiel im Durchschnitt um rund 35 Prozent. Die Talfahrt begann bereits 2011 als das Angebot international größer wurde. Als nun 2012 die Nachfrage nachließ, nahm der Trend eine Verlängerung. Ein an Kohle reiches Land ist die Mongolei. Der relativ neue Produzent konnte mit dieser Situation wohl nicht umgehen. Chinas Nachbar exportiert den Großteil der Kohle nach China. Aktuell hat die Mongolian Coking Coal Miner Tavan Tolgoi (Tawan Tolgoi ist eine riesige Abbaustätte von im Tagebau abbaubarer Steinkohle in der Mongolei) aber die Kohleexporte nach China ausgesetzt. Der Grund sind Preisstreitigkeiten.

China strebt naturgemäß danach die sichere Versorgung mit Kohle aus der Mongolei zu erhalten. So blockierte die mongolische Regierung die Übernahme von Coal Miner South Resources durch Chalco – Chinas größtem Aluminiumhersteller. Der Marktpreis für Lieferungen nach China liegt bei rund 160 US-Dollar je Tonne. Die Mongolen stellten sich jedoch 300 Dollar je Tonne vor. Die Analysten des australischen Brokers Macquarie können sich zumindest vorstellen, dass der Preis 2013 wieder 190 US-Dollar je Tonne erreichen kann. In den darauffolgenden Jahren wären sogar weiter leicht steigende Preise möglich. 300 Dollar sind jedoch wohl nicht so leicht erreichbar. Da müsste die Stahlkonjunktur enormen Zuwachs erleben oder das Angebot zusammenbrechen.

Dieses Umfeld gibt gut finanzierten Kohle-Konzernen die Chance auf dem Markt günstige Kohleprojekte oder ganze Konkurrenten relativ billig zu übernehmen. Das kann auch Anlegern in diesem Sektor Chancen bieten.

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