Die Juweliere und Goldhändler in Indien können sich beruhigen. Ihre Proteste und ihr Streik hatten Erfolg. 21 Tage lang haben viele Händler die Arbeit verweigert, da die indische Regierung eine Goldsteuer von 1 Prozent angekündigt hat. Man sah sich in der Arbeit massiv behindert, die Steuer hatte bereits Auswirkungen auf die Nachfrage. Mit der Steuer wollte das Land rund 110 Millionen Dollar in die Staatskasse holen. Doch die Proteste haben Erfolg, die Steuer ist vom Tisch, der Finanzminister hat sie zurückgezogen. Allgemein wird angenommen, dass die Nachfrage nach Gold jetzt wieder anziehen wird. Der Zeitpunkt der Absage ist für die indische Schmuckindustrie besonders wichtig. Ganz langsam bereitet sich das Land wieder auf die Hochzeitssaison vor, die traditionell die Nachfrage nach Gold stark ansteigen lässt.

Beobachter glauben dennoch, dass Indien 2012 nicht mehr der wichtigste Goldkonsument der Welt sein wird. Diesen Platz könnte das Land an China abgeben. Denn die jüngsten Statistiken von dort deuten an, dass China beim Goldimport massiv zulegt. Wirklich bekannt sind nur die Einfuhren, die via Hongkong geschehen. Und hier melden die Behörden für das erste Quartal einen gewaltigen Anstieg. Wurden in den ersten drei Monaten 2011 rund 19,7 Tonnen Gold via Hongkong nach China eingeführt, explodiert die Zahl im ersten Quartal 2012 auf 135,5 Tonnen. Allein von Februar auf März geht der Wert um 59 Prozent nach oben, während die indischen Werte offenbar stagnieren. 2011 kam China auf eine Goldnachfrage von 770 Tonnen Gold, Indien benötigte 933 Tonnen Gold. Die jüngsten Steigerungsraten deuten jedoch an, dass China 2012 die neue Goldmacht sein wird.