Das Bonmot, dass man von zwei Börsianern drei Meinungen zum gleichen Thema hören wird, ist vielleicht etwas zugespitzt. Doch ohne unterschiedliche Einschätzungen der jeweiligen Situation käme am Markt kein Handel zustande. Daher erstaunen teils weit auseinander gehende Meinungen der Experten nicht – so zu sehen heute bei zwei Expertenmeinungen zum Goldpreis.

Die New Yorker CPM Group glaubt nicht daran, dass die Feinunze Gold in diesem Jahr einen neuen Rekord erzielen wird. Zwar solle sich der Preis auf einem hohen Niveau bewegen, aber den Rekord von 1.921 Dollar aus dem vergangenen Jahr soll die Feinunze nicht überschreiten. Bären müssen sich allerdings keine allzu große Hoffnungen auf eine Baisse des Edelmetalls machen: Die CPM-Analysten glauben nicht an Kurse unterhalb von 1.400 Dollar für die Feinunze Gold – zu hohe Verluste wären damit nicht zu erwarten.

Die Preisentwicklung beim Gold schätzt der Minenkonzern Newcrest Mining dagegen völlig anders ein. Das Management des weltweit zweitgrößten Goldkonzerns rechnet damit, dass der Feinunzenpreis in diesem Jahr noch die 2.000er-Marke erreicht oder sogar überschreitet. Damit wäre das begehrte Edelmetall auf Rekordkurs. Einen wichtigen Einfluss auf die Preisentwicklung dürfte dabei die Inflationsentwicklung nehmen. Nimmt die weltweite Wirtschaft in einem Umfeld niedriger Zinsen Fahrt auf, kann die Inflation sich schnell zum Preistreiber für Gold entwickeln.