Hat der Goldpreis bei 1.180 Dollar sein Tief gesehen? Steht das Edelmetall nach der drei Jahre langen Talfahrt nun wieder vor besseren Zeiten? Die beiden Fragen sind für Rohstoffanleger von entscheidender Bedeutung. Die Charttechnik des Goldpreises spricht dabei durchaus für eine mögliche Trendwende nach oben. Nach einer ersten Aufwärtsbewegung auf knapp 1.390 Dollar kam es zu einer Konsolidierung, die aber bereits bei 1.240 Dollar und damit spürbar über den Tiefs beendet wurde.

Seitdem ist die Feinunze wieder auf Klettertour, in den vergangenen Tagen und auch im heutigen Handel pendelt der Goldpreis zwischen 1.306 Dollar und 1.326 Dollar. Rohstoffexperte Steve Todoruk von Sprott Global Resource Investments führt die Aufwärtsbewegung unter anderem auf die Krise im Irak mit dem Vormarsch der ISIS-Gruppierung und auf Äußerungen der Fed-Chefin Janet Yellen zurück.

Bis wirklich ein neuer Aufwärtstrend das charttechnische Bild beim Gold bestimmt, müssen die Bullen aber noch etwas Arbeit verrichten. Vor allem die Hindernisse bei 1.326/1.331 Dollar und 1.390 Dollar müssen überwunden werden. Dann folgt dem höheren Tief bei 1.240 Dollar auch ein höheres Hoch – ein wichtiges Kennzeichen eines neuen Aufwärtstrends, worauf zum Beispiel auch Todoruk hinweist.

Goldpreisanstieg und neue M&A-Phantasie im Edelmetall-Sektor

Todoruk hatte sich jüngst bereits sehr optimistisch für den Ausblick des Edelmetalls geäußert. In dem Zusammenhang hat der Sprott-Experte zudem auf die steigenden Übernahmephantasien im Sektor hingewiesen. Nach der Rosskur, die viele Goldkonzerne in den vergangenen Jahren durchmachen mussten, stehen vor allem die „Großen“ der Branche mit neuer Finanzkraft dar – dank Kostensenkungen auch bei geringeren Goldpreisen. Jüngste Übernahmen und Zusammenschlüsse im Sektor haben zwar noch nicht für einen M&A-Boom wie einst vor der Baisse gesorgt, sind aber nach der absoluten Flaute bei solchen Transaktionen in den letzten Jahren mögliche Vorboten wieder stärkerer Kaufaktivitäten vor allem der Großkonzerne. Die stehen ohnehin unter Druck, nachdem man die Explorationsarbeiten über Jahre sträflich vernachlässigt hat und kaum Erfolge vorweisen konnte. Das gefährdet das Wachstum und zukünftige Produktionsvolumina.

Eine solche verstärkte M&A-Tätigkeit würde sich in den Kursen vor allem der kleineren Goldminenwerte, die an hoch interessanten Projekten arbeiten, bemerkbar machen. Und tatsächlich war in dem Sektor zuletzt eine klare Outperformance einiger solcher Titel zu beobachten. Todoruk: „Viele kleine Goldminen- und Silberminen- sowie Explorationsgesellschaften haben einen starken Aufschwung beim Aktienkurs in der Periode (gemeint sind die jüngsten Aufwärtsbewegungen beim Goldpreis, d. Red.) gesehen“. Beispiele hierfür sind laut Todoruk vor allem die Anteilsscheine von Mag Silver (ISIN: CA55903Q1046) und Detour Gold (ISIN: CA2506691088), aber auch von Roxgold (ISIN: CA7798992029) oder Agnico-Eagle Mines (ISIN: CA0084741085) – letztere hat zusammen mit Yamana Gold (ISIN: CA98462Y1007) jüngst Osisko Mining übernommen und damit erheblich zur wieder aufflammenden M&A-Phantasie beigetragen.

Todoruk glaubt, dass die Aktienpreise sich auch ohne eine substantielle Verbesserung der Gold- und Silberpreise weiter verbessern können – die neue M&A-Phantasie im Edelmetallsektor ist einer der Gründe hierfür.