Projektfortschritt gewinnt an Fahrt: Bohrkampagne und Verkaufsprozess vor Start bei Afrika-Lithiumexplorer
Lithium Africa Corp. CA53635P1043 A41ZJ0 hat am Springbok-Projekt im Norden der südafrikanischen Provinz Northern Cape in den vergangenen Monaten erheblich an Fahrt gewonnen. Das Unternehmen hatte sich die Lizenz kurz nach seinem Börsengang gesichert. Das Projekt umfasst neben einem großen Lithium-Pegmatitfeld mit einer Ausdehnung von mehr als 50 Kilometern auch die frühere Norrabees-Mine samt einer rund 30.000 Tonnen schweren Halde aus früheren Abbauarbeiten.

Bohrprogramm soll neue Ressource definieren
Für Juli 2026 ist eine Bohrkampagne mit 1.500 Metern Diamant- und 2.000 Metern Reverse-Circulation-Bohrungen geplant. Als Bohrunternehmen wurde Van Zyl Drilling ausgewählt. Im Fokus stehen die beiden Pegmatitkörper Norrabees I und Norrabees II sowie ein neu identifizierter spodumenhaltiger Bereich entlang der Streichrichtung. Spodumen ist das wichtigste lithiumhaltige Mineral in solchen Gesteinen und damit für die wirtschaftliche Bewertung entscheidend.
Eine im Mai abgeschlossene strukturgeologische Kartierung, die in Zusammenarbeit mit der Universität Stellenbosch durchgeführt wurde, hat das geologische Verständnis des Norrabees-Systems grundlegend verändert. Demnach fällt der Pegmatitkörper nach Norden ein, während der vorherige Betreiber von einem südlichen Einfallen ausgegangen war. Diese neue Interpretation soll nun in die geplanten Bohrungen einfließen und die Grundlage für eine aktualisierte Ressourcenschätzung bilden.

Eine historische Ressourcenschätzung aus dem Jahr 2024 weist für Norrabees insgesamt rund 71.700 Tonnen mit einem durchschnittlichen Lithiumoxid-Gehalt von 1,27 Prozent in der Kategorie "Inferred" aus, aufgeteilt auf das anstehende Gestein und die Halde. Diese Schätzung basiert allerdings auf lediglich zehn historischen Bohrlöchern mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 320 Metern und wurde ohne die neuen strukturgeologischen Erkenntnisse erstellt. Lithium Africa betont, dass diese Daten zwar als Orientierung für die weitere Exploration dienen, aber noch nicht verifiziert wurden.
Verkaufsprozess für Halde mit mehreren Interessenten läuft
Parallel zum Bohrprogramm treibt das Unternehmen den Verkauf der bestehenden 30.000-Tonnen-Halde voran. Mehrere Interessenten aus dem Handels- und Industriesektor führen derzeit eine vertiefte Prüfung durch. Eine umfassende Neubeprobung der Halde ist inzwischen weitgehend abgeschlossen und die Proben wurden zur Analyse an ein international akkreditiertes Labor verschickt. Die Ergebnisse werden in den kommenden Wochen erwartet und sollen den potenziellen Käufern eine aktuelle und belastbare Datengrundlage für die Bewertung liefern.
Über die unmittelbare Bohrlizenz hinaus läuft zudem ein breiteres Kartierungsprogramm im gesamten Schürfgebiet, das von Fernerkundungsdaten und geochemischen Untersuchungen der Pegmatite unterstützt wird. Ziel ist es, weitere Bohrziele in der Region zu identifizieren. Das Unternehmen sieht hier Parallelen zur ostbrasilianischen Pegmatitprovinz, einer der bedeutendsten Lithium-Regionen weltweit.
Neue Tochtergesellschaft und Genehmigung sollen Projekt absichern
Zur operativen Steuerung des Projekts hat Lithium Africa die südafrikanische Tochtergesellschaft Springbok Lithium Pty Ltd gegründet, die künftig die Genehmigungsprozesse und den laufenden Betrieb vor Ort koordinieren soll. Zudem wird das Camp am Projektstandort ausgebaut, um bis zu 18 Mitarbeiter unterzubringen und ein Labor für Vor-Ort-Analysen einzurichten. Die Fertigstellung ist für Anfang Juli vorgesehen.
Für den Abschluss der Übernahme einer 70-prozentigen Mehrheitsbeteiligung an der Gesellschaft Namli wird in den kommenden Wochen die behördliche Zustimmung nach Section 11 des südafrikanischen Bergbaugesetzes erwartet. Sobald diese vorliegt, soll die Transaktion zügig abgeschlossen werden. Unternehmenschef Tyron Breytenbach zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Tempo: "Springbok hat sich im vergangenen Quartal schnell entwickelt. Wir haben unser strukturgeologisches Verständnis des Norrabees-Systems neu ausgerichtet, Team und Ausrüstung für ein bedeutendes Bohrprogramm mobilisiert, das eine neue Mineralressource definieren soll, und prüfen weiterhin die Verwertung der Halde."
Auch in der lokalen Gemeinde hat das Unternehmen wichtige Positionen besetzt, darunter einen Minenmanager und einen Verantwortlichen für die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden Springbok und Steinkopf. Ein jüngst abgehaltenes Treffen mit Anwohnern wird als konstruktiv beschrieben.
Mit dem anstehenden Bohrstart und dem fortschreitenden Verkaufsprozess für die Halde nähert sich Lithium Africa zwei Katalysatoren, die kurzfristig für Nachrichten sorgen dürften. Sollte die geplante Bohrkampagne die neue strukturgeologische Interpretation bestätigen und eine größere Ressource definieren, könnte dies die Bewertung des Projekts deutlich verändern. Lithium bleibt trotz schwankender Preise ein zentraler Rohstoff für die Energiewende, insbesondere für die Batterieproduktion. Für Anleger, die auf Explorer mit konkreten kurzfristigen Meilensteinen setzen, bietet die Aktie von Lithium Africa damit in den kommenden Wochen gleich zwei mögliche Kurstreiber.