Erstellt im Auftrag von PTX Metals

Politik, Technologie, Infrastruktur: Kanadas Bergbau auf der Überholspur

Politik, Technologie, Infrastruktur: Kanadas Bergbau auf der Überholspur Symbolbild / picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Dieu Nalio Chery

Der Metallexplorer PTX Metals CA69380V2057 A40KHN gab im August die Ergebnisse wichtiger metallurgischer Tests auf dem Kupfer-Nickel-PGE-Projekt W2 im Norden Ontarios bekannt. Demonstriert wurde die Rückgewinnung von 97% Kupfer zu einem hochgradigen Konzentrat mit einem Gehalt von 28% Kupfer, 7,2 Gramm Palladium und 0,8 Gramm Gold pro Tonne unter Verwendung eines einfachen Fließschemas.

Anders gesagt: Das Gestein im Projektgebiet ermöglicht es, die wertvollen Rohstoffe mit branchenüblichen Methoden zu separieren – entscheidend für die "Herstellung eines verkaufsfähigen Kupferkonzentrats", wie das Unternehmen mitteilt.

Fortschritte bei Bergbauprojekten wie sie PTX Metals mit den günstigen metallurgischen Tests meldet, sind in Kanada derzeit an der Tagesordnung. Das Land erlebt einen dauerhaften, strukturellen Aufschwung des wichtigen Bergbausektors. Dieser Aufschwung wird durch Investitionsentscheidungen von Unternehmen ebenso getragen wie durch Entwicklungen auf politisch-regulatorischer Ebene und durch neue Technologien.

Denison Mines, Canada Nickel, Equinox Gold: Akteure mit Wachstumsambitionen

Der Aufschwung manifestiert sich zum einen in konkreten Projektfortschritten. Denison Mines CA2483561072 A0LFYS startete im Juli mit dem Bau seines Uranprojekts Phoenix im Norden von Saskatchewan. Die erste Produktion in der ersten kommerziellen In-situ-Gewinnungsmine des Athabasca-Beckens soll dem Unternehmen zufolge Mitte 2028 beginnen. Das 700 Mio. CAD teure Projekt 800 km nördlich von Regina könnte in der Spitze etwa 9 Millionen Pfund Uranoxid pro Jahr produzieren.

Ottawa hat im Rahmen der nationalen Uranstrategie im Juni das Ziel ausgerufen, die Uranexporte bis 2035 zu verdoppeln. Für Raul Munoz vom Beratungsunternehmen Marsh Canada ist das zumindest vor dem Hintergrund des geologischen Potenzials leicht machbar. "Wenn man sich die Reserven ansieht und wie viel Uran – und nicht nur das Uran im Allgemeinen, sondern den Urangehalt – wir in Saskatchewan haben, ist das wirklich erstaunlich."

Auch PTX Metals hat seine Positionierung im kanadischen Rohstoffsektor inzwischen neu geordnet. Anfang September schloss das Unternehmen die bereits angekündigte Transaktion mit Green Canada Corporation und MAACKK Capital ab. Daraus ging die eigenständig börsennotierte Green Canada Uranium Corp. hervor, deren Handelsaufnahme an der TSX Venture Exchange unter dem Kürzel GCUC für den 9. September vorgesehen war. PTX bleibt damit an den möglichen Erfolgen des Uranunternehmens beteiligt, konnte zugleich aber Kosten reduzieren und den operativen Fokus stärker auf seine Kernprojekte in Ontario richten.

Green Canada Uranium übernahm im Zuge der Transaktion außerdem sämtliche Anteile am Uranprojekt Marshall im Athabasca-Becken in Saskatchewan, wo erste Bohrungen waren bereits für September geplant sind. Für PTX ist die Ausgliederung damit mehr als eine reine Portfoliobereinigung: Das Unternehmen behält indirektes Potenzial im Uransektor, während die eigenen personellen und finanziellen Ressourcen vor allem dem Kupfer-Nickel-PGE-Projekt W2 und den Goldprojekten bei South Timmins zugutekommen sollen.

Canada Nickel CA13515Q1037 A2P0XC erhielt im Juli eine wichtige Bundes-Genehmigung für das geplante polymetallische Bergwerk Crawford in Ontario. Dies ebnet den Weg für eine Bauentscheidung im nächsten Jahr.  Erstmals seit der Änderung des kanadischen Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes im Jahr 2019 wurde ein Bergbauprojekt auf Grundlage dieses Gesetzes genehmigt. Das etwa 40 km nördlich von Timmins, Ontario, gelegene Crawford-Projekt beherbergt vermutlich die zweitgrößten Nickelreserven und -ressourcen der Welt. Bei einer Betriebsdauer von mindestens 41 Jahren würde die Mine 1,6 Millionen Tonnen Nickel, 58 Millionen Tonnen Eisen und 2,8 Millionen Tonnen Chrom sowie Kobalt, Palladium und Platin produzieren.

Zu den prominentesten M&A-Aktivitäten des Landes gehört die im Sommer finalisierte Übernahme von Orla Mining durch Equinox Gold CA29446Y5020 A2PQPG mit einem Deal-Volumen von 18,5 Mrd. USD. Dadurch entsteht Kanadas zweitgrößter Goldproduzent nach Agnico Eagle mit einer erwarteten Jahresproduktion von 1,1 Millionen Unzen. Durch weitere Projekte soll diese Produktion auf 1,9 Mio. Unzen ansteigen.

Canadian Copper CA13551Y1016 A3DNWN erwarb im Juli die stillgelegte Caribou-Mine im Norden von New Brunswick und will den Bergbau in der Region Bathurst fast vier Jahre nach der Einstellung des Betriebs wiederbeleben. Das Unternehmen will mit der Caribou-Mühle Kupfer, Zink und Silber aus einem nahegelegenen Tagebau verarbeiten, in dem Anfang der 90er Jahre abgebaut wurde.

Die Ambitionen dieser und weiterer kanadischer Unternehmen lassen sich zum einen mit den hohen Metallpreisen erklären – doch die sind nicht der einzige Grund. Der Aufschwung umfasst auch die gesamte Peripherie der Bergbauunternehmen, beginnend bei benötigter Infrastruktur und nicht endend bei begleitenden technologischen Fortschritten.

Wachstum auch bei Infrastruktur und Technologie

Eine dieser Innovationen soll Projekte beschleunigen: Die von Natural Resources Canada entwickelte Open Science and Data Platform (OSDP) vereint Geodatenwissenschaft, Umweltüberwachung, Kartierungswerkzeuge und behördliche Aufzeichnungen von Bundes-, Provinz- und Territorialregierungen in einem einzigen Online-Portal. Regulierungsbehörden, Unternehmen, indigene Gemeinschaften und die Öffentlichkeit erhalten Zugang zu denselben wissenschaftlichen und regulatorischen Informationen.

Ein weiteres Projekt ist die Canadian Digital Core Library, eine nationale Initiative zur Digitalisierung des geologischen Archivs Kanadas. Der Hintergrund: In Archiven im ganzen Land lagern Millionen Meter Bohrkerne. Die Bohrkerne lagern allerdings an sehr vielen verschiedenen Orten, was den Zugriff auf die Daten durch Bergbauunternehmen erschwert. Die kanadische Regierung investiert über zwei Jahre mehr als 40 Mio. CAD in das Projekt, das einen "digitalen Zwilling" des kanadischen Untergrundnetzes schaffen soll.

Im Yukon wurden subatomare Teilchen zur Erforschung des Erduntergrunds eingesetzt. Das Verfahren verspricht, Zeitaufwand, Kosten und Umweltbelastung bei Explorationsbohrungen zu reduzieren. Zu den frühen Anwendern zählt unter anderem Rio Tinto. Das Projekt zur Entwicklung und Erprobung der Technologie erhielt 21 Mio. CAD aus einem Bundesprogramm zur Förderung kanadischer Innovationen. Das Verfahren nutzt Sensoren, die anzeigen, welche Informationen bestimmte Partikel über die Dichte des Untergrunds liefern. Diese Partikel entstehen, wenn kosmische Strahlung auf die obere Erdatmosphäre trifft und einen Schauer subatomarer Teilchen, sogenannter Myonen, erzeugt. Die harmlosen Myonen treten ständig auf und dringen tief in den Boden ein. Dabei werden sie von dichteren Materialien wie Metallerz zerstreut, die durch die Sensoren erfasst werden.

Auch beim Ausbau der Infrastruktur schreitet Kanada rasch voran. Die Bundesregierung, Québec und Neufundland und Labrador unterzeichneten im August eine Vereinbarung über 10 Mrd.  CAD zur Erweiterung des Wasserkraftwerks Churchill Falls. Dadurch soll dessen Kapazität nahezu verdreifacht werden. Damit einher geht auch ein weitreichender Ausbau der Stromnetze, von dem insbesondere der Bergbau in Neufundland und Labrador profitieren dürfte.

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Kanada sucht internationale Bergbau-Partner

Kanada sucht zudem nach internationalen Partnern. Premierminister Mark Carney besuchte im Juli Saudi-Arabien – der ersten Staatsbesuch seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Im Rahmen des Besuchs wurden Abkommen zu den Bereichen Bergbau, Energie und künstliche Intelligenz geschlossen.

Gespräche laufen auch mit Argentinien. Dabei geht es um die Modernisierung eines Bergbauabkommens aus dem Jahr 1992. Der kanadische Botschafter in Argentinien, Stewart Wheeler, sagte gegenüber einer argentinischen Zeitung: "Ich bin wahrscheinlich der erste optimistische kanadische Botschafter in Argentinien seit einer Generation."

Nach dem Abschluss der Urantransaktion liegt der operative Schwerpunkt von PTX Metals nun noch deutlicher auf den Projekten in Ontario. CEO Greg Ferron sieht in den metallurgischen Tests bei W2 einen "weiteren wichtigen Bestätigungspunkt" für das Projekt. "Die Gewinnung von 97 % des Kupfers in ein 28%iges Kupferkonzentrat mithilfe eines relativ einfachen Fließschemas ist ein ermutigendes Ergebnis, während wir unser Verständnis des mineralisierten Systems von W2 weiter vertiefen. Neben unseren laufenden Explorationsarbeiten ist die Metallurgie ein wichtiger Bestandteil der systematischen Risikominimierung des Projekts und der Schaffung der technischen Grundlage, die für die Bewertung seines langfristigen Potenzials erforderlich ist."

Weitere metallurgische Untersuchungen und in Kürze der Start eines Bohrprogramms auf W2 sowie die Weiterentwicklung der Goldprojekte bei South Timmins stehen als Nächstes auf dem Plan. Zugleich behält PTX über Green Canada Uranium ein Engagement im Uransektor. Positive Resultate sollten dem derzeit gedämpften Aktienkurs daher schnell neue Impulse verleihen