Mehr Kupferverkäufe: Gunnison steigert Umsatz und nähert sich kommerzieller Produktion
Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 23,6 Mio. USD und einen Nettogewinn von 13,1 Mio. USD erzielt. Im Vorjahreszeitraum lagen der Umsatz bei 0,1 Mio. USD und der Nettoverlust bei 2,9 Mio. USD. Der deutliche Anstieg hängt mit dem Produktionsbeginn in der Mine Johnson Camp zusammen. Dort gewinnt Gunnison seit August 2025 Kupferkathoden aus dem direkt aufgeschütteten Erz. Im Dezember kam die Verarbeitung mit der Technologie von Nuton hinzu, einem Unternehmen von Rio Tinto.
Für die ersten sechs Monate 2026 meldete Gunnison einen Umsatz von 43,7 Mio. USD und einen Nettogewinn von 14,8 Mio. USD. Ende Juni verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 33,2 Mio. USD.
Mehr als die Hälfte des Umsatzes stammt aus Kupferverkäufen
Von den 23,6 Mio. USD Quartalsumsatz entfielen 13,7 Mio. USD oder rund 58 % auf den Verkauf von Kupferkathoden. Weitere 9,8 Mio. USD stammten überwiegend aus dem von Nuton finanzierten Demonstrationsprogramm.
Im zweiten Quartal produzierte Johnson Camp rund 2,01 Mio. Pfund Kupferkathoden. Im ersten Quartal waren es 2,11 Mio. Pfund. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Kupfergehalt des verarbeiteten Materials von 0,36 % auf 0,54 %. Die abgebaute Materialmenge erhöhte sich von rund 655.500 auf 1,39 Mio. Short Tons.
Im ersten Halbjahr produzierte Johnson Camp somit insgesamt 4,11 Mio. Pfund Kupferkathoden. Die Anlage kann nach Unternehmensangaben jährlich bis zu 25 Mio. Pfund herstellen. Gunnison will im dritten Quartal die kommerzielle Produktion erreichen und die Anlage bis zum Jahresende auf die vorgesehene Produktionsrate bringen.
Der Standort produziert fertige Kupferkathoden über eine SX-EW-Anlage. Dabei wird Kupfer aus einer Lösung extrahiert und anschließend elektrolytisch abgeschieden. Das verkaufsfähige Metall entsteht direkt vor Ort, ohne dass dafür eine externe Schmelzhütte benötigt wird.
Kapitalerhöhung finanziert Bohrungen und Projektentwicklung
Im laufenden Jahr nahm Gunnison über eine Aktienplatzierung 34,5 Mio. CAD ein. Dafür gab das Unternehmen 82,1 Mio. neue Aktien zu je 0,42 CAD aus. Die Mittel fließen größtenteils in das größere Gunnison Copper Project.
Nach dem Quartalsende zahlte Gunnison Wandelanleihen einschließlich aufgelaufener Zinsen im Umfang von rund 5,3 Mio. USD in bar zurück. Dadurch entfiel die Ausgabe von rund 28,9 Mio. weiteren Aktien.
Weitere Mittel könnten bald aus einer Steuergutschrift des US-Energieministeriums kommen. Die ursprüngliche Zuteilung für Johnson Camp beläuft sich auf 13,9 Mio. USD. Gunnison erwartet daraus einen eigenen Mittelzufluss von bis zu rund 8 Mio. USD. Die Auszahlung steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das US-Energieministerium. Die endgültige Summe hängt außerdem von der Aufteilung mit Nuton, den anrechenbaren Kosten und dem Erlös aus dem Verkauf der Steuergutschrift ab.
42.000-Meter-Bohrprogramm für größeres Kupferprojekt
Johnson Camp bringt Gunnison erste Einnahmen aus der Kupferproduktion. Das wesentlich größere Gunnison Copper Project befindet sich noch in der Entwicklung. Das Unternehmen plant dort und auf der nahe gelegenen Lagerstätte Strong & Harris bis zu 120 Bohrungen über insgesamt rund 42.000 Meter. Das Programm kostet voraussichtlich etwa 15 Mio. USD.
Mit den Bohrungen will Gunnison zusätzliche Kupfervorkommen abgrenzen und einen Teil der bisher vermuteten Ressourcen besser absichern. Außerdem werden Proben für metallurgische Untersuchungen gewonnen. Die Ergebnisse fließen in die laufende Vormachbarkeitsstudie ein, die im ersten Halbjahr 2028 fertig werden soll.
Das Hauptvorkommen enthält laut Ressourcenschätzung vom März 2026 rund 5,19 Mrd. Pfund Kupfer in den Kategorien gemessen und angezeigt. Für Strong & Harris werden weitere rund 740 Mio. Pfund Kupfer in der Kategorie vermutet ausgewiesen. Die genannten Mengen werden bislang als Mineralressourcen ausgewiesen. Wie viel Kupfer davon wirtschaftlich abgebaut werden kann, sollen die weiteren Untersuchungen klären.
Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie vom März 2026 berechnete für das Gunnison-Projekt einen Kapitalwert nach Steuern von rund 2 Mrd. USD bei einem Abzinsungssatz von 8 %. Die interne Verzinsung wurde mit 23 % und die Amortisationsdauer mit 3,9 Jahren angegeben. Da die Berechnung auch vermutete Ressourcen einbezieht, folgen bis zu einer möglichen Minenbau-Entscheidung weitere Bohrungen, technische Studien und Genehmigungsverfahren.
Nuton finanziert Erprobung in Johnson Camp
Bei Johnson Camp arbeitet Gunnison mit Nuton zusammen. Das Unternehmen von Rio Tinto erprobt dort ein Verfahren, das die Kupfergewinnung aus Erzen verbessern soll, die mit herkömmlichen Methoden schwieriger zu verarbeiten sind. Nuton finanziert das laufende Programm in Johnson Camp. Für Gunnison verringert sich dadurch der eigene Finanzierungsbedarf für die Erprobung und den derzeitigen Produktionshochlauf.
Gunnison ist außerdem dem U.S. Defense Industrial Base Consortium beigetreten. Über das Konsortium kann das Unternehmen künftig an Partnerschaften und möglichen Förderprogrammen für heimische Rohstoffprojekte teilnehmen.
Weltweit werden neue Kupferminen gebraucht
Die Internationale Energieagentur rechnet in ihrem Global Critical Minerals Outlook 2026 damit, dass die weltweite Kupfernachfrage bis 2040 um rund 7 Mio. Tonnen steigt. Benötigt wird das Metall vor allem für Stromnetze und neue Technologien.
Die bisher angekündigten Minenprojekte könnten nach Berechnung der IEA im Jahr 2035 nur etwa 75 % des benötigten Primärangebots abdecken. Für das künftige Angebot wird maßgeblich sein, wie viele dieser Projekte rechtzeitig genehmigt, finanziert und gebaut werden.
Gunnison arbeitet in Arizona bereits an beiden Enden dieser Entwicklung. Johnson Camp soll kurzfristig mehr Kupfer produzieren. Das größere Gunnison-Projekt wird durch Bohrungen und technische Untersuchungen auf eine mögliche spätere Erschließung vorbereitet. In den kommenden Quartalen stehen die Produktionszahlen aus Johnson Camp, weitere Erlöse aus Kupferverkäufen und das Erreichen der kommerziellen Produktion an. Hinzu kommen die Entscheidung über die Steuergutschrift und erste Ergebnisse des 42.000 Meter umfassenden Bohrprogramms, also jede Menge potenziell kurstreibender Katalysatoren.