Geologie kennt keine Landesgrenzen. Nach den vielversprechenden Erkenntnissen aus dem Tlamino-Projekt in Serbien richtet Medgold Resources (TSX-V: MED, WKN DE: A1W9Z3, ISIN: CA58436R2019) aus Vancouver seinen Blick jetzt ins Nachbarland Bulgarien. Dort weisen historische Daten auf Bodenwerte hin, die bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit den serbischen Medgold-Prospekten aufweisen. Daraus könnte ein weiteres Goldprojekt in der vielversprechenden, aber bisher unterexplorierten Balkan-Region werden.

Wie der kanadische Mineralienexplorer Medgold Resources am Montag bekanntgab, hat das Unternehmen eine exklusive schriftliche Vereinbarung mit Gecon EOOD geschlossen. (EOOD ist das bulgarische Pendant zu einer GmbH). Das Abkommen bezieht sich auf einen Explorationsantrag, den Gecon für die Liegenschaft Zlogosh in der westbulgarischen Oblast Kyustendil gestellt hatte.

Neues Explorationsziel knapp hinter der Grenze

Die wichtigsten Mineralisierungen in Zlogosh befinden sich in etwa 40 Kilometern Entfernung von Medgolds Tlamino-Projekt und weisen mit diesem eine frappierende geologische Ähnlichkeit auf.

Standort der Zlogosh-Liegenschaft relativ zum Tlamino-Projekt

Diese Erkenntnis beruht auf historischen Daten: Bei Zlogosh waren im Boden mehrere Gold-Anomalien festgestellt worden, inklusive der sich über 1.350 mal 600 Meter erstreckenden Lagerstätte Zdravkov Dol. Dort wiesen Grabenproben Intervalle mit 4,70 Gramm Gold pro Tonne über zehn Meter und 2,21 Gramm pro Tonne über acht Meter aus.

Weitere ähnliche Ziele auf bulgarischer Seite sind Kretsul mit 5,61 Gramm Gold pro Tonne auf vier Metern und Dobri Dol, das 3,04 Gramm Gold pro Tonne über zehn und 8,64 Gramm Gold pro Tonne über fünf Meter aufwies.

Datenlage muss geprüft werden

Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Zlogosh- und Tlamino-Projekt in geologischer Hinsicht sind allerdings noch kein Beweis für eine ähnliche Mineralisierung.

Die Meldungen aus den bulgarischen Grabenproben stammen von früheren Betreibern und wurden bisher noch nicht von qualifizierten Personen überprüft. Es gibt weder Einzelheiten über die Probenentnahme oder Analyse noch eine Überprüfung der Qualitätssicherungs- und Kontroll-Daten („QAQC“).

Chancen und Risiken der Exploration

Vorbehaltlich eines positiv ausfallenden Due-Dilligence-Ergebnisses (das bezeichnet die Abklärung von Chancen und Risiken bei Grundstückstransaktionen) plant Medgold Explorationsaktivitäten und Bohrungen in Zlogosh. Das Perspektive ist die Identifizierung von Zielen mit einer ähnlichen oder höheren Mineralressource wie im Tlamino-Projekt.

Es gibt für Zlogosh umfangreiche historische Datensätze, die Flusssedimente, Boden- und Gesteinsproben beschreiben.  Medgold wird seine im Rahmen des Tlamino-Projektes gewonnenen Erkenntnisse auf die damit ausgewiesenen vielversprechenden Ziele anwenden. Parallel dazu konzentriert  Medgold sich auf die Weiterentwicklung des Projekts in Serbien.

In der schriftlichen Vereinbarung wird festgelegt, dass Medgold Due Dilligence-Aktivitäten in Zlogosh durchführt. Im Fall zufriedenstellender Ergebnisse soll dann die Anwartschaft eingeräumt werden, eine Optionsvereinbarung mit Gecon abzuschließen.

Die Pläne für den Deal

Das Szenario sähe vor, dass Medgold Resources einen Einstiegsanteil von 51 Prozent an Gecon durch die Finanzierung von Genehmigungen und damit in Zusammenhang stehenden Ausgaben in Höhe von 330.000 Euro übernimmt.

Danach bestünde eine zweite Option zum Erwerb eines weiteren Anteils von 44 Prozent an Gecon durch Explorationsausgaben von 650.000 Euro.

Die am Ende verbleibenden 5 Prozent von Gecon könnten am dritten Jahrestag der Explorationslizenz für 200.000 Euro in bar oder in Medgold-Aktien nach dem Erreichen von Explorationsausgaben von 1.000.000 Euro erworben werden.

Das Gold von Barje

Ende Januar hatte Medgold für das Tlamino-Projekt eine abgeleitete Mineralressource aus dem Barje-Prospekt im südlichen Serbien  angekündigt. Diese beträgt ungefähr 680.000 Unzen Goldäquivalent, die sich aus 7,1 Millionen Tonnen Erz zu einem Gehalt von 3,0 Gramm pro Tonne und einem Grenzwert von 0,7 Gramm Goldäquivalent pro Tonne ergibt.

Die abgeleitete Mineralressource erstreckt sich als flach geneigte Zone bis in etwa 110 Meter auf einem Areal von 600 mal 350 Metern. Ihre Dicke beträgt zwischen 10 und 40 Metern. 2019 präzisierte Medgold die Austestung durch Bohrungen in den Prospekten Barje, Liska und Karamanica.

Tlamino: Gezielte Exploration nach langjährigem Stillstand

Im Tlamino-Projekt besitzt Medgold auf einer Fläche von etwa 200 Quadratkilometern zwei Explorationslizenzen. Die dortigen Mineralisierungen wurden bereits von staatlichen Stellen während der 50er und 60er Jahre registriert. Damals war ein kurzer Stollen geöffnet, aber keine Bohrungen durchgeführt worden. Zwischen 2005 und 2012 waren die Prospekte sowohl in privater als auch öffentlicher Hand; begrenzte Bohrungen führten jedoch nicht zu signifikanten Funden.

2018 und 2019 konnte Medgold durch Methoden wie Kartierungen, Oberflächenprobenentnahmen und Geophysik sowie Diamantbohrungen in Barje erfolgreich eine Goldmineralisierung in einem flach geneigten hydrothermalen Brekzienkörper unter Schiefer durchteufen.