Der australische Multideveloper Lithium Australia  NL (ASX: LIT; WKN: A14XX2; ISIN: AU000000LIT3) lässt am 12. Juni 2018 eine überraschende Bombe platzen. War man bislang am deutschen Projekt Sadisdorf, das der Tin International AG gehört, lediglich durch ein Joint Venture an der Erforschung von Lithium auf deren Areal beteiligt, so hat man jetzt eine Vertrag unterfertigt, demnach eine komplette Übernahme des Projektes vorgesehen ist.

Darüber hinaus besitzt Tin International auch das in der Nähe liegende Projekt Hegelshöhe. Im Zuge der Übernahme von Sadisdorf soll dies ebenfalls gleich mit übernommen werden. Nachfolgend eine Karte zur Übersicht der beiden Projektlagen.

Abb1: Lage der beiden Übernahmeprojekte, Quelle: Lithium Australia

Übernahmedetails

Wenngleich  noch die behördlichen Genehmigungen ausstehen, so wurde zwischen der Tin International und Lithium Australia folgendes vereinbart:

Zum Zeitpunkt der Übernahme von 100% aller Lizenzen an den beiden Projekten hat Lithium Australia € 2 Mio. zu entrichten. € 500.000 werden in bar zu bezahlen sein,  und für die restlichen € 1,5 Mio. werden Aktien von Lithium Australia übergeben mit einem Wertaufschlag von 5%.

Natürlich erlischt die Joint-Venture-Vereinbarung zu diesem Zeitpunkt.

Strategie von Lithium Australia

Die Übernahme der beiden Projekte war eine aus folgenden Gründen wohl überlegte. Lithium Australia will sich dadurch inmitten von Europa an die vorderste Front als Lieferant von Lithium für die Elektromobilität stellen. Dafür ist Lithium Australie schon alleine durch sein hauseigenes SiLeach-Verfahren prädestiniert, das auch eine leichte Abtrennung von den Zinnvorkommen garantiert.

Auch das wachsende Umfeld ist ein Indiz dafür, am rechten Platz zu sein.  Chinas BYD veröffentlichte Pläne zur Errichtung einer Batterieproduktion in Europa. Northvolt, in Kooperation mit Siemens und Scania, denken ebenfalls an ein Investment von rd. € 4 Mrd. für eine Produktionsstätte. Samsung SDI, CATL und LG Chem wollen ebenfalls europäische Produktionsstätten errichten. SK Innovations plant die Errichtung eines Werkes in Ungarn.

Die dadurch geplanten Kapazitäten übertreffen die von der viel beschriebenen Tesla Gigafactory und werden zur höchsten Konzentration von Nachschub von Batteriematerialien außerhalb Chinas.

Für all diese Bestrebungen internationaler Konzerne bietet sich daher Sadisdorf und auch Hegelshöhe als idealer Versorger für aufbereitetes Lithiummaterial an.

Nächste Schritte

Lithium Australia besitzt zwar auf Sadisdorf bereits eine inferred Ressource über 25 Mio. Tonnen mit Durchschnittsgehalten von 0,45% an Lithium, plant aber bis Oktober 2018 für Sadisdorf eine Scopingstudie präsentieren zu können, die eine erste Wirtschaftlichkeit dokumentieren soll. Parallel dazu laufen die Entwicklungen bei der Kobaltmineralisierung, dem Entwicklungsplan für SiLeach und die Prozessentwicklung für Lithium-Kathoden-Material. Über das Projekt Hegelshöhe ist in dieser Nachricht noch kein Entwicklungsplan verkündet worden.

Meinung des Vorstandes

Adrian Griffin, Vorstand von Lithium Australia, zur Übernahme: „ Die Akquisition von Sadisdorf ist ein Schlüsselpunkt in der Unternehmensgeschichte und eine wichtige Komponente für die Belieferung europäischer Batterieproduzenten. SiLeach ist das einzig bekannte Verfahren, das das volle Potential der Projekte und deren geologische Strukturen ausschöpfen kann. Neben Lithium können wertvolle andere Rohstoffe durch SiLeach gewonnen werden, wie Zinn, Kalikalk, Kobalt und noch weitere. Unser aktueller Erfolg am Kobaltprojekt ist Beleg dafür, dass Sachsen künftig ein Hotspot für die europäische Batterieindustrie sein wird.“

 

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