Kupfer im Monatschart: Die Jahrhunderthausse hat längst begonnen
Der Kupferproduzent Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 gab Mitte April die Mitgliedschaft im Defense Industrial Base Consortium (DIBC) bekannt, einer Initiative des US-Kriegsministeriums mit der Aufgabe, die Verteidigungsindustrie der Vereinigten Staaten zu stärken und auszubauen.
Im Kern geht es um den beschleunigten Aufbau widerstandsfähiger inländischer Lieferketten für Technologien und kritische Mineralien, die für die nationale Sicherheit unerlässlich sind. Ganz vorn mit dabei: Kupfer. Mehr Kupfer, schneller geliefert – und geopolitisch unproblematisch von der Mine bis zur Kathode. Gunnison sieht sich "in der Lage, dem Verteidigungssektor schnell große Mengen an raffiniertem, in Amerika hergestelltem Kupfer zu liefern."
Gunnison-Kupferprojekt: 174 Mio. Pfund Kupfer pro Jahr laut PEA
Eine der Quellen für die künftigen Kupferlieferungen soll das Gunnison-Kupferprojekt in Arizona werden, das voraussichtlich jährlich bis zu 174 Millionen Pfund Kupfer liefern kann. Gunnison jedenfalls sieht einen "bedeutenden Beitrag zur heimischen Versorgung" in der Entwicklung befindlich – genug beispielsweise für "Milliarden von Munitionskomponenten."
Die Mitgliedschaft im DIBC folgte nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung einer aktualisierten, vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie für das im Cochise-Distrikt gelegene Projekt. Diese skizziert ein groß angelegtes, langfristiges Kupferprojekt, das Tagebau und Haufenlaugung (SX-EW-Verfahren) zur Herstellung von Kupferkathoden vor Ort nutzen soll.
Die wesentlichen Basisdaten sind robust. Ausgehend von einem Kupferpreis von 4,60 USD liegt der mit 8 % abgezinste Nettobarwert bei 2,0 Mrd. USD, der IRR bei 22,5 % und die Amortisationszeit bei 3,9 Jahren.
Gunnison ist nicht das einzige Kupferunternehmen, dem durch die große Politik derzeit Türen geöffnet werden. Wenn Ökonomen und Analysten über Kupfer schreiben, läuft es seit Jahren auf ähnliche Schlüsse hinaus: Das Metall wird für alle Megatrends der Gegenwart benötigt.
Deshalb steigt die Nachfrage je nach Szenario stark bis extrem stark. Demgegenüber steht ein schwächelndes Angebot, das mit einer Vielzahl von Widrigkeiten kämpft. Einige davon: Sinkende Erzgehalte in bestehenden und langen Vorlaufzeiten für neue Minen sowie zu wenige Kupferentdeckungen in den letzten Jahrzehnten.
Die prognostizierten Auswirkungen auf den Kupferpreis sind nicht schwer zu erraten: Das begehrte Basismetall, so rechnen es Ökonomen vor, wird in Zukunft deutlich teurer. Mal ist von "signifikanten Preissignalen" die Rede, mal von einer "Jahrhundert-Hausse".
Kupfer im Monatschart: Seit Frühjahr 2020 geht es aufwärts
Manchmal verrät ein Blick auf einen Langfristchart mehr über die fundamentalen Gegebenheiten als alle Analystenreports zusammen. Wer den US-Kupferpreis im Monatschart betrachtet, erkennt: Die Jahrhunderthausse hat längst begonnen. Der Kupferpreis befindet sich derzeit im oberen Bereich eines langfristigen Aufwärtstrends, der im März 2020 seinen Anfang nahm.
In jenem pandemiegeprägten Monat war der Preis kurzzeitig auf 1,98 USD pro Pfund (lb) gefallen – ein Niveau, das bereits 2016 getestet worden war. Signifikant weniger hatte Kupfer an US-Börsen zuvor im Dezember 2008 gekostet, als zeitweise 1,24 USD pro Pfund gezahlt wurden.
Interessant ist, was der Monatschart über die Zeit ab März 2020 zu erzählen weiß: Es folgten ein Aufwärtstrend mit anschließender Korrektur und danach ein weiterer Aufwärtstrend, der sich 2025 beschleunigte und seit einigen Monaten konsolidiert. Die im März 2020 beginnende Aufwärtstrendlinie verläuft deutlich unterhalb von 5 USD (aktueller Kurs: 6,07 USD).
Anders gesagt: Der vielfach prognostizierte langfristige Aufwärtstrend im Kupfermarkt ist längst da. Der Monatschart stellt charttechnisch nicht die Frage, ob dieser Trend in nächster Zeit enden könnte – sondern ob er sich durch einen oberen Ausbruch aus dem Trendkanal beschleunigt.
Bergbauunternehmen setzen auf Kupfer – bei M&A und Exploration
Der Chart spiegelt damit die Fundamentaldaten wider, die in den Führungsetagen der großen Bergbaukonzerne längst die Richtung vorgeben. Beispiele dafür lassen sich mittlerweile im Dutzend anführen.
Der Anglo American / Teck Deal etwa. Die im September 2025 angekündigte Fusion soll einen der fünf größten Kupferproduzenten der Welt schaffen. Die (vorerst gescheiterten) Gespräche zwischen Rio Tinto GB0007188757 852147 und Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV drehten sich ebenfalls vor allem um die künftige Position auf dem Kupfermarkt.
Die Unternehmen sind für einen steigenden Marktanteil im Kupfermarkt bereit, höhere Risiken einzugehen. Das jüngste Beispiel dafür zeichnet sich bei BHP AU000000BHP4 850524 ab, das sich seit der Ausgliederung von South32 AU000000S320 A14QLH weitgehend aus Operationen in Afrika herausgehalten hatte. Nun wird eine Reihe von Explorationsworkshops im südlichen Afrika, darunter in Sambia, Südafrika, Namibia und Angola, veranstaltet.
Dass das Vorhaben nicht einfach wird, räumte Campbell McCuaig, Leiter der globalen generativen Exploration des Unternehmens, bei einem Besuch in der sambischen Hauptstadt Lusaka unverblümt ein. "Viele der verbleibenden großen Lagerstätten sind entweder tief vergraben oder unter einer geologischen Deckschicht verborgen." BHP wolle deshalb fortschrittliche geologische Methoden und groß angelegte Datenanalysen einsetzen, um Mineralsysteme zu erkennen.
DIBC-Mitgliedschaft öffnet Tür zu Finanzierung und strategischer Partnerschaft
Gunnison Copper indes sieht sich auf Kurs. Die Mitgliedschaft im DIBC ermöglicht den Zugang zu potenziellen, nicht verwässernden Finanzierungsmöglichkeiten, strategischen Partnerschaften und Programmen, die darauf abzielen, die Entwicklung der in den USA ansässigen Versorgung mit kritischen Mineralien zu beschleunigen.
Das Interesse der Politik rührt auch aus nachgewiesenen Erfolgen, die zudem schnell erreicht wurden. Im Jahr 2025 nahm das Unternehmen die Johnson Camp Mine (JCM) erfolgreich wieder in Betrieb – von der Bauentscheidung bis zur ersten Kupferproduktion dauerte es weniger als 18 Monate und damit deutlich weniger als die üblicherweise für vergleichbare US-Projekte benötigten 7 bis 10 Jahre. Bereits dieses Projekt war mit 13,9 Mio. USD an Steuergutschriften gefördert worden.
Gunnison Copper wird an der Börse derzeit mit gut 115 Mio. EUR bewertet. Bei weiter großem Interesse der US-Regierung an einem schnellen Hochlauf der inländischen Produktion ist vor dem Hintergrund des bereits weit entwickelten Portfolios eine deutlich höhere Bewertung denkbar. Vor allem, wenn sich der seit 2020 laufende Aufwärtstrend beim Kupferpreis fortsetzt.