Der Salar del Hombre Muerto, vier Kilometer über dem Meeresspiegel und 1.400 Kilometer Luftlinie von Buenos Aires in den Anden gelegen, ist berühmt für seine reine und reichhaltige Lithium-Sole. Galan Lithium Ltd. (ASX:GLN, WKN DE: A2N4CD) exploriert dort in zwei Zielgebieten: Candelas und Hombre-Muerto-West. Für Letztgenanntes gibt es jetzt bahnbrechende Neuigkeiten, die selbst die Erwartungen des Unternehmens übertreffen.

Galan Lithium veröffentlichte am Donnerstag die erste abgeleitete Ressource für seine Konzessionen Pata Pila und Rana de Sal im Hombre-Muerto-Salar in der argentinischen Provinz Catamarca. Diese erste Schätzung übertrifft die ursprünglichen Annahmen von Galan bezüglich Gehalt, Verunreinigungen und Größe in erheblichem Maße.

Projekte des westlichen Beckens von Galan Lithium, Hombre Muerto Salar Argentina; Quelle Galan Lithium

Außerordentliche Ressourcenerweiterung

Bei den Projekten handelt es sich um die hochwertigsten und am niedrigsten verunreinigten Ressourcen in Argentinien. Die nun vorliegenden Ergebnisse belaufen sich auf 1,08 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent bei einem Gehalt von 946 Milligramm Lithium pro Liter Sole.

Damit steigt die gesamte kombinierte Mineralressource von Galan um 158 Prozent von 685 Kilotonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent bei 672 Milligramm Lithium pro Liter auf 1,77 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 837 Milligramm pro Liter.

Die Ressourcenschätzung wurde vom australischen Team des Bergbau-Beratungsunternehmens SRK Consulting durchgeführt. Die neuen Ergebnisse ergänzen sowohl die Sondierungs- als auch die Vormachbarkeitsstudie. Es bestehen nun erweiterte Möglichkeiten, Projektsynergien zu überprüfen und zu verbessern.

Geschäftsführung zeigt sich  zufrieden

Galan-Geschäftsführer Juan Pablo Vargas de la Vega äußerte sich in einer Mitteilung  hocherfreut über die Ressourcenschätzung. Diese bestätigt die geringe Verunreinigung und den hochgradigen Gehalt, weit über die vorherigen Erwartungen hinaus.

Die Ergebnisse führen zu einer neuen kombinierten Ressource von 1,8 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent. Ziel sei es nun, die kommerzielle Entwicklung des Projekts voranzutreiben und die Wirtschaftlichkeit des Produktes unter Beweis zu stellen. Die Anleger sollen fortlaufend über die Entwicklung der Sondierungsstudie auf dem Laufenden gehalten werden.

Die nächsten Schritte

Galan führt weiterhin Bohrungen in den Projektgebieten Hombre-Muerto-West und Candelas-Nord durch, um Synergien zu testen, bessere geologische Definitionen zu erhalten und das Mineralisierungspotenzial der Grundwasserleiter zu verbessern.

Diese Arbeiten sollen die neue Hombre-Muerto-West-Ressource bei deren Aufnahme in die Sondierungs- und Vormachbarkeitsstudie ergänzen. Auch die Untersuchung unterschiedlicher Verarbeitungstechnologien wie die traditionelle Verdunstungstechnik als Vorstufe der Produktion werden darin enthalten sein.

Weitere Konzessionen mit Potenzial: Der Portofino-Deal

Zusätzliche Ressourcenschätzungen könnten sich aus dem jüngsten Deal vor Ort ergeben. Erst kürzlich hatte Galan die Option erworben, zwei strategische Projekte von Mitbewerber Portofino Resources zu übernehmen. Wie es mit „Del Condor“ und „Pucara“ weitergeht, wird sich nächstens zeigen.  Die Akquisition würde  Hombre Muerto West mit einer durchgehenden Reihe von Konzessionen, die sich über ungefähr 14 km erstrecken, konsolidieren.

Die Datenbasis: Messungen, Bohrlöcher und Laboranalysen

Die SRK-Ressourcenschätzung basiert auf den Ergebnissen, die die Bohrungen aus den Liegenschaften Pata Pila und Rana de Sal auf insgesamt 1.054 Metern ans Licht brachten. Die Stellen, an denen diese Löcher gebohrt wurden, wurden im Wesentlichen anhand von sogenannten CSMAT-Messungen von Widerstands- und Leitfähigkeitsprofilen vorgenommen.

Für die Modellierung des geologischen Profils wurden weiterhin Analysen aus Laboruntersuchungen (durchgeführt unter anderem von Alex Stewart International), lithologischen Protokollen und Bohrdaten des Lithiumanalyse-Dienstleisters Zelandez herangezogen. Alle Daten sind vertrauenswürdig und von hoher Qualität.

Den Auswertungen zufolge repräsentiert die erste Mineralressource hochgradige Mineralisierungen von Lithium in geologisch gut definierten Zonen.

Der geologische Rahmen

Galans Projekt umfasst derzeit zwei Explorationsgebiete von zusammen 3,843 Hektar, in unmittelbarer Nachbarschaft von Liegenschaften der Mitbewerber Livent Corporation, Galaxy Resources und POSCO.

Der Salar selbst ist ein geschlossenes Einzugsgebiet, strukturell kontrolliert und durch natürliche Verwerfungen begrenzt. Geologisch gesehen scheint die Ausrichtung der wichtigen Areale konsistent zu sein. Oberflächenstrukturen lassen sich unschwer identifizieren, unklar ist jedoch ihre Fortsetzung in tieferen Bodenschichten. Die Dicke der hydrogeologischen Gebiete ist variabel, die Kellertopografie muss noch besser eingeschränkt werden (Pata Pila: 710 Meter, Rana de Sal: 189 Meter).

Das analytische Vorgehen

Die vertikalen Bohrlöcher wurden in Schwemmflächen angesetzt und mit Diamantbohrgeräten zur Kernrückgewinnung durchgeführt, Wasser und Soleproben mit verschiedenen Testmethoden entnommen und von zwei unabhängigen Laboratorien geochemisch analysiert. Diese Tests führten zu einer Bestimmung der Grenzwerte in Bezug auf die geologische Lage.

Zudem wurden Lufthebeproben aus Intervallen von 40 bis 718 Metern (Pata Pila) sowie 100 bis 433 Metern (Rana de Sal) entnommen und dabei mit Sand, Kies und Halit interpolierte Blöcke ermittelt.

Die wirtschaftliche Einordnung

Die Klassifizierung der Ressourcen für die beiden Lizenzgebiete folgt dem JORC-Code (Standard für Berichterstattungen über Explorationsergebnisse) von 2012 und entspricht damit auch den AMEC-Richtlinien (Association for Measurement and Evaluation), die den Ressourcenschätzungen für Sole zugrundegelegt werden.

Da die Sole während des Produktionsvorgangs von Becken zu Becken gepumpt wird, stuft Galan aktuell einen Großteil seiner Ressource als abgeleitet ein. Bei einer genaueren Interpretation der Domänen ist jedoch eine Aufwertung der Kategorie auf angezeigt denkbar.

Ein Unsicherheitsfaktor ist laut SRK der große Abstand der Bohrlöcher und der Probenintervalle, die zu einer gewissen Vermengung der hohen Grade in den modellierten Domänen geführt haben könnten. Jedoch selbst die interpolierte Mindestnote beträgt 950 Milligramm Lithium pro Liter – das liegt weit über dem, was in vergleichbaren Projekten als wirtschaftlicher Grenzwert angesehen wird.  Ein solches wäre beispielsweise Hombre-Muerto-Nord (NRG Metals Inc.) mit 500 Milligramm Lithium pro Liter.

Die Wirtschaftlichkeit der Galan Lagerstätte wird neben der bekannten Qualität und Menge der Lithiumsole durch die hervorragende Infrastruktur und die unweit gelegenen Mühlen zur Verarbeitung von Erz aufgewertet.