Die Aktivitäten von Galan Lithium Ltd. (ASX: GLN; WKN: A2N4CD; ISIN: AU0000021461) auf seinem Firmenflaggschiff, dem Lithium-Sole-Projekt „Hombre Muerto West“ in der argentinischen Provinz Catamarca, gehen in die nächste Phase. Wie das Unternehmen aus Perth am Dienstagabend meldete, wurden dort nun die bereits seit einiger Zeit angekündigten Langzeit-Pumpversuche aufgenommen. Diese Tests sind ein fundamentaler Bestandteil der endgültigen Machbarkeitsstudie (DFS, definitive feasibility study), deren Fertigstellung zum Jahresende anvisiert wird.

Im Rahmen der Pumpversuche werden insgesamt vier Pumpbrunnen getestet, um chemische und hydraulische Daten für das Projekt „Hombre Muerto West“ zu liefern.

Die Pumpbrunnen

Auf den beiden größten Konzessionen, „Pata Pila“ und „Rana del Sal“, sind jeweils zwei Anlagen vorgesehen, wobei auf beiden Arealen je eine Anordnung bereits fertiggestellt ist (PPB-01-21 und RSB-01-22), während die beiden anderen (PPB-02-22 und RSB-02-22) sich aktuell noch im Bau befinden. Jede dieser Anlagen oder Plattformen besteht aus einem Pumpbrunnen und zwei bis drei Überwachungsbrunnen in dessen unmittelbarer Umgebung. Der Abschluss der Tests wird zum Ende des dritten Quartals 2022 erwartet.

Die Überwachungsbrunnen wurden speziell so entwickelt, dass sie die optimalen hydraulischen Informationen aus den Tests liefern und die erwartete Entwicklung des künftigen Förderbrunnenfeldes untermauern. Verantwortlich für die Gestaltung der Brunnen zeichnet WSP Chile aus Vitacura, ein führender Anbieter von Beratungsdienstleistungen in den Sektoren Wasserressourcen, Ingenieurswesen, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Tests in zwei Phasen

Die Pumptests werden in zwei Phasen stattfinden. Eingangs sollen die hydraulischen Informationen charakterisiert werden. Dazu werden ein Step-Drawdown-Test, ein Wiederherstellungstest und ein über den Zeitraum von einer Woche durchgeführter Test mit konstanter Förderrate durchgeführt. Im Rahmen jedes dieser Versuche werden Soleproben entnommen.

Bei einem Step-Drawdown- oder Stufentest handelt es sich eine Art von Einzelbrunnen-Pumpversuch, um die Leistung eines Pumpbrunnens unter kontrollierten variablen Abflussbedingungen zu erproben. Dabei wird die Abflussrate von einer niedrigen konstanten Rate über eine Abfolge von Pumpintervallen mit ansteigenden Raten erhöht. Ein Wiederherstellungsversuch wiederum wird am Ende eines Pumpversuchs durchgeführt, nachdem der Vorgang im gepumpten Brunnen beendet wurde. Die Restabsenkung wird im Beobachtungsbrunnen und Kontrollbrunnen gemessen.

In der zweiten Versuchsphase erfolgt ein Langzeit-Pilottest über einen dreißigtägigen Zeitraum. Auch während dieses Versuches werden mehrere Soleproben genommen.

Die Zielsetzung

Galan Lithium zielt mit den Tests auf verschiedene Erkenntnisse ab. So sollen die hydraulischen Eigenschaften des Solebehälters, etwa die Durchlässigkeit, die vertikale Anisotropie (die Richtungsabhängigkeit der physikalischen Eigenschaften eines Stoffes) und der Speicherkoeffizient für jede Grundwasserleitereinheit bestimmt werden.

Zu ermitteln sind außerdem die maximale nachhaltige Pumprate für jeden Pumpbrunnen und die Registrierung der hydraulischen Parameter (etwa Durchflussrate und Solepegel) sowie die chemischen und physikalischen Parameter der Sole während der Tests.

Aus dem Langzeit-Pumptest sollen die entscheidenden Informationen gewonnen werden, die für das geplante Reservemodell benötigt werden. Dies bildet wiederum die Grundlage für die Parameter der Produktionskapazität von „Hombre Muerto West“ und die erwartete Sole-Beschickung während der Minenlebensdauer. Das Reservemodell wird für die endgültige Machbarkeitsstudie benötigt, die zurzeit von SRK Consulting erstellt wird.

Das Projekt „Hombre Muerto West“

Das zu 100 Prozent unternehmenseigene Lithium-Sole-Projekt „Hombre Muerto West“ ist das Vorzeigeprojekt von Galan Lithium Ltd. und eines von zwei Projekten in der Salztonebene „Hombre Muerto“ in der argentinischen Provinz Catamarca. Beide Projekte befinden sich damit innerhalb des sogenannten „südamerikanischen Lithium-Dreiecks“. Der Hombre-Muerto-Salar beherbergt hochwertigsten und reinsten Lithium-in-Sole-Vorkommen des Landes. Bekannte Lithium-Akteure in der Gegend sind neben Livent Corporation („El Fenix) Allkem („Sal de Vida“) und POSCO („Sal de Oro“).

Das Projektareal von „Hombre Muerto West“ hat Ausmaße von etwa 14 Kilometern Länge, die Breitenausdehnung schwankt zwischen einem und fünf Kilometern. Das Gelände befindet sich am Westrand des Hombre-Muerto-Salar und besteht aktuell aus sieben Konzessionen. Im Osten grenzt „Hombre Muerto West“ an Liegenschaften der Livent Corp. Mittels Bohrungen und geophysikalischen Tests konnte für das Projekt das erhebliches Potenzial eines tiefen Beckens nachgewiesen werden. Im Mai 2020 ergab eine erste Ressourcenschätzung für die beiden größten Konzessionen („Pata Pila“ und „Rana del Sal“, wo auch die oben erwähnten Pumpbrunnen angelegt wurden) Werte von 1,1 Millionen Tonnen Lithium-Carbonat-Äquivalent. Diese Ressource konnte zwischenzeitlich auf 2,3 Millionen Tonnen gesteigert werden; da in dieser aktuell angezeigten Ressource noch nicht alle Konzessionen enthalten sind, besteht weiterhin Explorationspotenzial.

Noch mehr Lithium aus Sole und Stein

Bei „Candelas“, dem  zweiten Sole-Projekt des ASX-notierten Lithium-Explorers, handelt es sich um einen 15 Kilometer langen und zwischen drei und fünf Kilometer breitem, mit einem Tal gefüllten Kanal. Geophysikalische Untersuchungen und Bohrungen lassen auf ein erhebliches Solevolumen schließen. Eine Erstressourcenschätzung von 2019 ging von 685.000 Tonnen Lithium-Carbonat-Äquivalent aus. „Candelas“ verfügt außerdem über einen Umweltvorteil: Das Projekt könnte (durch Behandlung der niedergradigen Sole mittels Umkehrosmose) so viel Prozesswasser liefern, dass kein Oberflächenwasser aus einem nahegelegenen Fluss benötigt würde.

Auch in Australien selber ist Galan Lithium engagiert, und zwar in einem Joint Venture mit Lithium Australia NL. Galan hat dabei die Möglichkeit, 80 Prozent am Lithium-Projekt „Greenbushes South“ zu erwerben und bereits eine Explorationslizenz für ein 43 Quadratkilometer großes Areal beantragt. Dieses liegt 15 Kilometer südlich der Lithium-Tagebaumine „Greenbushes“. Das gesamte „Greenbushes South“-Gebiet (353 Quadratkilometer) reicht bis auf drei Kilometer an den Betrieb heran und deckt die südliche Streichenprojektion der geologischen Struktur der „Greenbushes“-Lagerstätte ab. Das Projekt befindet sich aktuell allerdings noch in einem sehr frühen Explorationsstadium.