Die Vormachbarkeitsstudie, mit der OZ Minerals (ASX:OZL), Joint-Venture-Partner von Cassini Resources (ASX: CZI; Frankfurt: ICR; WKN: A1JNU6 ISIN: AU000000CZI9) Mitte Februar an die Öffentlichkeit ging, zieht weitere Kreise. Analysten von Ord Minnett haben die Ergebnisse der Studie untersucht und eine Bewertung des Projektes abgegeben. Der Befund: Die Cassini-Aktien haben beachtliches Kurssteigerungspotenzial.

Bahnbrechende Nachrichten lassen aufhorchen. So auch die Veröffentlichung, die vor gut drei Wochen einen signifikanten Meilenstein für die Entwicklung des West-Musgrave-Projekts markierte. Die traditionsreiche Vermögensverwaltungsgruppe Ord Minnett aus Sydney hat eine Research-Berichterstattung veröffentlicht, die ein neues Kursziel für die Cassini-Aktien definiert: 0,30 AUD. Zum Vergleich: Der aktuelle Aktienkurs notiert bei 0,078 australischen Dollar.

Explorations- Joint Venture mit hervorragenden Perspektiven

Grundlage für die Bewertung sind die Zahlen aus der positiven Vor-Machbarkeitsstudie für die Lagerstätten Nebo und Babel im West-Musgrave-Projekt. Diese Areale enthalten Mineralisierungen von Kupfer- und Nickelsulfiden in Gabbronorit-Gestein. Bei der Unternehmung handelt es sich um ein Joint Venture von OZ Minerals Limited (70 Prozent Beteiligung) und Cassini (30 Prozent).

Der wahrscheinliche Output der geplanten Mine liegt Cassini zufolge bei einer durchschnittlichen Nickelproduktion von 8,1 Kilotonnen in den ersten fünf Jahren und 6,6 Kilotonnen ab dem sechsten Jahr. Für Kupfer belaufen sich die Schätzungen auf 9,9 Kilotonnen in den ersten fünf und 8,1 Kilotonnen ab dem sechsten Jahr.

Spekulative Kaufpreise und Finanzen

Auf dieser Bewertung und weiteren Kennzahlen der Studie beruht die Beurteilung der Kursentwicklung. Cassini wird von Ord Minnett konservativ mit 137 Millionen AUD bewertet. Das sei eine überzeugende Risikobelohnung angesichts des aktuellen Unternehmenswertes von 34 Millionen AUD.

Diese Bewertung ist ein weiteres wirtschaftliches und technisches Argument für die Erschließung der Lagerstätten. Das Update gibt daher einen entscheidenden Anreiz für die Planungen von Anlegern, denn die Parameter des Projektes gestalten sich deutlich risikoärmer als zuvor.

Attraktive Vorteile für den künftigen Minenbetrieb

Das aktuelle Gutachten stellt eine Reihe zentraler Pluspunkte für das Projekt heraus. Metallurgische Forschungen, verbesserte und kostengünstigere Energieversorgung durch erneuerbare Quellen, innovative Mahl- und Verarbeitungsmethoden sowie größere Strahleneffekte und verbesserte Logistik führen zu insgesamt optimierten Rahmenbedingungen. Auch die Lebensdauer der Mine wird nach dem Update auf 26 Jahre geschätzt – zuvor waren es acht Jahre.

Ferner ist die Wirtschaftlichkeit der Bargeldkosten im ersten Quartil deutlich verbessert. Die Gesamtkosten liegen bei geschätzt 2 USD pro Pfund Nickel bei 20 Prozent internem Zinsfuß, und einem Barwert von 800 Millionen bei einer Produktion von 22 Kilotonnen Nickel und 28 Kilotonnen Kupfer jährlich.

Vorsichtige Schätzungen unterhalb der Möglichkeiten?

Laut Minnett Ord sind die Zahlen, die der Vormachbarkeitsstudie zugrunde liegen, sehr vorsichtig angesetzt worden. In der Studie ist nur die durchschnittliche Metallproduktion in den ersten fünf Jahren bei 27 Kilotonnen Nickel und 33 Kilotonnen Kupfer pro Jahr angegeben, mutmaßlich bei einer implizierten Kopfqualität von 0,42 beziehungsweise 0,45 Prozent. Es soll jedoch ferner etwa 30 Millionen Tonnen hochgradiges Erz mit 0,69 beziehungsweise 0,60 Prozent Nickel- und Kupfergehalt geben. Würde dieses Material innerhalb der ersten Betriebsjahre gefördert, könnte das die Amortisationszeit erheblich abkürzen.

Nickel, PMG und Kobalt – unterschätzt?

Auch die von OZ getroffenen Annahmen zur Abbauwürdigkeit des Nickelkonzentrats von etwa 71%  (das entspricht dem mittleren Branchenbereich) erscheinen, in Relation mit der hohen Produktqualität und den Erlösen vergleichbarer Mitbewerber, konservativ. Dies, zumal Nickelkonzentrat aus dem West Musgrave-Projekt von exzellenter Qualität ist. Jedes Upgrade der Nickel-Gehaltsstufen um ein Prozent würde den Kapitalwert von Cassini laut Minnett Ord um 2,5 Cent erhöhen.

Ebenso scheint die Bewertung der Gehalte von Nebenprodukten wie Metallen der Platinmetallgruppe und Kobalt mit bis 12,5 Prozent zu bescheiden angesetzt zu sein. Diese Menge entspricht aktuell weniger als Prozent des errechneten Gesamtproduktes. Es könnten Produktkosten von weiteren 11 Prozent eingespart werden, sofern der Kobalt-Output mit inländischen Mitbewerbern wie IGO Co (32%) in Einklang gebracht wird.

Finanzmodelle des Joint Ventures

Ord Minnett vermutet, dass Cassini von OZ verlangen wird, nun die Fremdfinanzierung auf der Projektebene zu sichern, um die Kapitaleinlage über 300 Millionen USD abzusichern. OZ obliegt die alleinige Finanzierung des West Musgrave Projekts bis zur endgültigen Investitionsentscheidung im vierten Quartal 2021.

Im Dezember hatte Cassini Barmittel in Höhe von 7,7 Millionen USD und Schulden von 7,3 Millionen USD. Dabei handelt es sich um ein Darlehen von OZ, das 2028 zurückzuzahlen ist.

Die Berechnung der Analysten

Das Unternehmen wird von Ord Minnett konservativ bewertet, nachdem von einem verzögerten Anlauf des Projektes mit der ersten Produktion im Jahr 2025, einem höheren Investitionskontingent von 20 Prozent und höheren Stückkosten (Steigerung um 11 Prozent) auszugehen ist. Basis für die Kalkulation ist eine Summe aus abgezinstem Zahlungsstrom   bei 8,6 Prozent gewichteten durchschnittliche Kapitalkosten. Der langfristige Nickelpreis wird auf 7,5 USD pro Pfund, der Kupferpreis auf 3 USD überschlagen.

Die relevanten Risiken sind die Genehmigung der Machbarkeitsstudie durch das Management, das Entwicklungsrisiko und der Abschluss eines Fremdfinanzierungspakets, das in den kommenden Monaten fällig wird.