Mali fördert deutlich mehr Gold als erwartet

Mali fördert deutlich mehr Gold als erwartet B2Gold

Malis industrielle Goldproduktion ist im ersten Halbjahr 2026 um rund 30 % gestiegen. Mit 23,5 Tonnen übertraf die Förderung zugleich die Regierungsprognose von 21,2 Tonnen. Damit  rückt selbst ein Erreichen oder Überschreiten des Jahresziels von 43,2 Tonnen in Reichweite.

Loulo-Gounkoto fährt die Produktion wieder hoch

Nach dem Rekord von 66,5 Tonnen im Jahr 2023 war 2025 die industrielle Förderung auf 42,2 Tonnen gefallen. Das malische Bergbauministerium nennt für den überraschend starken Halbjahreswert keine Ursachen. Ein wichtiger Teil der operativen Normalisierung lässt sich jedoch beim Minenkomplex Loulo-Gounkoto konkret nachvollziehen.

Der kanadische Gold- und Kupferproduzent Barrick Mining CA06849F1080 A417GQ stellte den Betrieb von Loulo-Gounkoto im Januar 2025 vorübergehend ein. Nach Unternehmensangaben verhinderten Exportbeschränkungen den regulären Goldverkauf. Später ließ der Staat vorhandene Bestände in eine Verwahrbank überführen.

Im November 2025 verständigten sich Barrick und Mali im Konflikt um Steuern und die Bedingungen für Loulo-Gounkoto. Mitte Dezember erhielt Barrick die operative Kontrolle über die Minen zurück. Schon im ersten Quartal 2026 trug der Hochlauf zur überplanmäßigen Konzernproduktion bei. Im zweiten Quartal verlief der Neustart laut Barrick sogar schneller als vorgesehen.

Loulo-Gounkoto ist damit ein plausibler Antrieb für die malische Erholung. Nach Ministeriumsdaten produzierte die Loulo-Operation im ersten Halbjahr 6,9 Tonnen Gold. Das übertraf bereits die 5,5 Tonnen, die für das gesamte Jahr 2025 ausgewiesen wurden.

Fekola bleibt Malis größter Goldproduzent

Größter Produzent blieb laut Ministerium die Goldmine Fekola in Mali mit 8,85 Tonnen. Der kanadische Betreiber B2Gold CA11777Q2099 A0M889 meldete für das zweite Quartal eine über den Erwartungen liegende Förderung. Ausschlaggebend waren ein erhöhter Durchsatz in der Aufbereitung und ein höherer Goldgehalt des verarbeiteten Erzes. Nach den Ministeriumszahlen entfielen auf Fekola und Loulo zusammen rund zwei Drittel der landesweiten Industrieförderung.

Der australische Goldproduzent Resolute Mining AU000000RSG6 794836 steuerte 3,0 Tonnen bei, der kanadische Wettbewerber Allied Gold CA01921D2041 A417BV kam auf 3,5 Tonnen.

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Neue Projekte stützen den Ausblick – aber nicht sofort

Für die mittelfristige Produktion rückt Fekola Regional stärker in den Vordergrund. Das Projekt bündelt die benachbarten Gebiete Menankoto und Dandoko. B2Gold erhielt am 7. August 2026 die Abbaulizenz für Menankoto, rund 20 Kilometer von der bestehenden Fekola-Mine entfernt. Für die ursprüngliche Jahresprognose hatte B2Gold mit dem Bescheid bis Ende Juni gerechnet. Mit der Lizenz können vorbereitende Abraumarbeiten beginnen. Fekola Regional soll bis Ende 2027 hochlaufen und ab 2028 jährlich mehr als 150.000 Unzen Gold liefern.

Für 2026 senkte B2Gold die Produktionsprognose des Fekola-Komplexes dennoch auf 390.000 bis 420.000 Unzen. Zuvor hatte die Spanne bei 410.000 bis 460.000 Unzen gelegen. Die Verzögerung verringert den erwarteten Beitrag von Fekola Regional im zweiten Halbjahr.

Fekola Regional fällt unter Malis Bergbaugesetz von 2023 und soll zu 65 % B2Gold sowie zu 35 % Mali gehören. Die bestehende Fekola-Mine bleibt dagegen zu 80 % B2Gold und zu 20 % Mali zugeordnet.

Auch jenseits von Fekola nimmt Malis künftige Goldproduktion Konturen an. Rund 126 Kilometer südlich von Bamako entwickelt Toubani Resources AU0000241416 A401DH das Kobada-Goldprojekt. Der australische Goldentwickler plant dort im Durchschnitt rund 162.000 Unzen Jahresproduktion und peilt für 2027 das erste Gold an. Damit könnte Kobada schon vor Fekola Regional zusätzliche Kapazitäten in Malis Goldsektor bringen.