Vale erzielt bestes zweites Quartal bei Eisenerz seit 2018
Der brasilianische Bergbaukonzern Vale US91912E1055 A0RN7M hat seinen Produktions- und Absatzbericht für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine breite operative Erholung: Sowohl beim Kernprodukt Eisenerz als auch bei den Basismetallen Kupfer und Nickel erreichte Vale die besten Werte für ein zweites Quartal seit mehreren Jahren, wie InfoMoney, Money Times und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Konzernbericht übereinstimmend berichten.
Eisenerzproduktion so hoch wie zuletzt 2018
Vale förderte zwischen April und Juni 84,3 Mio. t Eisenerz, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und von 20,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Das ist der höchste Wert für ein zweites Quartal seit 2018 und liegt über den Erwartungen der Analysten: Der von Visible Alpha erhobene Konsens hatte im Schnitt nur 82,2 Mio. t vorausgesagt, wie Reuters berichtete. Getragen wurde der Anstieg von einem Produktionsrekord an der S11D-Mine in Pará, die im Quartal 23,4 Mio. t lieferte, sowie von höheren Volumina aus den Projekten Capanema und VGR1.
Auf Systemebene entwickelten sich die Regionen unterschiedlich. Das Südost-System legte um 15,6 Prozent auf 24,3 Mio. t zu, getrieben vom fortschreitenden Hochlauf von Capanema, höherer Produktivität in Alegria und der Wiederaufnahme der Förderung in Água Limpa. Das Nord-System produzierte dagegen mit 39,6 Mio. t vier Prozent weniger, bedingt durch ein geringeres Rohmaterial-Aufkommen in Serra Norte. Das Süd-System kam auf 12,1 Mio. t, ein Rückgang von 7,7 Prozent.
Der Absatz von Eisenerz (inklusive Feinerz, Pellets und Run-of-Mine) stieg um 3,1 Prozent auf 79,7 Mio. t, gestützt sowohl durch die höhere Produktion als auch durch den Verkauf von Lagerbeständen aus früheren Quartalen. Auch hier lag Vale über der Analystenschätzung von 78,2 Mio. t. Der durchschnittlich realisierte Preis für Eisenerzfeinerz lag bei 95 USD/t, ein Plus von 11,6 Prozent im Jahresvergleich. Zum ersten Quartal 2026 gab der Preis dagegen um 0,8 Prozent nach, was Vale in seinem Bericht mit negativen Effekten aus Preismechanismen begründete.
Kupfer und Nickel auf mehrjährigen Bestwerten
Bei den Basismetallen fiel das Wachstum noch deutlicher aus. Die Kupferproduktion stieg um 6,3 Prozent auf 98.400 t, das beste zweite Quartal seit 2017. Haupttreiber war die brasilianische Mine Salobo, die einen Quartalsrekord für ein zweites Quartal erzielte, ergänzt durch eine höhere Ausbringung in Sossego. Die Kupferverkäufe legten um 9,7 Prozent auf 97.600 t zu, der durchschnittlich realisierte Kupferpreis kletterte um 56,5 Prozent auf 14.062 USD/t.
Die Nickelproduktion erreichte 42.000 t, ein Plus von 4,2 Prozent und das beste zweite Quartal seit 2020. Onça Puma verdoppelte seine Produktion nahezu gegenüber dem Vorjahresquartal, während die Raffinerie Long Harbour einen Quartalsrekord verzeichnete. Geplante Wartungsarbeiten in Sudbury (Kanada) bremsten die Entwicklung, wurden aber durch die übrigen Standorte mehr als ausgeglichen. Die Nickelverkäufe wuchsen um 7,2 Prozent auf 44.400 t, der realisierte Preis stieg um 14,3 Prozent auf 18.061 USD/t.
Vale bestätigte trotz der starken Quartalszahlen seine Jahresprognose für 2026: 335 bis 345 Mio. t Eisenerz, 350.000 bis 380.000 t Kupfer und 175.000 bis 200.000 t Nickel.
Pelletproduktion durch Anlagenpause in Oman belastet
Einziger Dämpfer im Bericht war das Pelletgeschäft. Die Produktion sank um 7 Prozent auf 7,3 Mio. t, weil Vale seine Pelletanlagen in Oman einen Großteil des Quartals stillgelegt hatte. Grund war der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen logistischen Einschränkungen in der Golfregion. Ende Juni nahm Vale den Betrieb dort nach eigenen Angaben teilweise wieder auf. Der Pelletabsatz stieg trotz der geringeren Produktion um 3,5 Prozent auf 7,7 Mio. t, da Vale einen Teil des für Oman vorgesehenen Erzes stattdessen an die Tubarão-Anlagen in Brasilien umleitete.
Die Anlagen in Oman stehen für rund 9 Mio. t Jahreskapazität und damit für etwa ein Drittel von Vales weltweiter Pelletproduktion. Ein vollständiger Wiederanlauf hängt weiter von der Entwicklung der Lage im Golf ab, die auch den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus betrifft und damit ein Risiko für die Logistikkette bleibt, über das Vale keine Kontrolle hat.
Analysten bleiben trotz Belastungen positiv gestimmt
Die Bank Citi bestätigte nach den Zahlen ihre Kaufempfehlung für Vale. Das Institut sieht den Konzern im Vergleich zu anderen Minengesellschaften als robuster an, da Vale auf freien Cashflow statt auf große Expansionsprojekte setzt, und rechnet weiterhin mit einer Eisenerzpreisspanne von 90 bis 110 USD/t. Auch Itaú BBA äußerte sich nach Gesprächen mit dem Vale-Management zuversichtlicher zur Nachfrage- und Preisentwicklung bei den wichtigsten Rohstoffen des Konzerns, trotz der kurzfristigen Belastungen durch die Situation in Oman.
Die vollständigen Finanzergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht Vale am 30. Juli, gefolgt von einer Telefonkonferenz mit Investoren am 31. Juli.

