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Newmont, Barrick und Amex suchen die Reserven von morgen

Newmont, Barrick und Amex suchen die Reserven von morgen picture alliance / AP Photo / Kamran Jebreili

Während bestehende Lagerstätten kontinuierlich abgebaut werden, werden große Neuentdeckungen seltener, Genehmigungsverfahren dauern länger und die Entwicklung neuer Minen verschlingt immer höhere Investitionen. Der Wettbewerb um Gold entscheidet sich damit längst nicht mehr allein über den Goldpreis, sondern zunehmend über den Zugang zu neuen Reserven.

Gold ist nicht knapp – wirtschaftlich entwickelbare Lagerstätten schon

Der US Geological Survey beziffert die weltweiten Goldreserven für 2025 auf rund 66.000 Tonnen. Rein rechnerisch entspräche das bei einer jährlichen Förderung von etwa 3.300 Tonnen einer Reichweite von rund 20 Jahren. Diese Betrachtung greift jedoch zu kurz. Reserven verändern sich mit Preisen, Kosten, Technologie und Genehmigungen. Entscheidend ist vielmehr, dass große Goldentdeckungen seltener werden und neue Minen häufig mehr als ein Jahrzehnt bis zur Produktion benötigen. Selbst bei dauerhaft hohen Goldpreisen lässt sich das Angebot deshalb nur langsam ausweiten.

Für die großen Produzenten wird der Ersatz der geförderten Reserven damit zu einer der wichtigsten strategischen Aufgaben. Übernahmen, Beteiligungen an Explorationsunternehmen und der Ausbau eigener Projektpipelines gewinnen entsprechend an Bedeutung.

Newmont und Barrick stehen vor derselben Herausforderung

Newmont US6516391066 853823 verfügt mit zurechenbaren Goldreserven von rund 118 Millionen Unzen weiterhin über die größte Reservebasis der Branche. Gleichzeitig ging der Bestand im vergangenen Jahr zurück – unter anderem infolge der laufenden Produktion, von Portfoliobereinigungen und Neubewertungen einzelner Projekte. Mit einer Goldproduktion von rund 5,7 Millionen Unzen und einem freien Cashflow von 7,3 Mrd. USD bleibt Newmont operativ hervorragend aufgestellt. Dennoch muss auch der Branchenführer langfristig neue Reserven erschließen, um seine Produktionsbasis zu sichern.

Vor einer ähnlichen Aufgabe steht Barrick Mining CA06849F1080 A417GQ. Das Unternehmen hat sich 2025 umbenannt, um dem wachsenden Kupfergeschäft stärker Rechnung zu tragen. Gold bleibt jedoch der wichtigste Ergebnistreiber. Parallel arbeitet Barrick an einer Neuordnung seines nordamerikanischen Goldgeschäfts. Geplant ist die Börsennotierung einer eigenständigen Gesellschaft mit Beteiligungen an Nevada Gold Mines, Pueblo Viejo und dem Entwicklungsprojekt Fourmile. Gleichzeitig soll Barrick die Kontrolle behalten. Der Schritt könnte den Wert einzelner Vermögenswerte sichtbarer machen und zusätzlichen finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum schaffen.

Amex Gold Mining schlägt die Brücke zur Produktion

Zwischen den etablierten Produzenten und den klassischen Explorern positioniert sich Amex Gold CA03114D1087 A42G55. Die Umbenennung von Amex Exploration markiert den Übergang vom Explorer zum Projektentwickler. Im Mittelpunkt steht das Perron-Projekt in Québec, dessen Machbarkeitsstudie den Weg in Richtung Minenbau weist.

Mit hochgradigen Reserven, einer Finanzierung über knapp 80 Mio. CAD und der auf rund 27 % erhöhten Beteiligung von Eldorado Gold verfügt Amex über eine solide Ausgangsbasis für die nächste Entwicklungsphase. Gleichzeitig beginnt nun der anspruchsvollste Abschnitt eines Bergbauprojekts: Genehmigungen, Finanzierung, Bau und später der zuverlässige Minenbetrieb entscheiden künftig stärker über den Unternehmenswert als einzelne Bohrergebnisse.

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Explorer liefern den Nachschub für die Branche

Während Produzenten bestehende Reserven verwalten und Entwickler neue Minen vorbereiten, beginnt die Wertschöpfungskette bei den Explorationsunternehmen.

Dryden Gold CA26245V1013 A3E1GE verfolgt im Nordwesten Ontarios eine Distriktstrategie entlang der Manitou-Dinorwic-Deformationszone. Das Unternehmen kontrolliert rund 90.000 Hektar und treibt mit einem umfangreichen Bohrprogramm mehrere Zielgebiete parallel voran. Hochgradige Bohrergebnisse sowie die Beteiligung der Produzenten Alamos Gold und Centerra Gold an der jüngsten Finanzierung unterstreichen das Potenzial, in der Region langfristig einen neuen Goldbezirk zu entwickeln. Der nächste wichtige Schritt besteht darin, die bisherigen Explorationserfolge in eine erste Ressourcenschätzung zu überführen.

Einen anderen Ansatz verfolgt FireFox Gold CA31816R8369 A419WJ. Das Unternehmen konzentriert sich auf den Central Lapland Greenstone Belt in Finnland – eine der aussichtsreichsten Goldregionen Europas. Hochgradige Bohrabschnitte auf Mustajärvi sowie ein auf rund 14.000 Bohrmeter ausgeweitetes Explorationsprogramm sollen die bekannten Goldzonen weiter vergrößern. Zusätzliche Unterstützung erhält FireFox durch die Zusammenarbeit mit Agnico Eagle, das sich über Explorationsausgaben schrittweise am Kolho-Projekt beteiligen kann.

Noch früher im Projektzyklus befindet sich Alpha Exploration VGG3198S1074 A3DLBX. Das Unternehmen entwickelt mit Kerkasha in Eritrea ein großflächiges Projekt im Arabisch-Nubischen Schild. Im Mittelpunkt steht das Aburna-Goldsystem, dessen mineralisierter Korridor mehrere Kilometer umfasst und weiterhin erhebliches Explorationspotenzial bietet. Ergänzt wird das Portfolio durch das Kupfer-Gold-Ziel Anagulu, wodurch Alpha neben Gold zusätzlich vom steigenden Interesse an Kupfer profitieren könnte. Der Standort bringt höhere politische Risiken mit sich als etablierte Bergbauregionen in Kanada oder Finnland, bietet dafür jedoch Zugang zu einer geologisch bislang vergleichsweise wenig erkundeten Region.

Von der Entdeckung bis zur Mine

Die Entwicklung eines Goldprojekts verläuft heute in klar unterscheidbaren Phasen. Produzenten wie Newmont und Barrick erwirtschaften bereits hohe Cashflows, müssen ihre Reservebasis jedoch kontinuierlich erneuern. Entwickler wie Amex arbeiten daran, aus einer Lagerstätte eine wirtschaftliche Mine zu machen. Explorer wie Dryden Gold, FireFox Gold und Alpha Exploration suchen dagegen nach den Lagerstätten, die den Produzenten von morgen als Übernahmeziele oder neue Minen dienen könnten.

Fazit

Die eigentliche Herausforderung im Goldsektor besteht heute weniger im Vorkommen des Metalls als in der Entwicklung neuer, wirtschaftlich tragfähiger Lagerstätten. Große Entdeckungen werden seltener, Genehmigungsprozesse länger und der Kapitalbedarf für neue Minen steigt kontinuierlich. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Produzenten, ihre Reserven zu ersetzen und langfristig stabile Fördermengen sicherzustellen.

Damit rücken die frühen Entwicklungsstufen der Wertschöpfungskette stärker in den Fokus. Explorer schaffen die Grundlage für künftige Minen, Entwickler führen Projekte durch die entscheidenden Genehmigungs- und Finanzierungsphasen und Produzenten sichern ihre Zukunft zunehmend über Partnerschaften, Beteiligungen und Übernahmen. Welche Unternehmen in zehn oder fünfzehn Jahren zu den bedeutenden Goldförderern zählen werden, entscheidet sich deshalb schon heute – lange bevor die erste Unze produziert wird.