Neue Auktionsrunde für Lithium und Seltene Erden in Indien
Das indische Bergbauministerium hat am 15. Juli die achte Tranche seiner Auktion für kritische und strategische Rohstoffblöcke gestartet. Insgesamt 20 Blöcke in neun Bundesstaaten stehen zur Vergabe, mit Vorkommen von Lithium, Seltenen Erden, Graphit und einer Reihe weiterer Industriemetalle. Bergbauminister G Kishan Reddy eröffnete die Runde in Neu-Delhi.
Was die achte Tranche umfasst
13 der 20 Blöcke wurden neu identifiziert, die übrigen 7 werden nach gescheiterten früheren Anläufen ein zweites Mal angeboten. Das Mineralienspektrum reicht von Lithium und Seltenen Erden über Graphit, Molybdän, Gallium, Vanadium, Wolfram und Titan bis zu Phosphorit, Kalisalz, Glaukonit sowie Cäsium und Rubidium. Aus den ersten sieben Tranchen wurden bereits 56 der 88 angebotenen Blöcke erfolgreich vergeben, eine Erfolgsquote von mehr als 63 %. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden landesweit 212 Mineralienblöcke versteigert, davon 22 in der Kategorie kritische und strategische Rohstoffe, beides Rekordwerte seit Einführung des Auktionsverfahrens.
Der Hintergrund: Abhängigkeit von China
Indien ist für Lithium, Kobalt und Nickel vollständig auf Importe angewiesen und deckt mehr als 90 % seines Kupferbedarfs sowie 60 % seines Bedarfs an Batteriegraphit von außen. China liefert dabei über 80 % der indischen Lithium-Importe und dominiert zugleich die weltweite Verarbeitung von Kobalt, Nickel und Graphit. Die Auktionen sind Teil der 2025 gestarteten National Critical Minerals Mission, die bis zum Geschäftsjahr 2030/31 läuft und mit einem Budget von 163 Mrd. INR ausgestattet ist. Zusätzliche Investitionen von rund 180 Mrd. INR sollen über die gesamte Wertschöpfungskette von Exploration über Verarbeitung bis Recycling fließen. Der Staatshaushalt 2026/27 sieht zudem eigene Seltene-Erden-Korridore in den Bundesstaaten Odisha, Kerala, Andhra Pradesh und Tamil Nadu vor, die Abbau, Verarbeitung und Magnetproduktion bündeln sollen.
Ein globaler Trend, nicht nur ein indisches Anliegen
Indien folgt damit einem Muster, das auch die USA und die EU seit einiger Zeit verfolgen: eigene Vorkommen kritischer Rohstoffe zu erschließen, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu verringern. Der Bedarf an vielen dieser Mineralien wächst dabei deutlich schneller als das Angebot. Laut UNCTAD könnte die weltweite Lithiumnachfrage bis 2040 um mehr als 350 % steigen, die Nachfrage nach Graphit um über 130 %.

