Gold, Silber, Lithium, Seltene Erden: Europas Norden wird zum Rohstoffmotor
Der Edelmetallexplorer Firefox Gold CA31816R8369 A419WJ bohrt auf dem Mustajarvi-Goldprojekt in der Region Lappland im Norden Finnlands, 17 km östlich der Stadt Kittilä. 10.000 Bohrmeter planen die Geologen bis zum Ende des Frühjahres zu absolvieren.
CEO Carl Löfberg bezeichnet die ersten vorliegenden Ergebnisse aus den Bohrkernen als vielversprechend. Eine Bohrung in der Nordostzone untersuchte die Ausdehnung einer 2021 entdeckten Zone mit Goldmineralisierung in tiefere Bereiche und durchteufte ab einer Tiefe von 301,5 Metern 11,0 Meter mit einem Goldgehalt von 4,9 Gramm pro Tonne.
Die Ostzone des Projekts konnte durch Erweiterungsbohrungen um 50 Meter nach Nordosten ausgedehnt werden. Dabei wurden in einer Tiefe von weniger als 100 Metern weitere goldhaltige Abschnitte gefunden. In einer Bohrung in der Lücke zwischen Ost- und Nordostzone dokumentierte das Team sichtbares Gold.
Firefox Gold: Pyrit-Quarzbrekzie macht Hoffnung
Eine weitere Bohrung stieß auf eine über 6,0 Meter mächtige, pyritmineralisierte Quarzbrekzie. Brekzien sind Gesteinsfragmente, die durch eine feinkörnige Masse miteinander verbunden sind – in diesem Fall besteht die Masse aus Quarz und Pyrit. Das ist für die Goldexploration von Bedeutung: Pyrit gilt als wichtiger Indikator, da Gold oft mikroskopisch fein in seiner Kristallstruktur eingeschlossen ist oder zusammen mit ihm auftritt.
Die Brekzie beginnt unmittelbar unter einer lockeren Deckschicht in einer Tiefe von 7,4 bis 13,4 Metern, die während der Eiszeiten durch Gletscher abgelagert wurde. "Solche massiven Pyrit- und Quarzbrekzien wiesen in früheren Bohrungen in Mustajärvi einen hohen Goldgehalt auf", heißt es im Bericht der Geologen. Die Analyse der Bohrkerne steht noch aus.
Der Frühling in Skandinavien beginnt spät – was allerdings der Aktivität im Bergbau nicht abträglich ist. Die nordischen Länder arbeiten mit Hochdruck an der Erschließung ihrer großen Rohstoffvorkommen. Explorer wie Firefox Gold sowie Unternehmen mit weiter fortgeschrittenen Projekten melden quer über alle Mineraliensegmente hinweg Fortschritte.
15.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr
Das finnische Unternehmen Keliber Oy, an dem Sibanye Stillwater ZAE000259701 A2PWVQ eine Mehrheit von 80 % hält, startete im April in Syväjärvi in Westfinnland Europas erste vollständige Lithiummine. Die Mine soll innerhalb von zwei Jahren voll betriebsbereit sein.
Das Land ist dem nationalen geologischen Dienst zufolge damit das erste Land in Europa, das einen vollständigen Lithium-Produktionszyklus von der Mine bis zur Raffinerie aufweist. Im Tagebau Syväjärvi in Kaustinen wird Lithiumhydroxid in Batteriequalität produziert.
Vom Tagebau aus wird lithiumhaltiges Erz zu einer Aufbereitungsanlage transportiert, die Konzentrat herstellt. Dieses wird anschließend zu einer Raffinerie geliefert, die Lithiumhydroxid in Batteriequalität herstellt. Mine, Aufbereitungsanlage und Raffinerie befinden sich innerhalb eines Umkreises von 43 Kilometern. "Das Lithiumhydroxid wird an die europäische Batterieindustrie geliefert", sagt Keliber-CEO Hannu Hautala. 15.000 Tonnen pro Jahr sind nach vollständiger Inbetriebnahme geplant.
Norwegen beschleunigt Seltenerdprojekt
Auch im Nachbarland Norwegen, das zu einem europäischen Schlüssellieferanten für Energie geworden ist, läuft der Bergbau auf Hochtouren. Die norwegische Regierung hat sich eingeschaltet, um den Planungsprozess für das Seltenerdprojekt Fen in Telemark zu beschleunigen und vor Verzögerungen durch Proteste und Einwände im Planungsprozess zu schützen.
Die Entscheidung folgt auf eine deutliche Ausweitung der vermuteten Ressourcen des Projekts. Im März gab Rare Earths Norway bekannt, dass die Schätzungen für das Projekt einen Anstieg des Gesamtgehalts an Seltenerdoxiden (TREO) (angezeigte und abgeleitete Kategorie) von 8,8 Millionen Tonnen im Jahr 2024 auf 15,9 Millionen Tonnen im Jahr 2026 ergaben. Das Unternehmen rechnet mit dem Produktionsbeginn im Jahr 2031 und geht davon aus, bis 2032 800 Tonnen Neodym und Praseodym produzieren zu können, was 5 % des Bedarfs der EU entspricht.
Die norwegische Regierung ist zudem der von den USA angeführten Pax Silica-Initiative beigetreten. Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth verspricht sich davon "einen besseren Zugang zu fortschrittlichen technologischen Wertschöpfungsketten", wie sie in einer Erklärung mitteilte. Im US-Außenministerium wird auf den norwegischen Staatsfonds verwiesen. Die "Tiefe des institutionellen Kapitals" in Verbindung mit Vorkommen an kritischen Mineralien wird dort als höchst bedeutsam im Kampf gegen die chinesische Vorherrschaft auf vielen Rohstoffmärkten angesehen.
Blue Moon Metals gibt grünes Licht für Nussir
Auch im Edel- und Industriemetallbereich wurden in Norwegen unlängst Entscheidungen getroffen. Das Unternehmen Blue Moon Metals CA09570Q5095 A413T9 verkündete Ende April die Investitionsentscheidung für den Bau der 184 Mio. USD teuren Kupfer-Gold-Silber-Mine auf dem Nussir-Projekt im Norden des Landes. Die Erzförderung soll im dritten Quartal 2027 beginnen.
Bei Firefox Gold indes laufen die Bohrungen weiter. Das Unternehmen ist nicht der erste Explorer, der bei Mustajarvi nach Gold sucht. Vorgänger bohrten vor Beginn des aktuellen Programms rund 15.700 Meter und erschlossen dabei drei verschiedene Goldmineralisierungsadern auf einer Streichlänge von über zwei Kilometern. Einschließlich dieser Bohrungen beträgt die Gesamtbohrleistung des Projekts nun 23.800 Meter.
CEO Löfberg ist optimistisch – nicht nur wegen der Brekzie knapp unter der Oberfläche. Die nächsten Bohrungen sollen die Nordzone weiter ausdehnen und die Lücke zur Ostzone schließen. "Wir machen große Fortschritte bei der Erstellung unserer ersten Mineralressourcenschätzung", so der CEO. Die jüngsten Bohrungen sprächen dafür, dass die neu erweiterte Nordostzone Teil der Ressource sein werde.
Eine Gesamtbohrleistung von fast 25.000 Metern, ein sich abzeichnender Pfad in Richtung Mineralressourcenschätzung und eine mögliche Volltreffer-Bohrung knapp unter der Oberfläche: Es gibt eine Reihe von Katalysatoren, die dem mit rund 16 Mio. EUR bewerteten Goldexplorer und seinem Aktienkurs schnell neuen Schub verleihen könnten.