De Beers legt seine wertvollste Diamantmine für zwei Jahre still
De Beers, mehrheitlich kontrolliert von Anglo American GB00BTK05J60 A41BF3, pausiert die Förderung in Venetia, Südafrikas wertvollster Diamantmine. Ausgaben für die Untertage-Erweiterung werden gestreckt, Investitionen in die Infrastruktur laufen aber weiter, damit die Produktion bei einer Markterholung schnell wieder hochgefahren werden kann. Die Konzern-Produktionsziele sollen davon unberührt bleiben, da die Mengen an anderen Standorten aufgefangen werden.
Venetia produzierte 2025 rund 2,23 Mio. Karat und stand damit für 10,3 % der gesamten Rohdiamantenproduktion des Konzerns. Die Mine beschäftigt rund 4.400 Menschen. Der Untertagebetrieb, für den De Beers 2,3 Mrd. USD investiert hatte, lief erst 2023 an. CEO Al Cook erklärte in der Unternehmensmitteilung, der Konzern wolle sich auf Wertschöpfung und Widerstandsfähigkeit konzentrieren, um gestärkt aus dem Abschwung hervorzugehen.
Ein Markt unter Dauerdruck
Natürliche Diamanten kosten derzeit rund die Hälfte dessen, was sie 2022 auf dem Höhepunkt wert waren. Synthetische Diamanten gewinnen als günstigere Alternative weiter Marktanteile. Erst vergangene Woche hatte De Beers die Zahl seiner Sightholder, der handverlesenen Käufer bei den offiziellen Verkaufszyklen, von rund 70 auf 45 bis 50 reduziert und die Verkäufe damit auf die größten Kunden konzentriert.
Der Verkauf rückt näher
Anglo American hatte De Beers bereits 2024 zum Verkauf gestellt, ursprünglich auch, um eine feindliche Übernahme durch BHP abzuwehren. Cook sagte laut Mining.com zuletzt, der Verkauf sei "nie näher" gewesen, und äußerte die Hoffnung auf einen Abschluss binnen Wochen statt Monaten. Als mögliche Käufer werden neben Bergbaukonzernen auch Staaten gehandelt, darunter Botswana und Angola.
Das globale Rohdiamant-Angebot schrumpft
Neben Venetia haben auch Minen in Lesotho und Kanada ihre Förderung pausiert oder eingestellt. Zusammen dürften diese Schritte das weltweite Rohdiamant-Angebot bis Ende 2027 spürbar verknappen, da Produzenten Profitabilität derzeit über Fördermenge stellen.

